Mal was ganz anderes...

Welche Bücher oder Artikel haben mich angeregt?
Buchenholz
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Beitrag von Buchenholz » 22.11.2012 12:20

Nun habe ich im Google Autobiographie Patchworkfamilie eingegeben. Da kommen einige Vorschläge. Oft beinhalten die Bücher aber auch vieles andere, aber schaut selber

http://www.amrum-news.de/2012/10/19/flu ... -leben-sh/

http://www.rostock-heute.de/gib-die-din ... rafie/5894

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Beitrag von BabyOne » 05.01.2013 12:36

Hallo,

ich habe inzwischen das Buch von Fay Weldon, "Tagebuch einer Stiefmutter" gelesen, weil es das einzige war, das ich bei uns in der Stadtbibliothek bekommen konnte. Für diejenigen, die es noch nicht kennen und die vielleicht interessiert sind, eine Mini-Rezension von mir:

Wie der Titel schon sagt, besteht das Buch hauptsächlich aus tagebuchähnlichen Notizen einer Frau. Eines Tages steht sie mit ihren Notizen vor der Tür ihrer Mutter und drückt ihr alles in die Hand. Die Mutter, die Psychoanalytikerin ist, liest natürlich sofort alles und kommentiert und analysiert alles was sie da liest. So weit der formale Aufbau des Buchs. Hierzu muss ich sagen, dass mir die Kommentare der Mutter teilweise ziemlich auf den Keks gingen, weil sie die Geschichte nicht wirklich voranbringen und nur immer wieder den Erzählfluss unterbrechen.

Die Hauptfigur ist Dramatikerin, reich und berühmt, als sie einen Mann aus ihrer Vergangenheit wieder trifft und sich sofort verliebt. Der Mann ist verwitwet und hat zwei Kinder. Die beiden heiraten, und schleichend verliert die Frau ihre eigene Identität in dem Bemühen, als Ehefrau und Stiefmutter alles richtig zu machen, bis es zum großen Knall kommt.

Insgesamt finde ich das Buch mittelprächtig, vieles klingt zu konstruiert, aber es gibt auch immer wieder Stellen, wo ich dachte "klingt so als ob die Autorin wüsste was es heisst in einer Patchworkfamilie zu leben".
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Beitrag von Delphia » 11.01.2013 12:17

Ich habe das Buch von Fay Weldon nun auch gelesen. Ich teile BabyOnes Meinung. Ich war recht enttäuscht und zudem ist es auch eine andere Gesellschaftsschicht.

Viele von uns mussten finanziell unten durch, um unsere Kids durchzukriegen und in der neuen Beziehung haben sich die finanziellen Probleme nicht einfach in Luft aufgelöst.

Das Einzige, was ich erkannte, war das Gefühl von der Stieftochter vertrieben zu werden. Nun ja...
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Beitrag von BabyOne » 12.01.2013 20:35

So, ich habe das nächste Buch durch:

Stieftöchter und andere Katastrophen von Carrie Adams.

Das ist ein recht dicker Schmöker. Allgemein würde ich dieses Buch in die Kategorie "unterhaltsame Gebrauchsliteratur für Frauen" einordnen, also kein Buch mit großen literarischen Ambitionen. Es liest sich aber gut und flüssig und ist auch nicht so flach und klischeehaft viel manche andere Bücher aus dieser Literatursparte.

Die Handlung: eine Frau lernt einen Mann kennen, der geschieden ist und drei Töchter hat. Die beiden wollen heiraten, doch erst einmal muss die "Neue" seine Familie kennen lernen, die Töchter von sich überzeugen und jede Menge Krisen überwinden. Noch dazu merkt die Exfrau gerade jetzt, wo ihr geschiedener Mann sich neu verliebt hat, dass sie ihn eigentlich doch wieder zurück haben will...

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Frauen erzählt, so dass man als Leser mitbekommt, auf wie vielfältige Weise man sich gegenseitig missverstehen kann. Anders als in dem vorher besprochenen Buch ist das hier kein nerviger literarischer Kunstgriff, sondern macht die Geschichte interessanter. Und anders als im Klappentext behauptet, geht es in dem Buch eigentlich nicht um den Alltag in einer Patchworkfamilie, sondern es ist eher eine Geschichte im Hollywood-Stil: ein Mann und eine Frau lieben sich und müssen erste viele Hindernisse überwinden, bis es (vielleicht, will ja nicht das Ende vorweg nehmen) zu einem Happy End kommt.

Alles in allem gut geeignet als Urlaubslektüre.
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Beitrag von BabyOne » 26.04.2013 10:50

Und wieder eines:

Joanna Trollope, Anderer Leute Kinder.

Wieder einmal eine englische Autorin - manche Kleinigkeiten irritieren einen, zum Beispiel wenn es um Weihnachtsbräuche geht oder wenn aus der Sicht der Kinder geschrieben wird und die Eltern trotzdem mit ihren Vornamen bezeichnet werden statt mit Mama oder Papa.

Davon abgesehen geht es bei diesem ziemlich dicken Buch tatsächlich mal um das Leben in einer zusammengesetzten Familie mit allen Schwierigkeiten. Ein Mann und eine Frau entdecken, dass sie füreinender bestimmt sind, verlassen ihre jeweiligen Ehepartner und heiraten. Das ist der Startpunkt der Geschichte. Nun gibt es den verlassenen Mann, der zwei Kinder mit seienr verstorbenen ersten Ehefrau und eines mit seiner Exfrau hat und eine neue Frau kennen lernt; nebenher wird auch noch ein wenig die Geschichte seiner bereits erwachsenen Kinder erzählt, die mit seiner zweiten Frau als Stiefmutter aufgewachsen sind. Dann gibt es die verlassene Exfrau, die die drei gemeinsamen Kinder bei sich behalten hat und einerseits dauernd versucht den Kindern zu beweisen was für einen schlechten Vater sie haben, und andererseits den Exmann versucht zu bestrafen dafür dass er sie verließ. Dann gibt es das neue Paar, mal allein, mal zusammen mit dem Sohn der Frau und manchmal auch den drei Kindern des Mannes, die alles tun um die neue Frau auf Distanz zu halten. Und nicht zu vergessen die liebe Verwandtschaft.

Die Autorin hat sich anscheinend bemüht, so viele Varianten und Problembereiche aus dem Leben von Patchworkfamilien wie nur möglich in eine Geschichte zu quetschen. Erstaunlicherweise ist ihr das sogar ganz gut gelungen. Das Buch ist keine große Literatur und die Autorin kein Erzählgenie, aber die Schilderungen aus dem Innenleben der Familien sind schon sehr realistisch und es liest sich flüssig. Das Buch könnte eventuell manche angehende Stiefmutter deutlich ernüchtern, wenn sie es denn lesen würde...
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