Orientierungslosigkeit

Meine persönliche Entwicklung, Erfahrung
tarzan
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Orientierungslosigkeit

Beitrag von tarzan » 15.01.2012 14:19

Meine Lieben

Wie die eine oder andere hier weiss, bin ich seit 2 Monaten getrennt. Seit 3 Wochen lebe ich nun in meinen kleinen 4 Wänden. Ich wohne jetzt in einer ganz anderen Gegend wie vorher. Die Wohnung gefällt mir, auch wenn sie recht klein ist.

Da viele von Euch auch schon eine Trennung einer längeren Beziehung/Ehe miterlebt hat, will ich euch fragen, ob ihr das auch kennt:

Ich bin wie orientierungslos. Ich weiss ich muss mein Leben neu organisieren. Vorher lebte ich im Haus mit Haustieren, sprich, ich hatte immer was zu tun, es wurde mir nie langweilig.
Jetzt ohne Tiere und Haus, weiss ich manchmal gar nicht so recht was mit mir anfangen. Allein in Ausgang gehen, schaff ich noch nicht recht. Freunde habe ich, aber auch die haben nicht immer Zeit.

Ich bin mir bewusst, dass ich selbst aktiv werden muss, Hobby, neue Kontakte knüpfen. Braucht wohl einfach auch Zeit.

Wie sind eure Erfahrungen damit ?

Buchenholz
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Beitrag von Buchenholz » 15.01.2012 16:26

Hallo Tarzan

Nach der Trennung von meinem Ex-Mann hatte ich ganz ähnliche Gefühle. Mir fehlte Abends ein Partner zum Reden oder am WE für Unternehmungen. Auch wenn ich immer der Ansicht war, wir lebten eine langweilige Partnerschaft und haben selten etwas gemeinsam unternommen, so wurde mir dann bewusst, dass dem wohl nicht ganz so war.

Es war auch einfacher irgendwohin zu gehen. Ins Kino, zu Freunden, Verwandten, einfach so zu einem Essen, weil man immer jemanden dabei hat. Nachher musste ich mich immer alleine aufraffen. Und das Kind ersetzt einfach keinen erwachsenen Partner.

Auch die Beziehungen zu Freunden mussten neu geprägt werden. Für die Freunde kam man ja immer als Paar oder als Teil eines Paares. Und plötzlich kam man alleine. Man hatte dann zwar die ungeteilte Aufmerksamkeit. Die kann aber auch anstrengend sein. Und einige Freunde fielen dann auch weg. Entweder weil sie Freunde des Mannes waren oder weil sie Mühe mit unserer Trennung hatten und nicht wussten, wie mit uns zumzugehen.

Ich habe dann mit mir eine Beschäftigungstherapie gemacht und habe einen Hobby-Kurs belegt. ;-) Und dann wollte ich schon immer in einen Verein. Ich habe dann einen gemischten Chor gefunden. Es sollte unbedingt Männer dabei haben. Nicht dass ich da einen neuen Partner finden möchte. Aber so komme ich auf sichere Art unter die Leute. Anfangs war es öde und es ergaben sich einfach keine neuen Freundschaften. Aber nach mittlerweile 6 Jahren hat sich durch den Chor und grössere Chorveranstaltungen mein Umfeld vergrössert.

Dann bin ich noch in der Kirche aktiv und lerne dadurch auch viele Leute kennen. Dann hätte mich fast einer für die Lokalpolitik begeistert. Das war mir dann aber eine Nummer zu gross. Auf jedenfall habe ich heute mein neues Beziehungsnetz und Langeweile ist ein Fremdwort.

Es braucht etwas Mut, sich neu einer Gruppe anzugliedern. Aber gerade in Chören ist man froh um Nachwuchs. Bei uns wird man jedenfalls mit offenen Armen empfangen und nach 2, 3 Mal gehört man dazu.

tarzan
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Beitrag von tarzan » 15.01.2012 20:38

Danke Buchenholz für deine ausführliche Antwort.

Mein Bekanntenkreis ist gut, ich habe zum Glück ihn stets gepflegt im Rahmen meiner Möglichkeiten. Wobei sich meine Verabredungen praktisch alle nicht am Wochenende sind, da viele in meinem Alter Familie haben und dann keine Zeit haben.

