Wirklich zusammenziehen

Wer wohnt wo?
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Sare
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Wirklich zusammenziehen

Beitrag von Sare »

Hallo Zusammen
Irgendwie muss ich mir dies mal von der Seele reden, ev könnt ihr mir von euren Erfahrungen oder Tipps berichten/geben.

Ich bin seit 1.5 Jahren alleine mit meinem bald 8 jährigem Sohn. Seit 1 Jahr habe ich einen Freund. Er hat 2 Kinder die bei ihm im Haus leben (w 14 und m 17 ).
Wir hatten auch schon gemeinsame Ferien und Wochenende. Das ganze verlief eigentlich sehr gut. Die Kids verstehen sich auch sehr gut

Mein Freund hat mir nun vorgeschlagen, dass wir zu ihnen ziehen sollen. Er hat eigentlich schon lange diesen Wunsch geäussert. Er wohnt 30 Minuten von uns entfernt.

Ich habe einfach noch so viele Ängste.
Ich würde eigentlich auch sehr gerne gehen, zum einten habe ich mein Freund ja wirklich sehr gerne und könnte es mir auch gut vorstellen. Habe aber total Angst mein Kind aus der gewohnten Umgebung, Schule, Freunde raus zunehmen. Obwohl ich mit dieser Gemeinde überhaupt nicht so zufrieden bin.

Ich weiss auch nicht wie ich es meinem Sohn sagen soll, dass wir höchstwahrscheinlich im Sommer zu ihnen ziehen. Hat mir da jemand einen Tip. Ich habe furchtbare Angst wie er reagieren wird.

Danke fürs lesen und ev eure Erfahrung, Tipps
Sare
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BabyOne
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Beitrag von BabyOne »

Hallo Sare,

was mir bei deiner Frage aufällt: Du schreibst, Du selber hast viele Ängste bei dem Gedanken an diesen Umzug, und als nächstes fragst Du nach einem Rat, wie Du es Deinem Sohn am besten beibringen kannst, damit er möglichst positiv reagiert. Du willst also Deinen Sohn von etwas überzeugen, wovon Du selber gar nicht überzeugt bist.

Bevor wir zu Punkt 2 kommen, solltest Du doch vielleicht erst einmal Punkt eins für Dich klären, oder?

Was sind das für Ängste die Du hast?

Willst Du überhaupt mit Deinem Freund (jetzt schon) zusammen ziehen? 30 Minuten sind ja gar nicht so furchtbar lang, da kann man sich auch ohne Umzug ganz gut regelmäßig sehen.

Zwei Jugendliche mit 14 und 17 sind gerade in einem schwierigen Alter, und ein paar Tage gemeinsam sind nicht vergleichbar mit einem echten Zusammenleben. Hat Dein Freund denn seine Kinder einmal gefragt, ob sie damit einverstanden wären? Wie wäre es, Du würdest nicht einfach entscheiden, sondern Deinen Sohn erst einmal fragen, ob er sich ein Zusammenziehen überhaupt vorstellen kann? Und falls seine Antwort nein lautet, warum nicht?

Wie wird das mit der Aufgabenteilung in einem künftigen gemeinsamen Haushalt, wer soll was machen? Im Moment hast Du einen 2-Personen-Haushalt, dann wäre es auf einen Schlag ein 5-Personen-Haushalt. Meist ist es ja doch die Frau, an der dann alles hängen bleibt. Stimmen eure Ansichten in Punkto Ordnung (und auch ERziehung...) überein? Wie ordentlich sind die beiden Teenager?

Ihr seid erst seit einem Jahr zusammen, aber Dein Freund hat "schon lange" den Wunsch geäußert dass ihr zusammen ziehen sollt. Da hat er es anscheinend ziemlich eilig. Das ist an sich nicht verwerflich, aber man kann sich trotzdem fragen warum er es so eilig hat - sucht er jemanden, der vor allem den "Job" der Hausfrau und Mutter für seine Kinder übernimmt, oder ist es wirklich "nur" der Wunsch mehr Zeit mit Dir zu verbringen? Normalerweise ist es für Patchworkfamilien gut, sich möglichst viel Zeit und Freiraum zu geben und nichts zu überstürzen.

Wäre überhaupt genug Platz in der Wohnung von Deinem Freund, oder müsstet ihr jemandem das Zimmer wegnehmen? Bekommt Dein Sohn einen Raum, in dem er sich wirklich wohl und zuhause fühlen kann?

Warum lebt er eigentlich alleine mit seinen Kindern? Ist die Mutter der Kinder gestorben? Falls ja - Handelt es sich bei der Wohnung um die gleiche Wohnung, in der Dein Freund früher mit seiner ersten Frau gelebt hat?
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Ria
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Beitrag von Ria »

Willkommen sare

unsere Kinder waren etwa im ähnlichen Alter (seine 11,15 und 20 und meine 5 und 7 Jahre), als ich mit meinen zu ihm gezogen bin.
Natürlich wollten meine beiden auch nicht den Kindergarten und die Schule, und vor allem nicht die Nachbarskinder verlassen. Aber ich war damals so überzeugt, dass sie es schaffen würden und diese neue Patchworkfamilie auch für sie ein Gewinn sein würde, dass ich kaum Ängste hatte.

Deshalb stimme ich BabyOne zu: wovor hast DU Angst? Was verrät dir das über dich und deine Befürchtungen und Erwartungen? Da lohnt es sich, zuerst hinzuschauen. Wenn du selber nicht wirklich davon überzeugt bist, würdest du dich bei der ersten grösseren Herausforderung - die zu 100% kommen wird! - fragen, ob dein Entscheid richtig war. Und mit dieser Unsicherheit belastest du dann auch die ganze Familie.

Und dann gibt es da noch ein paar Punkte, die einem das Zusammenziehen etwas mehr oder weniger erleichtern können:
- ins Haus des Partners ziehen bedeutet in der Anfangsphase, dort Gast zu sein. Die gemeinsamen Familienregeln neu zu definieren, funktioniert in einer Umgebung, die für alle neu ist einfacher.
- weitere Fragen findest du in der Antwort von BabyOne

Ich wünsche dir Klarheit und euch allen die Lösung, die für euch genau stimmt.
Seit 25 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
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Babell
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Beitrag von Babell »

Hallo Sare

Du musst folgendes auseinanderhalten:
- du hast deinen Freund gerne
und
-den Umzug.

Wenn du nicht zu ihm ziehst, heisst das nicht, dass du ihn nicht gerne hast!

Das sind zwei verschiedene Themen.
Bacci2
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Beitrag von Bacci2 »

Zu zwei pupertierenden Teenagern? Da schreit alles in mir NEIN. Glaube mir ich würde diesen Schritt nie mehr machen. Und dann gerade noch in ihr Zuhause, da wird es euch nur schwer gemacht. Und der Vater wird immer zu den eigenen Kindern halten. Klar bis jetzt läuft alles gut. Frag die zwei doch mal ob sie das auch wollen.
Patchwork seit 2003, 1 Sohn aus 1. Ehe, 2 gemeinsame Kids und 2 Stiefkinder die nicht bei uns wohnen
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