gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Austausch zu psychologischen Theorien
PatchStift
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von PatchStift » 10.11.2014 08:22

@Tabida, das ist wohl in jeder Beziehung so individuell, wie die Menschen die sie führen... .
Und mache Probleme und schwierrige Entscheidungen sind auch nur so gross, wie man sie sich jeweils selbst machen will.

azza
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von azza » 11.11.2014 15:39

Babell hat geschrieben:
azza hat geschrieben:Wie liebe ich, was ist für mich liebe, kann auch ich sagen, meine Kinder liebe ich bedingungs- und vorbehaltlos? Ich bin immer noch am grübeln!
Das musst du ja nicht tun. Man muss ja nicht das super finden, was andere tun, nur weil sie im Fernsehen kommen. 8)
Liebe Babell
Ich habe mir kein Urteil über diese Aussage gebildet, sie hat mich aber tatsächlich zum Nachdenken gebracht, auch weil mir Dein Thema, gibt es verschiedene Arten von Liebe, in den Sinn gekommen ist.
Die bedingungslose Liebe zum eigenen Kind, kann die alles verzeihen? Schränkt sie nicht eventuell meine Sicht auf die Realität ein?
Die Liebe in einer Beziehung, die, um bei Riniker zu bleiben, als besitzergreifend und erdrückend empfunden wird? Liebe und Eifersucht, Liebe und Hass, alles hängt irgendwie zusammen.
Erste Patchs 1997 zusammengenäht, zwei gemeinsame Kinder, zwei erwachsene Stiefkinder

Babell
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von Babell » 11.11.2014 21:36

Hallo Azza

Ich habe deinen Satz falsch verstanden. (dachte, du machtest dir nun Vorwürfe, dass es bei euch anders läuft :wink: ) Danke für die Berichtigung.

Ich muss ehrlich sein: ich kann nicht sagen, dass ich überhaupt jemanden bedingungslos liebe. :oops: (Und beim Partner finde ich, dass man schon gewisse Bedingungen haben sollte, die man an ihn oder an die Beziehung stellt. Ausser man lebt eben eine offene Beziehung, aber das wollen ja die meisten nicht, also ist mindestens die Treue eine an den Partner gestellte Bedingung.)

Vielleicht ist mein Kind noch zu klein, für dass ich das mit der bedingungslosen Liebe schon erleben könnte. Wenn ich dann aber Leute sehe, die ihre Kinder so bedingungslos lieben, und in dem Rahmen auch alles durchgehen lassen, habe ich Mühe mit dem Gedanken, mein Kind bedingungslos lieben zu wollen. Natürlich finde ich es auch schön. Ich kenne auch eine, die ihrem Kind alles durchgehen lässt und mich stösst dieses Kind innerlich ab, aber diese Liebe, diese Art das Kind auf den Podest zu heben und alles für es zu tun, finde ich vom Ansatz her auch schön, nur: wo bleibt dann noch Raum und Zeit für alles andere? Man gibt quasi sein Leben für diese schöne süsse Liebe, die bestimmt wunderschöne Gefühle hervorrufen kann. Wenn ich sie beobachte, wie sie glücklich ist mit ihrem Sohn, dann weiss ich, dass ich da bei mir etwas verpasst habe. (Als Beispiel: Sie lacht entzückt, wenn er *pips* sagt. Wenn meiner *pips* sagt, dann löst das bei mir keine Gefühle aus..) Andererseits hat sie sich eine sehr anstrengende Arbeit damit auferlegt, und ich bezweifle, ob sie sie alleine meistern kann. (ich könnte es nicht)
p.s. und ich finde, dass die Rechnung ohne das Kind gemacht wird. Das Kind wird somit nicht ernst genommen, ist mein Eindruck bei diesen Erziehungsstilen. Aber das ist nur mein Eindruck.

