Familienstellen nach Bert Hellinger

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Delphia
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Familienstellen nach Bert Hellinger

Beitrag von Delphia » 15.10.2008 15:24

Hallo zusammen

Ich durfte einen Abend bei einer Psychologin über das Thema Familienstellen nach Bert Hellinger schnuppern.

Bevor ich erzähle, wie es war, hätte ich gerne Eure Meinung eingeholt. Was fällt Euch ein zu der Person "Bert Hellinger".

Vielen Dank an die Fachfrauen unter uns... ;-)

Beste Grüsse
Delphia
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Stups
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Beitrag von Stups » 16.10.2008 08:54

Hallo Delphia

Gehöre ja nicht gerade unter die "Fachfrauen" unter euch, da ich mehr mitlese als schreibe :D , aber da mir Familienstellen sehr geholfen hat gebe ich gerne meine Meinung dazu ab.
Meine erstes Familienstellen liegt 10 Jahre zurück, seither habe ich immer wieder mal ein Wochenende besucht.
Über das Familienstellen selbst könnte man Bücher füllen....Was man nie aus den Augen verlieren darf: Man darf sein Leben nicht davon abhängig machen (kenne da ein paar welche ohne Familienstellen schon fast nichts mehr selbst entscheiden).
Bert Hellinger mit seinen Ansichten an sich, ist mir zu extrem. Habe einige Bücher über ihn gelesen und würde bei ihm wohl keine Aufstellung machen.
Es gibt da einige Lektüre welche einem einen guten Einblick in das Familienstellen gibt, vielleicht kennst Du sie bereits. Erwähne hier nur mal zwei, welche ich wirklich gut finde:
Ulsamer, Bertold: Ohne Wurzeln keine Flügel
Schäfer, Thomas: Was die Seele krank macht und was sie heilt

Uns als Paar hat es bei einem Seminar einen Spiegel hingehalten. Wir stellten die Ex Frau meines Verlobten und ihren Partner auf, die 2 Mädchen und uns. Die Stellvertreter zeigten uns am Ende der Aufstellung klar unsere Situation. Die Grosse hin und her gerissen zwischen Mama und Papa. Die Kleine welche sich hinter mir versteckt, damit sie von allem nichts mitkriegt und der Partner der Ex Frau der mit allem nichts zu tun haben will. Es war faszinierend wie Menschen, welche unsere Situation ja nicht kennen, diese genau wiederspiegeln...

Sorry, jetzt werde ich doch noch zu lang...
Bin gespannt, wie Du es empfunden hast.
Liebe Grüsse
Stups
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Bernina

Beitrag von Bernina » 16.10.2008 09:29

Hallo Delphia

In meiner Psycho-Selbsthilfegruppe hat uns der Psychiater mal Bert Hellinger vorgestellt. Aber das ist so lange her, ich weiss nichts mehr darüber.

Vor genau 5 Jahren habe ich selber mal eine Familienaufstellung gemacht. Ich wollte meine schwierige Mutterbeziehung klären. Da aber mein Ex-Mann gerade neu mit seiner Partnerin zusammengezogen ist und es einiges in mir durchgeschüttelt hat und zudem das Verhältnis zu meiner Tochter schwieriger wurde, hat die Psychologin dann dieses Thema als wichtiger empfunden.

Spannend für mich waren vor allem auch die anderen Geschichten. Ich konnte aus jeder irgendwas für mich herausnehmen. Vor allem auch die Rollen, die ich spielen musste.
Mutterkonflikt ist bei vielen ein Thema und so konnte ich indirekt von anderen profitieren. Beeindrukckt hat mich, wie ungeklärte Probleme an die nächste Generation weitergegeben werden. Und irgendwer muss das mal lösen, sonst werden unsre Enkel noch daran die Zähne ausbeissen.
Mir ist damals klar geworden, dass ich die Karriere machen muss, die meine Mutter nicht machen durfte. Ob ich das will und ob mir das entspricht, war ihr egal. Aus diesem Grund behandelte sie mich wir ihren Besitz.

Wie Stups es schreibt, Familienaufstellung macht süchtig. Es wird geraten, eine Pause von mind. 6 Monaten einzuhalten.

Ich würde sofort wieder so etwas machen.

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Anita
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Beitrag von Anita » 18.10.2008 19:02

hallo delphia

ich bin etwas überrascht, dass du konkret nach der person bert hellinger fragst und nicht nach der meinung zu seiner arbeit....

ich persönlich glaube, dass bert hellinger grenzen überschritten hat. das grosse interesse an seiner person und seiner ursprünglich durchaus tollen idee, hat ihn irgendwie abheben lassen. seine massenaufstellungen haben IHM wohl gut getan :roll:

es gibt einen sehr bekannten, öffentlichen brief von Dr. Arist von Schlippe an bert hellinger, der schon nachdenklich werden lässt.

http://www.systemis.ch/fileadmin/img/co ... linger.pdf

zu lesen auf der website der SYSTEMIS der Schweizerischen Gesellschaft für systemische Therapie und Beratung

lg
anita
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http://www.elterncoach.ch

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Beitrag von Delphia » 19.10.2008 16:55

Hallo Anita

Genau diesen Brief wollte ich wieder lesen... Vielen Dank!

Es hat mich darin bestärkt, dass die Ideen Hallingers mit einer gewissen Vorsicht zu hinterfragen sind.

Schönen Sonntag noch
Delphia
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Beitrag von Anita » 19.10.2008 17:59

bitte :)

ich rate dir bei interesse an dieser form der familienarbeit, eher zu der haltung von virgina satir.

http://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Satir

schöne abig und lg
anita
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