Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Erziehung ganz allgemein
Kassandra79
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Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Kassandra79 » 18.05.2015 20:25

Hallo ihr Lieben,

in allen Artikeln, die man zum Thema "Stiefmutter" liest, wird davor gewarnt, in eine Rolle des Mutterersatzes zu schlüpfen. Ich habe dann immer gedacht: "Meine Güte, ist doch klar". Aber nach näherem Überlegen ist mir aufgefallen, dass ich mit dieser Aussage gar nichts anfangen kann. Wo fängt denn Mutterersatz an? Ich sehe die Kinder von meinem Partner recht häufig. Alleine durch den engen Kontakt ist es unvermeidlich, eine Beziehung aufzubauen. Und ja - ich mische mich auch mal ein! Ich bin schließlich auch ein Mitglied der Familie. Der Begriff "Bonusmutter" gefällt mir auch gar nicht. Ich möchte garantiert kein Freizeitclown sein. Die Rolle der "Freundin" - keine Chance. Das hört sich enorm anbiedernd an!
Was meint ihr? Welche Rolle kann, darf, soll man annehmen? Und was beinhalten sie überhaupt? Insbesondere "Ersatzmutter"?

Gruß an alle aus Wien
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Babell
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Babell » 18.05.2015 20:38

Hallo Kassandra


Du sprichst genau das an, was mir immer noch unklar ist!
Ich frage mich nämlich seit Jahren genau das, was du hier fragst.

Ja, was ist Mutter sein eigentlich und was bedeutet es im Zusammenhang mit den Kindern des Partners?

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BabyOne
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von BabyOne » 19.05.2015 07:41

Hallo,

ich tu mich auch schwer mit dem Begriff Bonusmutter. Manche finden den Ausdruck ja toll weil er so positiv klingt, aber das was Du ansprichst ist gerade der Punkt - man soll ja eben nicht die Rolle der Mutter einnehmen, und ich bedanke mich auch herzlich dafür, Verpflichtungen zu übernehmen und andererseits doch außen vor zu bleiben.

Bei dem Sohn meines Freundes kam es manchmal vor, dass er mich quasi versehentlich "Mama" nannte. Das war eigentlich immer in Situationen, wo ich etwas getan habe, was sonst Aufgabe der Eltern gewesen wäre- zum Zahnarzt mit ihm zu gehen oder sowas. Er lächelte dann leicht verlegen, aber auch etwas verschmitzt, wenn er seinen "Patzer" bemerkte, und auch ich hatte etwas gemischte Gefühle, irgendwo zwischen Rührung und Zuneigung und peinlich berührt.

Ich denke, die Rolle der neuen Partnerin - wenn man es mal möglichst neutral so bezeichnet - ist einfach sehr komplex, die möglichen Familienkonstellationen so unterschiedlich, und dann nimmt man ja tatsächlich je nach Situation unterschiedliche Rollen ein - mal die eines erziehenden Erwachsenen, mal eher die eines erwachsenen Freundes, mal ist man Gegner, und manchmal eben auch die elterliche, sorgende Rolle. Bei welcher Rolle der Schwerpunkt liegt, wird in jeder Familie anders sein und sich auch mit dem Alter der Kinder verändern. Ich zweifle irgendwie daran, dass zu meinen Lebzeiten noch ein Begriff dafür gefunden werden wird, der all das ausdrückt und dabei wertneutral ist. Und jede Frau, die in diese Situation kommt, wird ihren Weg durch dieses Durcheinander hindurch finden müssen.