Bei mir kommt erschwerend dazu, dass ich im Moment keine Arbeit habe, sonst wär wohl alles weniger schlimm. Schlimm ist es auch nicht, nur habe ich im Moment soviel Energie, dass ich nicht recht weiss was anzufangen.
Ich bin nun dran, wieder mehr Sport zu machen, das ist gut fürs Gemüt und
ich mag Sport.

Bei mir sind es zwei Extreme, bis noch vor 1 Jahr hab ich mich dumm und dämmlich gearbeitet und wusste nicht woher die Zeit nehmen und nun das pure Gegenteil. Dort liegt wohl der Hund begraben.

Und das überfordert mich wohl im Moment etwas...

zimet
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liebe tarzan

Beitrag von zimet » 16.01.2012 09:42

also wenn und falls du die möglichkeit hast, dann mach dich auf die socken und gehe auf reisen!

manchmal hilft schon ein paar tage eine ganz andere umgebung, um auf andere gedanken zu kommen und vielleicht sogar einen "neustart" zu finden.

falls du also nicht stempelst und somit enorm eingeschränkt bist in deiner freiheit (alle 3 monate eine woche ferien erlaubt nicht viel) dann nutze doch die chance :lol: also das würd ich auf jeden fall machen.

ansonsten kann ich dir gut nachfühlen, ich denke es gibt nur wenige, die nach einer trennung so dir nichts mir nichts einfach weitermachen wie bis anhin.

freie wochenenden: warum nicht mal für freunde kinder hüten 8) da hast du ein erlebnisreiches wochenende, die kids freude und deine freunde erst recht! und wer weiss, vielleicht ergibt sich dann ja irgendwann mal ein frauenwochenende nur für euch!

was für sport treibst du denn -es gibt ja unterdessen für jeden sport den passenden verein....na gut bei pilates hats dann nicht so viele männer :lol: :lol: :lol:
unsere patchworkdecke verfilzt immer mehr und wir geniessen es sehr, auch wenn die Grosse nun eigene Wege geht...Mutterherz lass los ;-)

Zanilla
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Beitrag von Zanilla » 16.01.2012 10:54

Ich würde die Trennung auch als Chance begreifen. Es gab sicher Aktivitäten, die du deiner Ehe zuliebe eingeschränkt hast. Die würde ich wieder aufnehmen. Und ich würde in deiner neuen Umgebung die Zeitung/das Internet studieren; viele Vereine sind froh um jedes neue Mitglied. Peinlich oder unangenehm ist es doch nur beim ersten Mal :) Manchmal suchen auch Neuzugezogene Kontakt zu anderen Personen, auch das kann interessant sein.

Ansonsten find ich zimets Vorschlag gut: geh auf Reisen! Irgendwann hast du wieder eine Arbeit und dann reut es dich, nicht mehr aus der Freizeit gemacht zu haben.

Auch zuhause und allein kann man sich gut amüsieren. Auch ohne soziale Kontakte, indem man z.B. eine neue Sprache lernt, oder eine Handarbeit. Du darfst dich nur nicht selber verrückt machen ala "Oh, ich bin jetzt Single. Alle anderen haben Familie und ich bin allein". Mit einer anderen Einstellung ist auch schon viel gewonnen :) Nur Mut.

tarzan
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Beitrag von tarzan » 16.01.2012 12:05

Danke für eure Antworten.

Reisen liegt nicht gross drinnen, mein Einkommen reicht mir grad so zum leben, hab aber im Sinn eine Kollegin in Schweden besuchen gehen wo ich gratis wohnen und essen kann, so für ein paar Tage.
Aber jetzt im Winter tue ich mir das eh nicht an.

Ich bin nicht der Vereinstyp, ich mache gerne Gruppensport, aber ich will mich nicht verpflichten x Wochenende im Jahr irgendwo servieren zu gehen oder so. Oder an irgendwelchen Turnieren teil zu nehmen.

Meine Leidenschaft ist das Tanzen und ich bin dran eine entsprechende Tanzschule zu finden. Doch leider das was ich mache, gibt es nicht an jedem Ecken.

Auch fühle ich mich in meiner Wohnung noch nicht so wohl, ich habe noch keinen Schrank und kein Sofa, das macht es ungemütlich.