Bei Vätern kann ich mir eher vorstellen, dass sie ihre Kinder bedingungslos lieben können, denn sie haben ja auch kaum mit dem Kind zu tun. Sie kommen heim, das Kind ist gewickelt, gefüttert, emotional auch wieder besänftigt, Mama dafür fertig und hätte gerne etwas Zuwendung von ihrem Mann, aber der will dann bedingungslos sein Kind lieben und nervt sich, dass die Frau sich so "kindisch" verhält und von ihm etwas "will". Also empfindet er die Frau als fordernd und die Beziehung zur Frau einengend und bedrückend. Die Beziehung zum Kind aber empfindet er bedingungslos und schön. Schiesslich werden diese Kinder auch später nie etwas von ihm fordern, denn sie wissen ja, wie das Spiel läuft.. 8)

Mir ist bewusst: Es gibt auch die anderen Väter! Denen will ich hier nicht unrecht tun! Aber ob die auch von bedingungsloser Liebe reden? Können Menschen von bedingungsloser Liebe reden, wenn sie ein Kind erziehen müssen/wollen/können und nicht bloss ein (ich sags jetzt etwas böse) *Fertigprodukt* hingestellt bekommen, von dem sie angehimmelt werden? Würde ich mein Kind so wenig sehen wie es geschiedene Väter tun, dann würde ich es vielleicht auch total bedingungslos lieben. Aber so: jeden Tag aufs Neue, Auseinandersetzungen wegem Essen, wegem Anziehen, wegem Schlafen gehen, wegem Hand geben auf der Strasse... Nein, so habe ich ab und zu einfach Gefühle des Genervt-seins gegenüber meinem Kind. Natürlich würden diese Väter ihre Kinder häufiger sehen wollen und es tut mir ja auch für die Väter leid, die ihre Kinder so wenig sehen können, sie haben mein aufrichtiges Beileid. Dafür aber sollten sie bei sich etwas genauer hinsehen und verstehen, dass Leute, die jeden Tag um ihre Kinder sind, die Nerven nicht immer für ihr Kind haben und sollten ein wenig nachsichtiger sein, wenn eine Mutter auf der Strasse ihr Kind anschreit, weil es einfach bocksteif auf dem Boden mitten im Verkehr mit Autos Velos Bussen liegen bleibt... Hätten sie ihre Kinder immer um sich, mal schauen, wie schnell ihre Nerven durch wären!

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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von val » 11.11.2014 23:36

Bedingungslose Liebe bedeutet für mich nicht, dass man alles durchgehen lässt und auch nicht, dass alles, was der bedingungslos geliebte Mensch macht, grenzenloses Entzücken auslöst. Absolut nicht!

Bedingungslose Liebe bedeutet für mich, dass nichts, aber auch wirklich nichts mich dazu bringen könnte, mich von diesem Menschen abzuwenden. Auch wenn sein Tun noch so schlimm wäre und sich mir das Herz im Leib umdreht, ich würde zu ihm stehen. In diesem Sinne glaube ich, dass ich meine Kinder bedingungslos liebe.
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von tabida » 12.11.2014 07:21

@Babell: was Du beschreibst, hat meiner Meinung nach nichts mit "bedingungsloser Liebe" zu tun. Und wenn Du schreibst, dass Du genervt bist, dann hat das doch auch nichts damit zu tun, dass Du Dein Kind nicht liebst? - oder?

Mich hat meine Mutter einmal erstaunt, als sie zu mir meinte: Christliche Nächstenliebe heisst für sie zu einem Menschen zu stehen, nicht unbedingt zu seinen Taten. Ich habe die Beziehung zu meinen Eltern auch so erfahren. Es hat bei uns oft ganz gewaltig im Gebälck geknackt. Sie haben uns keines wegs verhehlt, wenn sie es grundfalsch fanden, was wir gemacht haben - und wir Kinder haben ihnen einiges zugemutet! Aber zu uns als Mensch, haben sie immer gestanden.

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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von PatchStift » 12.11.2014 11:11

val hat geschrieben:Bedingungslose Liebe bedeutet für mich nicht, dass man alles durchgehen lässt und auch nicht, dass alles, was der bedingungslos geliebte Mensch macht, grenzenloses Entzücken auslöst. Absolut nicht!

Bedingungslose Liebe bedeutet für mich, dass nichts, aber auch wirklich nichts mich dazu bringen könnte, mich von diesem Menschen abzuwenden. Auch wenn sein Tun noch so schlimm wäre und sich mir das Herz im Leib umdreht, ich würde zu ihm stehen. In diesem Sinne glaube ich, dass ich meine Kinder bedingungslos liebe.
Das sehe ich genauso! Bedingunslose Liebe bedeutet für mich auch, das Richtige zu tun, auch wenn's einem fast das Herz bricht, oder Wiederstand zu erwaten ist, einfach weil man als Eltern weiss, dass es ev. hart, aber erzieherisch absolut richtig ist.