Diese Warnung sich nicht in die Rolle der Ersatzmutter zu begeben verstehe ich inzwischen aufgrund meiner eigenen Erfahrungen so, dass man einen gewissen Abstand wahren muss, um sich selbst und auch die anderen zu schützen. Wenn man den Wunsch hat über das Kind mitentscheiden zu können (weil man das Gefühl hat, es wäre falsch erzogen, vernachlässigt oder auf der falschen Schule, zum Beispiel), dann wird man schnell sehr frustriert sein, weil sich dieser Wunsch nicht umsetzen lässt, man wird Probleme in der Partnerschaft bekommen und vielleicht auch noch den Konflikt zwischen den geschiedenen Eltern mit anheizen, ohne das zu erreichen was man eigentlich bezweckt, weil man eben nichts oder nicht viel daran ändern kann, wie das Kind bei der leiblichen Mutter oder vielleicht sogar beim eigenen Partner erzogen wird etc. Insofern meine ich, nicht in die Mutterrolle schlüpfen heisst, das alles immer im Kopf zu haben und immer genau zu überlegen ob es in einer Situation um meine eigenen Grenzen geht (ich will nicht, dass das Kind sich mir gegenüber auf eine bestimmte Weise verhält) oder ob es um ein Thema geht, wo ich zwar meine Meinung sagen kann, mich aber sonst eher heraushalten sollte.
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von ninivé » 20.05.2015 17:17

Ich finde das auch schwierig. Das eine ist noch, wie man das selber definiert. Gerade so schwierig ist es glaub für die Kinder.

Ich erinnere mich an eine Situationen, die noch nicht lange zurückliegt: Einmal war ich mit den beiden Älteren wandern, am Schluss sind wir noch eingekehrt (...wie nennt man so was in Wien?!). Der Wirt kam mit uns ins Gespräch, wir unterhielten uns über unsere Wanderung und er fand uns so als (vermeintliche) Familie ganz toll. Er überhäufte die Kids geradezu mit kleinen Schokolädchen und meinte noch, sie sollten dem Mami dann aber auch etwas abgeben. Da kam postwendend von ihrer Seite: Das ist gar nicht das Mami!! Und im nächsten Moment Hilflosigkeit. Unsere kleine Gemeinschaft wurde in diesem Moment irgendwie aufgebrochen, die Unbeschwertheit war weg und wir waren alle etwas erschrocken. Wäre ich das "Gotti" oder die Tante oder sonst was gewesen, wäre das ja noch gegangen, aber so bekam die gesamte Situation plötzlich etwas Peinliches. Ging dann aber rasch wieder vorbei.

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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Ria » 21.05.2015 06:46

Ich mache die Erfahrung, dass es dann heikel ist, welche Bezeichnung ich für mich als Stiefmutter... wähle, wenn ich mir selber nicht ganz sicher bin.
Und das war immer mal wieder so.
Gleichzeitig haben wir zusammen viel gelacht, wenn andere zusammengezuckt sind, wenn meine Stieftochter korrigiert hat, ich sei nicht ihre Mutter sondern ihre Stiefmutter. Wir fühlten uns dann wie eine verschworene Gemeinschaft. Und ich war erleichtert zu sehen, wie locker sie damit umging und nahm es als Zeichen unserer gelingenden Beziehung.
Deshalb meine ich, je mehr sein darf, was ist, desto weniger Stress.

Wie ich aber diese Rolle fülle und lebe fand ich immer wieder eine grosse Herausforderung. Es erfordert Grosszügigkeit und Selbstsicherheit, immer wieder der leiblichen Mutter den Vorrang zu lassen, falls sie sich einbringen will. Und gleichzeitig im Alltag mitzutragen, wenn es mit den Stiefkindern schwierig ist.
BabyOne hat geschrieben:Ich denke, die Rolle der neuen Partnerin - wenn man es mal möglichst neutral so bezeichnet - ist einfach sehr komplex, die möglichen Familienkonstellationen so unterschiedlich, und dann nimmt man ja tatsächlich je nach Situation unterschiedliche Rollen ein - mal die eines erziehenden Erwachsenen, mal eher die eines erwachsenen Freundes, mal ist man Gegner, und manchmal eben auch die elterliche, sorgende Rolle. Bei welcher Rolle der Schwerpunkt liegt, wird in jeder Familie anders sein und sich auch mit dem Alter der Kinder verändern. Ich zweifle irgendwie daran, dass zu meinen Lebzeiten noch ein Begriff dafür gefunden werden wird, der all das ausdrückt und dabei wertneutral ist. Und jede Frau, die in diese Situation kommt, wird ihren Weg durch dieses Durcheinander hindurch finden müssen.
Dem stimme ich absolut zu. Und unbedingt auch folgendem:
BabyOne hat geschrieben:... und immer genau zu überlegen ob es in einer Situation um meine eigenen Grenzen geht (ich will nicht, dass das Kind sich mir gegenüber auf eine bestimmte Weise verhält) oder ob es um ein Thema geht, wo ich zwar meine Meinung sagen kann, mich aber sonst eher heraushalten sollte.
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von buscalavida » 21.05.2015 16:57