Braucht wohl einfach alles Zeit....

val
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Beitrag von val » 17.01.2012 13:37

Hallo Tarzan

Ich übe das Alleinsein bezogen auf die Partnerschaft schon länger und tu mich damit mal schwerer und mal weniger schwer.

Vereinstyp bin ich auch nicht unbedingt und durch die Kinder eh viel zu unzuverlässig, die Hälfte aller Wochenenden im Jahr kann ich an keinen Anlässen mithelfen und ich fehle auch oft in den Turnstunden, weil zu Hause wieder was quer lief. Trotzdem gehe ich seit bald zwei Jahren in den Turnverein, ich turne in einer gemischten Riege und das ist total unkompliziert. Ich kann gehen wenn es passt und wenn nicht, dann halt nicht. Das ist absolut kein Problem. Da dreht mir niemand einen Strick daraus. Man mag mich so, wie ich bin. Vielleicht siehst Du das ein bisschen zu eng. Nicht jeder Verein nimmt's verbissen ernst.

Gegen die einsamen Abende habe ich mich über den Winter mit drei Staffeln Grey's Anathomy eingedeckt, ist zwar intelektuell nicht wahnsinnig hochstehend :wink: , aber ein Anker für leere Abende ohne schlaues Fenrsehprogramm. Auch an den Wochenenden ohne Kinder, wenn mir die Decke auf den Kopf fallen will, hole ich mir manchmal DVD im DVD-Verleih.

Was für mich sehr wichtig ist, ist das Bibliotheks-Abo. Ich habe immer was zum Lesen zu Hause und aus der Biblio kann ich nach Hause schleppen was ich will, auch wenn es sich als Flop entpuppt hat es nicht viel gekostet (im Gegensatz zu Büchern aus dem Handel).

Wenn ich Zeit habe, stöbere ich gerne durchs Brockenhaus. Vielleicht findest Du dort auch das eine oder andere für Deine neue Wohnung?

Wir haben hier oft Konzerte in den Kirchen, meist klassisch, aber ich gehe da noch gerne hin. Sie kosten meistens nichts oder eine freiwillige Kollekte, wenn es mir nach 10 Minuten ablöscht, macht das also nichts. Und ich kann spontan gehen, muss nichts planen. Nach meinem Burnout letztes Jahr ist das nämlich mein grösstes Problem. Dass ich oft einfach nicht die Energie finde, überhaupt irgendwo hinzugehen und schon gar nicht im voraus was abzumachen.

Und dann gibt es auch noch viele interessante Museen oder Ausstellungen. Wenn Du ein Konto bei der Raiffeisen hast, kannst Du an sehr vielen Orten ohne Eintritt rein.

Lass Dir Zeit. Das kommt nicht von heute auf Morgen. Gerade wenn Du in Deiner vorherigen Patchwork-Familie stark eingebunden warst mit Haus und Tieren etc. musst Du zuerst wieder spüren, was Du eigentlich gerne machst.

Wenn ich ganz alleine wäre, dann würde ich mich beim Roten Kreuz oder sonst einer Freiwilligen-Organisation melden und z.B. beim Fahrdienst mitmachen.

Liebe Grüsse
Val
Alleinerziehend mit Partner. Kinder 19/19 und 16
Never ever give up

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Beitrag von tarzan » 21.01.2012 20:20

Liebe Val
Danke dir für deine Antwort.

Bücher bin ich auch am lesen, aber das kann ich nicht stundenlang betreiben, DVD-Player habe ich nicht, ich schaue zwar fern, aber auch das nicht Stunden lang.
Museen und Ausstellungen sagen mir wenig. Ich bin eher der gesellige Typ Mensch, gehe gerne aus zum Essen oder in ein Lokal oder ähnliches.

Mir gelingt das alleine sein gut, wenn ich abgelenkt bin. Aber wenn ich so wie heute als Beispiel, den ganzen Tag und Abend zu Hause bin, so bekomme ich die Krise. Schon alleine die kleinen Räume bin ich mir nicht mehr gewohnt. Es ist auch nicht so, dass ich jeden Tag ein Problem damit habe, und es ist auch nicht so, dass ich generell nicht weiss was anfangen mit mir.