Und auch Teilzeitväter, sind ab und an genervt! Aber sie halten es ev. besser aus, weil sie dem nicht tagtäglich ausgesetzt sind. Meine es aushalten zu müssen? Das ist der Punkt wo ich meinen Partner, dann def.nicht mehr verstehe. Er muss das nicht aushalten, meint er aber offenbar...

Was Du ansprichst kann ich also gut nachvollziehen Babell, was diese Väter gerne vergessen, wir sind nicht genauso nervenstark und lieben ihr Kind halt auch nicht so bedingungslos und empfinden das nicht reagieren, auf das nervige Kind, halt schnell mal als Zumutung. (Mir gehts aber nicht nurmit dem Vater so, ich kenne auch Mütter die nicht reagieren und sich auf der Nase rum tanzen, oder später gar beschimpfen lassen und dabei noch grinsen. Versteh ich def. nicht.) Weil wir quasi gezwungen sind entweder unsere Nerven zu strapazieren oder uns beim Kind und womöglich auch beim Vater unbelibet zu machen, wenn wir selber intervenieren.

Ein Kruks beim Patchwork, dass ich versuche zu lösen, in dem ich mich der Situation einfach entziehe. Lass den Vater einfach allein mit seinem nervigen Kind. Weil alles andere, bringt einfach nichts ausser miese Stimmung bei allen und den Ruf der bösen Stiefmutter dazu. Brauch ich alles def. nicht mehr! :aua:

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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von PatchStift » 12.11.2014 11:34

Mich hat meine Mutter einmal erstaunt, als sie zu mir meinte: Christliche Nächstenliebe heisst für sie zu einem Menschen zu stehen, nicht unbedingt zu seinen Taten.
Gilt doch auch für Freundschaften. Man muss nicht alles richtig finden was der andere tut, ein guter Freund, rüttelt einen auch mal wach und liest einem die Lefiten. Genau das, macht für mich, echte Freunde aus! Bedingunslose Ehrlichkeit! Darf ich die in der Liebe und von Freunden nicht erwarten, von wem denn sonst?! Allerdings musste ich schon bitter festellen, dass das nicht jede so sieht und meine ehrliche Meinung nicht erwüscht ist. Sondern ich nur als Freund betrachtet werde, wenn ich dieser Person nach dem Mund rede und den Schein der "Harmonie" um jeden Presi bewahre...
Auf sollche Freunde, kann ich persönlich gut verzichten. Muss ja davon ausgehen, dass sie mir umgekehrt auch nicht reinen Wein einschenken würden und am Ende nur Selbstsucht, Neid, Eifersucht und Missgunst, das wahre Gesicht hinter der "freundlichen" Fassade ist.

Ps: Jetzt wisst ihr endlich wo mein grundsätzliches Problem, mit vielen FRAUEN liegt. ;-) Ob sie auch noch Mütter und/oder Ex.-Frauen sind, hat damit im Prinzip rein gar nichts zu tun.... :oops: Das ich, natürlich genau mit so einer Ex. konfrontiert bin, muss mir wohl auch was sagen.... Ich hab nur nich nicht raus gefunden, was genau... :)

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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von Babell » 17.11.2014 14:06

val hat geschrieben:Bedingungslose Liebe bedeutet für mich nicht, dass man alles durchgehen lässt und auch nicht, dass alles, was der bedingungslos geliebte Mensch macht, grenzenloses Entzücken auslöst. Absolut nicht!

Bedingungslose Liebe bedeutet für mich, dass nichts, aber auch wirklich nichts mich dazu bringen könnte, mich von diesem Menschen abzuwenden. Auch wenn sein Tun noch so schlimm wäre und sich mir das Herz im Leib umdreht, ich würde zu ihm stehen. In diesem Sinne glaube ich, dass ich meine Kinder bedingungslos liebe.
Hallo Val

Für mich bedeutet bedingungslose Liebe eigentlich auch nicht, alles durchgehen zu lassen. Aber genau diese Begründungen bringen die Leute dann. Es sei eben Liebe. Oder machen einen unterschwellig den Vorwurf, man würde sein Kind nicht lieben, weil man es nicht einfach machen lässt.