Hallo Zusammen

Als Stiefkind finde ich es sehr spannend eure Meinungen dazu zu lesen. Bei mir war das so, dass ich zu den Frauen meines Vaters nie eine Beziehung aufbauen konnte, das lag aber mehr an den kurzen Beziehungen meines Vaters als am Wesen oder Verhalten der Frauen.

Meine Mutter hingegen hatte nach der Scheidung irgendwann wieder einen Freund und diesen später auch geheiratet. Seit mittlerweile 23 Jahren gehen sie gemeinsam durchs Leben. Ich denke die Frage lässt sich auch auf den "Stiefvater" beziehen.
Kennengelernt habe ich ihn unter seinem Vornamen. So nenne ich ihn auch bis heute. Bezeichnet gegen Aussen habe ich ihn als Stiefvater, in Situationen oder bei Personen wo ich meine Beziehung zu ihm erläutern musste. Ansonsten stellte ich ihn einfach mit Name vor, oder sprach auch einfach von P.. Wenn mich Jemand z.B. auf dem Sportplatz, Ferien oder sonst wo nach meinen "Papi" gefragt hat, war mir klar wer gemeint ist und es war mir völlig egal wie sie ihn nun bezeichnen, manchmal fand ichs sogar cool, weil ich dadurch das Gefühl bekam, nicht das Scheidungskind, sondern ein völlig normales Kind zu sein und kommentierte dies nicht weiter.

Obwohl er nie einen Vaterersatz sein wollte sehe ich ganz klar meine Mutter und ihn als Eltern, ihn alleine jedoch nicht als Vater. Vermutlich war er im Laufe der Jahre mal alles für mich, mal Bezugsperson, mal väterlicher Freund, mal Vermittler wenn zwischen Mutter und Tochter die Fetzen flogen, mal (trotz seines Nicht-Wollens) auch Erziehungsperson. Eine wirkliche Bezeichnung kann ich auch nicht abgeben, weder was ich für ihn, noch was er für mich ist. Jedoch haben wir es geschafft eine gesunde Art von Beziehung zwischen Nähe und Distanz aufzubauen.

@ ninivé : mein Bruder (sorry, korrekterweise Stiefbruder :) ) wurde letztes Jahr Vater. Wie so üblich wurden da viele Geschichten aus seiner eigenen und somit auch meiner Kindheit ausgegraben. Dabei erfuhren wir auch von solchen Situationen wie sie du oben beschrieben hast. Bei vielen haben wir aber alle Vier Tränen gelacht ab Aussagen welche von uns Kinder gemacht wurden.

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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Kassandra79 » 27.05.2015 20:03

Hallo zusammen,

ich fand eure Beiträge ganz toll! Man merkt sofort, dass ihr euch intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt habt! :)
Natürlich ist es nicht leicht, eine Grenze zu ziehen. Aber im allgemeinen Umgang und Zusammenleben muss ich mich schon einmischen dürfen. Bei den "größeren" Sachen halte ich mich weitgehend raus. Auch wenn es manchmal schwer fällt. Ich habe halt auch einfach immer zu etwas eine Meinung. Mir ist selten etwas egal und ich kann auch nur selten die Klappe halten. ;) Aber da muss ich halt ein wenig üben... Wobei: Gerade weil ich ja auch möchte, dass es den Kindern gut geht, ist es manchmal etwas viel verlangt, sich aus den großen Themen rauszuhalten.
Allerdings denke ich, dass es langfristig nicht nur darauf ankommt, wie ich mich sehe, sondern wie die Kinder mich sehen! Mal sehen, was da die Zeit so bringt und wie eng wir noch zusammenwachsen - oder eben nicht. Bin gespannt ;)

Danke nochmals für die netten Beiträge und bis bald :)
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Delphia » 09.06.2015 10:08

Ich kann mich in Rias Erklärung genau wieder finden...