Ich werd wohl immer noch in der Gewöhnungsphase sein, und wenn ich dann endlich einen Job habe, sieht die Welt auch wieder anders aus. Denn jetzt bin ich manchmal weder körperlich noch geistig ausgepowert.
Daher mache ich auch wieder Sport, damit das körperliche wenigstens abgedeckt ist.

Es war wohl alles etwas viel für mich, so schätze ich das ein. Viele Aenderungen aufs mal wo ich verarbeiten muss. Oder vielleicht hab ich ein Problem wo ich gar noch nicht weiss, keine Ahnung. Die Zeit wird es zeigen....

tarzan
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Beitrag von tarzan » 21.01.2012 20:25

noch was:

das mit dem TV/DVD uns PS usw. gibt mir noch oft zu denken. Wenn ich sehe, wie viele Leute in meinem Bekanntenkreis Stunden vor dem TV/PC verbringen, statt ihre Beziehungen zu pflegen habe ich fast Mitleid. Ich habe manchmal das Gefühl, dass unsere Gesellschaft verkümmert.
Da wird der TV oft Gespräachen usw. vorgezogen.

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Beitrag von Zanilla » 22.01.2012 10:02

tarzan hat geschrieben:noch was:

das mit dem TV/DVD uns PS usw. gibt mir noch oft zu denken. Wenn ich sehe, wie viele Leute in meinem Bekanntenkreis Stunden vor dem TV/PC verbringen, statt ihre Beziehungen zu pflegen habe ich fast Mitleid. Ich habe manchmal das Gefühl, dass unsere Gesellschaft verkümmert.
Da wird der TV oft Gespräachen usw. vorgezogen.
Ich find du machst es dir zu einfach. Ich bin z.B. jemand, der sehr gut allein sein kann, und obwohl ich in einer Beziehung bin, bin ich sehr viel alleine. Ich bin bis ich 26 war glaub ich so viel ausgegangen wie es für 3 Leben reicht, ich hab alles mitgenommen was geht. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Ich hab gern Gesellschaft. ABER: Andere Leute gehen mir auch oft auf den Nerv, denen ihr dummes Gerede und ihre armseligen Sorgen find ich nur lästig, von ihrem Verhalten ganz zu schweigen. Von mir selbst erzählen ist auch mühsam, besonders wenn man sich lange nicht gesehen hat. Ich ziehe deshalb öfters die Gesellschaft eines guten Buches vor. Trotzdem bin ich nicht "verkümmert" und bewege mich gut in Gesellschaft, ich falle nicht unter die Kategorie "Soziopath" und bin ein ganz normaler Typ.

Ich könnte auch sagen, du gehst so viel unter Leute, um dich nicht mit dir selber auseinandersetzen zu müssen. Du siehst, die Wahrheit ist nicht immer so einfach.

tarzan
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Beitrag von tarzan » 22.01.2012 14:39

hat das mit Wahrheit zu tun ?
Ich denke jeder ist halt verschieden.
Lesen tue ich ja auch, aber das kann ich nicht den ganzen Abend.
Vielleicht bist du eher der intellektuelle Typ.
Ich habe schon den Eindruck, dass ich mich mit mir auseinander setzte, sicher mache ich das auch in dem ich das Gespräch mit meinem Umfeld suche.

Und du darfst nicht vergessen, Du hast eine Beziehung, da sieht alles anders aus...

Zanilla
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Beitrag von Zanilla » 22.01.2012 20:04

tarzan hat geschrieben:hat das mit Wahrheit zu tun ?
Ich denke jeder ist halt verschieden.
Lesen tue ich ja auch, aber das kann ich nicht den ganzen Abend.
Vielleicht bist du eher der intellektuelle Typ.
Ich habe schon den Eindruck, dass ich mich mit mir auseinander setzte, sicher mache ich das auch in dem ich das Gespräch mit meinem Umfeld suche.