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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von Babell » 17.11.2014 14:11

PatchStift hat geschrieben: Was Du ansprichst kann ich also gut nachvollziehen Babell, was diese Väter gerne vergessen, wir sind nicht genauso nervenstark und lieben ihr Kind halt auch nicht so bedingungslos und empfinden das nicht reagieren, auf das nervige Kind, halt schnell mal als Zumutung. (Mir gehts aber nicht nurmit dem Vater so, ich kenne auch Mütter die nicht reagieren und sich auf der Nase rum tanzen, oder später gar beschimpfen lassen und dabei noch grinsen. Versteh ich def. nicht.) Weil wir quasi gezwungen sind entweder unsere Nerven zu strapazieren oder uns beim Kind und womöglich auch beim Vater unbelibet zu machen, wenn wir selber intervenieren.

Ein Kruks beim Patchwork, dass ich versuche zu lösen, in dem ich mich der Situation einfach entziehe. Lass den Vater einfach allein mit seinem nervigen Kind. Weil alles andere, bringt einfach nichts ausser miese Stimmung bei allen und den Ruf der bösen Stiefmutter dazu. Brauch ich alles def. nicht mehr! :aua:
Ja, das stimmt, lass die beiden alleine. Er merkt dann schon, dass es ihn selber nervt. Bei mir war s jedenfalls so. Das ist nun schon Jahre her.

Wegem dem anderen: ja ich kenne auch Mütter, die nicht reagieren, es sind also nicht nur die Väter;-)


Ist denn bedingungslos lieben eine Sache die den Eltern in die Wiege gelegt wird? Ich würde sagen ja. Dann sollte eigentlich auch verständlich sein, dass unserer Ressourcen mal erschöpft sind.

val
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von val » 18.11.2014 22:26

Hallo Val

Für mich bedeutet bedingungslose Liebe eigentlich auch nicht, alles durchgehen zu lassen. Aber genau diese Begründungen bringen die Leute dann. Es sei eben Liebe. Oder machen einen unterschwellig den Vorwurf, man würde sein Kind nicht lieben, weil man es nicht einfach machen lässt.
Ja, das bekomme ich auch zu hören. Gerade bei meiner Tochter. Da wird mir vorgeworfen, ich sei zu hart mit ihr, wenn ich finde, als 14jährige muss man nicht mehr mit dem Puppenwagen spazieren gehen. Das sei doch herzig, sie sei noch so verspielt. Ich soll sie doch machen lassen.
Die schrägen Blicke und böse Bemerkungen, die sie abbekommt und gegen die sie sich nicht wehren kann, sind die auch herzig?

Oder ein unordentlicher und unzuverlässiger Jugendlicher, dem man das zu Hause immer durchgehen liess: Wie findet er sich in der Lehre zurecht? Wenn Pünktlichkeit und sauber geführte Leistungsdok plötzlich ein Muss sind? Der sagt einem dann danke, dass man ihm das nicht beigebracht hat.

Ich weiss nicht, was da psychologisch dahinter steckt, aber Liebe ist das für mich ganz bestimmt nicht.
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von Dornenvogel » 19.11.2014 08:24

Liebe heisst für mich auch nicht, alles durchgehen zu lassen oder einem Kind alles zu kaufen und zu ermöglichen.
Liebe heisst für mich, dem Kind Leitplanken zu setzen, um es "lebenstauglich" zu machen. Liebe heisst für mich auch, einem Wunsch oder Forderung nicht nachzukommen, um dem Kind auch das Aushalten von Frust und Enttäuschung beizubringen.

Liebe ohne Grenzen setzen heisst für mich, dass sich Eltern ihrer Verantwortung als Erziehende entweder nicht bewusst sind, oder dass sie sich schlicht der Veratnwortung entziehen. Denn ein frustriertes wütendes Kind auszuhalten, wenn es etwas nicht bekommt, ist halt ganz schön anstrengend... da machen es sich viele Eltern sehr einfach.

In Scheidungsfamilien kommt meiner Meinung nach teilweise noch eine andere Problematik hinzu: ich verwöhne mein Kind, um dem andern Elternteil, der das vielleicht nicht kann/will eines auszuwischen oder ich verwöhne mein Kind, weil ich es nur jedes 2 . Wochenenden sehen darf und dann keine "Erziehungsarbeit" leisten will oder ich verwöhne mein Kind, weil ich Angst habe, dass es nicht mehr zu mir kommen will.