Es ist so, dass ich öffentlich in der zweiten Reihe hinter der leiblichen Mutter stehe. Aber es sind immer wieder Situationen, bei welchen ich merke, dass ich eine sehr wichtige Person im Leben meiner Stiefkinder bin. Und das macht mich glücklich. Denn ich habe auch eigene Kinder, die einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, den ihnen niemand nehmen kann ;-).
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Buchenholz » 10.06.2015 08:35

Also ich habe kein Problem mit dem Wort Stiefmutter. Jeder weiss, was gemeint ist.
Mehr Mühe habe ich damit, dass andere in der Rolle der Stiefmutter eine böse Frau sehen, so wie man sie aus Märchen kennt und die ihre Stiefkinder nicht gern hat.
Ich sah mich als Ergänzung, als Bereicherung ohne Aufgabe, das Kind zu erziehen.

Einmal musste ich der Lehrerin der Jungs anrufen, weil mein Mann damals unter Tags nicht telefonieren konnte. Um nicht das Wort Stiefmutter in den Mund zu nehmen, kam mir so ganz spontan - keine Ahnung warum - das Wort Zweitmutter in den Sinn. Ich dachte, das wäre noch originell und nicht so negativ behaftet. Man konnte die Schnappatmung auf der anderen Seite direkt hören.
"WAS SIND SIE ?? !! Z W E I T M U T T E R ??" Huch, ich wollte die arme Frau nicht erschrecken. Ich hatte das Gefühl, ich hätte soeben ein Verbrechen begangen. Fortan nannte ich mich kurz und bündig Stiefmutter.

Es ist mir egal, wie mich die anderen Sehen. Mein Mann und ich wissen, was wir sind. Wir sind stolz auf unser Patchwork und amüsieren uns immer wieder über die Verwechslungen. Inzwischen ist ja meine Tochter eine attraktive junge Frau, die weiss, dass sie den Hormonhaushalt der männlichen Spezies gerne durcheinander bringen kann. Mein Mann verheimlich nicht, dass er es geniesst, wenn er Blicke einfängt; eine Mischung aus: was findet diese junge Frau an diesem alten Knacker und Neider. Welcher midlifebecriste Mann hätte nicht auch gerne so ein junges Häsli an seiner Seite.
Wenn Tochter mit ihrem Vater essen geht, dann passiert ihnen das gleiche.

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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Kassandra79 » 12.06.2015 06:54

Also ist es immer irgendwie: Egal wie man sich engagiert und bindet, man ist immer "die Zweite" bzw. "die Ersatzfrau". Ich finde ehrlich gesagt die Rolle sehr undankbar und unbefriedigend!
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Buchenholz » 12.06.2015 09:32

Kassandra79 hat geschrieben:Also ist es immer irgendwie: Egal wie man sich engagiert und bindet, man ist immer "die Zweite" bzw. "die Ersatzfrau". Ich finde ehrlich gesagt die Rolle sehr undankbar und unbefriedigend!
Klar ist es das ab und zu. Aber es hat mich wenig gestört. Man kann auch eigene Kinder haben, die einem auf irgendeine Weise herausfordern. Und dieses Problem kannst du nicht lösen, indem du dich vom Partner trennst.
Ich nervte mich viel mehr an unserem Rechtssystem. Dass der eine Beistand faul war und die Mutter zu lange in Schutz nahm. Und als er das Problem erkannte, den Job wechselte.
Der 2. Beistand erkannte das Problem, bestand auf eine Obhutsumteilung und wurde dann vom Gericht abgesetzt.

Als ich mich in diesen Mann verliebte und mit ihm diese Beziehung einging, da fand ich es irgendwie noch cool. Ich habe Kinder um mich, kann an ihrem Leben teilhaben, muss aber nur beschränkt Verantwortung und Erziehung übernehmen. Das sich das dann ganz anders entwickeln würde, das war nicht geplant.