Und du darfst nicht vergessen, Du hast eine Beziehung, da sieht alles anders aus...
Ich hatte jahrelang keine, also hat das damit nicht viel zu tun.
Ich wollte dir auch nicht auf den Schlips treten, ich wollte nur davor warnen, Leute, die Gesellschaft meiden oder zumindest nicht unbedingt suchen, alle über einen Kamm zu scheren :)

tarzan
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Beitrag von tarzan » 23.01.2012 09:30

kein Problem zanilla.

klar sind nicht alle gleich.

ich kenne einfach welche, die soviel Zeit vor dem TV etc. verbringen, dass mir das zu denken gibt. Ich persönlich ziehe ein Gespräch am Telefon oder persönlich immer vor. Aber ich brauche das auch, in der jetzigen Situation eh, mich auszutauschen. Ich will lernen von anderen und bin neugierig.

aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtig ist.

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Beitrag von carlotta37 » 23.01.2012 19:16

Hallo tarzan,

ich finde das völlig normal wie es Dir ergeht! Du hast ja sehr lange Zeit in einer Beziehung gelebt und das ist jetzt ein völlig neues Leben für Dich. Sowas braucht, bis man wieder zu einem neuen Alltag gefunden hat!

Und dann denke ich, die Arbeitslosigkeit ist in so einer Zeit eine besondere Belastung. Wie viele Menschen stürzen sich nach einem Beziehungsende in die Arbeit und lenken sich so ab? Arbeit strukturiert den Tag (oder auch kleine Kinder - aber die hat tarzan ja auch nicht), gibt das Gefühl von Bestätigung und automatisch Kontakte zu Kollegen.
Das Ende einer langjährigen Beziehung plus die Arbeitslosigkeit zu verdauen, ist ein ganz schöner Brocken!!

Ich denke, Du musst Dir Zeit geben. Einen Job zu finden, steht wohl an erster Stelle. Vielleicht tut es vorübergehend auch eine kleinere Aufgabe, ein Nebenjob, etwas ehrenamtlich tun, einfach etwas, das Sinn gibt, für das Du Dich engagieren kannst. Gibt es nichts, wofür Du Dich gern engagieren würdest?

Wir haben da alle leicht reden: wer noch Kinder im Haus hat oder mindestens einen Job, evtl. ja auch einen Partner, oder aber einen von diesen drei Faktoren ist immer automatisch irgendwie beschäftigt. Und das ist ja auch bei tarzans Umfeld so. Ich schätze mal, sie hat Freunde, aber von denen wird keiner in genau der gleichen Situation sein: die haben ihre täglichen Verpflichtungen....tarzan zur Zeit nicht....

Da sagt es sich leicht: man muss auch allein sein können! Ohne Beziehung leben können, das haben wir wohl alle schonmal getan und auch tarzan. Aber nach vielen Jahren Partnerschaft ist die Umstellung einfach riesig und wenn dann noch Ortswechsel, Arbeitslosigkeit etc. dazu kommen, ist es ein Berg.

tarzan, ich drück Dir einfach die Daumen, dass sich in irgendeiner Richtung eine Tür auftut und Du Dir nach und nach Dein neues, eigenes Leben aufbauen kannst. Geduld wirst Du sicher brauchen.

Alles Liebe, c

tarzan
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Beitrag von tarzan » 23.01.2012 19:30

Hallo carlotte

Danke dir für deine Worte. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich hab ja früher auch so meinen Trennungen erlebt, klar waren die Beziehungen kurz im Vergleich zu den jetzigen 15 Jahren.

Ich möchte hier auch erwähnen, dass ich meistens sehr gut fühle, ich fast jeden Tag was vorhabe. Aber wie du geschrieben hast, fehlt mir wohl die Arbeit, die Struktur.

Vorher war ich in einem grossen Haus und hatte Hunde, dort hatte ich trotz der Trennung genug Arbeit und meine Aufgaben wo ich zuständig war. Doch jetzt ist das alles weggefallen, daher bin ich teilweise etwas orientierungslos. Was aber auch nicht weiter tragisch ist und oftmals einfach nur ein Moment dieses Gefühl ist.

Ich habe zum Glück auch einen guten Bekanntenkreis.

Ich bin auch dran mir wieder Aufgaben zu zu tun, z.b. möchte ich ab und zu mit einem Hund laufen gehen, zudem gehe ich in eine Tanzstunde schnuppern nächste Woche.

Vermutlich brauche ich im Moment einfach viel Ablenkung.

Und hab ich dann mal ein Job, wird es viel viel besser, dass weiss ich jetzt schon....

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