Die Rechnung mag ja eine Zeitlang durchaus aufgehen, aber den Kindern tut man im Hinblick auf ihr Leben damit keinen Gefallen.

Bedingungslose Liebe heisst für mich, jemandem zu lieben ohne Bedingungen zu stellen... so à la Bonnie and Clyde.
So gesehen liebe ich mein Kind nicht bedingungslos.... :oops: :oops:

Möchte hier absolut keinen Disput herausfordern; "bedingungslos" ist für mich einfach eine Frage der Wortdefiniton.

Babell
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Re: gibt es verschiedene Arten von Liebe?

Beitrag von Babell » 25.11.2014 13:51

Dornenvogel hat geschrieben: Denn ein frustriertes wütendes Kind auszuhalten, wenn es etwas nicht bekommt, ist halt ganz schön anstrengend... da machen es sich viele Eltern sehr einfach.

In Scheidungsfamilien kommt meiner Meinung nach teilweise noch eine andere Problematik hinzu: ich verwöhne mein Kind, um dem andern Elternteil, der das vielleicht nicht kann/will eines auszuwischen oder ich verwöhne mein Kind, weil ich es nur jedes 2 . Wochenenden sehen darf und dann keine "Erziehungsarbeit" leisten will oder ich verwöhne mein Kind, weil ich Angst habe, dass es nicht mehr zu mir kommen will.
(Und aus schlechtem Gewissen!)

Dann müssen sie nur noch eine Partnerin haben, die findet, die armen Kinder würden zu fest verwöhnt und er sei ja so inkonsequent und müsse die Kinder unbedingt anders erziehen.. (wie ich zb ) ..und dann ist er in der Zwickmühle zwischen seiner hilflosen Situation und dem Versuch, es der Partnerin recht zu machen. Denn irgendwo tief drinnen weiss er ja, dass sie eigentlich recht hat, aber er kann nicht anders. Er ist in dieser Situation hilflos gefangen, vorallem wenn die Kinder längst erlickt haben, mit dem schlechten Gewissen des Vaters zu spielen. Im nächsten Schritt versteht ihn die Partnerin und lässt ihn und Kinder gewähren. Aber innerlich ändert sich etwas, in der Einstellung gegenüber dem Partner als Vater und somit auch ein bisschen als Mann. Trotzdem bleibt die Frau beim Partner, denn er kann ja "nichts dafür". Sie beutet ihr eigenes Herz aus und macht aus der Situation das Beste. Schliesslich hat sie ja auch ihre Erwartungen an sich als Stiefmutter und die lautet vielleicht: liebe die Kinder des Partners bedingungslos (?). Nun kommt der Punkt, an dem sie nicht mehr kann und Hilfe sucht. Ob bei Freundinnen- oder ich fand sie bei einer Therapeutin. Für mich hatte die Therapeutin Folgendes bereit: zu viel Verständnis hilft niemandem. Ich musste lernen, was für mich stimmt. Wo sind meine Grenzen und was brauche ich.



Ich glaube, bedingungslos lieben kann nur jemand, der sich selbst bedingungslos lieben kann. Aber dann macht man wahrscheinlich keinen Unterschied mehr ob man den Partner oder die Kinder mehr liebt. Dann liebt man wahrscheinlich alle Menschen auf der Welt.

Ich habe gelesen, dass die Fähigkeit zu lieben, die Menschen glücklicher mache und sie länger leben. (nicht gemeint: einen partner zu lieben, sondern grundsätzlich zu lieben)


Mir imponieren immer wieder Geschichten von Menschen, die verzeihen, was andere zu tiefst beurteilen. Einmal hörte ich am Radio aus den Akten der Innerschweiz, wie der Moderator aus einer Gerichtsakte zitierte, wo ein junges Mädchen brutal von einem Mann umgebracht wurde. Die Mutter stand nach dem Urteil vor dem Verurteilten und sagte zu ihm, dass sie ihm verzeihe und wünsche, dass Gott mit ihm sei. Man stelle sich das vor. Sie hat gerade ihre Tochter auf höchst unwürdige Art verloren und sie verzeiht ihm und gibt ihm sogar den Segen.

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