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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Ria » 12.06.2015 15:12

Kassandra79 hat geschrieben:Also ist es immer irgendwie: Egal wie man sich engagiert und bindet, man ist immer "die Zweite" bzw. "die Ersatzfrau". Ich finde ehrlich gesagt die Rolle sehr undankbar und unbefriedigend!
Da muss ich jetzt doch etwas präzisieren: Wenn es um die Bezeichnung unserer Rolle in der Öffentlichkeit geht, dann sind wir irgendwie die "Zweiten". ABER man kann es auch von einer anderen Seite beleuchten:
Wir sind die, die JETZT mit dem Partner zusammen sind! Da bin ich ehrlich gesagt lieber die "Letzte" und damit "Heutige", als die "Erste" :wink:
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Kassandra79 » 14.06.2015 12:19

Ria hat geschrieben:
Kassandra79 hat geschrieben:Also ist es immer irgendwie: Egal wie man sich engagiert und bindet, man ist immer "die Zweite" bzw. "die Ersatzfrau". Ich finde ehrlich gesagt die Rolle sehr undankbar und unbefriedigend!
Da muss ich jetzt doch etwas präzisieren: Wenn es um die Bezeichnung unserer Rolle in der Öffentlichkeit geht, dann sind wir irgendwie die "Zweiten". ABER man kann es auch von einer anderen Seite beleuchten:
Wir sind die, die JETZT mit dem Partner zusammen sind! Da bin ich ehrlich gesagt lieber die "Letzte" und damit "Heutige", als die "Erste" :wink:
:lol: Ja, Ria, du hast Recht! Schönen Sonntag noch! :)
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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Dornenvogel » 14.06.2015 15:32

für mich hat sich das alles nach Jahren relativiert.... heute bin ich ganz klar die Frau meines Mannes, die Ex existiert bei uns gar nicht mehr im Vokabular.
Die Kinder meines Mannes sind erwachsen, welchen Kontakt sie zur Mutter halten, interessiert uns nicht und ist Sache der jungen Leute. Mit dem Stiefsohn habe ich ein freundschaftliches und nettes Verhältnis, ebenso zur Schwiegertochter in spe.
Stieftochter ist leider ein anderes Kapitel, wir haben uns nie gemocht und werden uns nie mögen. Das beruht auf Gegenseitigkeit und nach unzähligen Versuchen,ihr Hand zu bieten, habe ich den Status Quo akzeptiert.
Daas hat aber nichts zu tun mit dem Status als Stiefmuttter, bzw. als "Konkurrenz" zur leiblichen Muttter, sondern ganz allein damit, dass sie den Vater seit jeher als ihr alleiniges "Eigentum" betrachtet.

in früheren Jahren war das Thema "Stiefmutter" aber auch ein Thema: sei es an Schulevents, Sportveranstaltungen oder was auch immer...
Der Vater meiner Tochter glänzte seit jeher durch Abwesenheit, deshalb war mein Mann von Anfang an der "Papi" schlechthin. Auch heute noch, wo sie volljährig ist. Es war und ist meiner Tochter extrem wichtig bis heute, dass mein Mann dabei ist.
Bei den Stiefkindern war es schwieriger. Ihre leibliche Mutter hatte immer das Gefühl, sie müsste auch nach der Trennung in der Oeffentlichkeit auf "heile Familie" machen und bei irgendwelchen Veranstaltungen sass mein Mann oft in der Mitte zwischen ihr und mir... weil sie darauf bestand, neben ihm zu sitzen...
Retrospektiv kann ich nur noch lachen, damals war es oft eine blöde Situation.Vor allem auch für die Kinder.

Aber Quintessenz des Ganzen.... alles eine Frage der Zeit.

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Re: Stiefmutter: Freundin, Bonusmutter, Ersatzmutter

Beitrag von Babell » 15.06.2015 18:23

Dornenvogel hat geschrieben: Daas hat aber nichts zu tun mit dem Status als Stiefmuttter, bzw. als "Konkurrenz" zur leiblichen Muttter, sondern ganz allein damit, dass sie den Vater seit jeher als ihr alleiniges "Eigentum" betrachtet.
Hallo Dornenvogel: das ist bei uns ganz ähnlich!

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