Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

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katzundmaus
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Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von katzundmaus » 09.12.2013 13:08

Hallo!
Ich bitte euch, mir zu helfen meine Gedanken und Gefühle etwas zu "sortieren".

Ich bin geschieden und habe zwei Kinder von zwei Männern. Der Vater der älteren ist "abgetaucht" schon in der Schwangerschaft. Das heisst, sie trägt meinen Namen.
Mit meinem Ex-Mann habe ich noch einen Sohn. Der heisst nun wie der Vater. Nach der Scheidung nahm ich wieder meinen ledigen Namen an (so wie meine Tochter heisst). Damals wollte ich den Namen von meinem Sohn auch ändern lassen, einfach weil es einfacher ist für mich, für die Behörden und auch die Kinder (der Name des Ex-Mannes ist so doof, dass der Sohn seid dem Kindergarten gehänselt wird :cry: ). Dies ging damals nicht. Nun mit dem neuen Gesetzt könnte ich das Beantragen lassen. Soweit die Fakten.
Nun aber, mein Sohn lebt seid 7 Jahren mit seinem Nachnahmen. Dass ihn das stört, würde ich nicht sagen. Er nervt sich schon ab der hänselei. Mein Ex-Mann und ich haben es nach einigen Jahren soweit, dass wir mehr oder weniger vernünftig ohne Streit über die Kinder reden können. Wenn ich ihn aber jetzt bitte, der Namensänderung zu zustimmen, ich weiss nicht wie er darauf reagiert und ich damit das ruhige Verhältnis störe dass wir nun haben.
Ich persönlich bin sehr empfindlich auf den Namen meines Ex-Mannes, das hat aber mit der Geschichte und der Vergangenheit zu tun. Wenn es nach mir ginge, würde ich den Mann auf den Mond befördern, wo ich ihn nie mehr sehen müsste. Für mich als Mutter wäre es ein schönes Gefühl, mich mit den Kinder in einem Namen zu verbinden und auch so vorzustellen.
Als Beispiel, an einem Abend hatte ich zwei Elterngespräche und alle Lehrpersonen waren komplett verwirrt, dass ich ein und dieselbe Person bin :oops:
Somit ist es immer klar, dass ich zwei Kinder von zwei Väter habe :roll: und darf immer erklären.
Das ist ja aber mein Problem.
Nun, bevor ich mein Sohn mit der Möglichkeit konfrontiere, dass er den Namen ändern könnte, möchte ich euch um eure Meinung bitten.
Was haltet ihr davon? Ist es einfach nur ein EGO Gefühlt den Namen ändern zu lassen oder versteht es sich, dass ich mich mit den Kindern wieder als "Familie" verbinden möchte auf dem Papier?
Danke

Babell
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von Babell » 09.12.2013 13:55

Hallo KatzundMaus
Somit ist es immer klar, dass ich zwei Kinder von zwei Väter habe :roll: und darf immer erklären.
Das ist ja aber mein Problem.
Dass das dein Problem ist, hast du richtig erkannt, und du hast auch sehr gut differenziert und auseinandergehalten. (Dies schon mal als Kompliment!)

Mag sein, dass es von dir (auch) Ego-Gründe gibt, für das Namenwechseln, aber der Vater hat ja genauso Ego-Gründe wenn er der Namensänderung nicht zustimmt!

Warum sollte der Vater nicht zustimmen, wenn du ihm erklärst, dass dein Sohn oft gehänselt wird in der Schule? Erklär ihm, dass es für Kinder heutzutage nicht einfach ist, wenn sie gehänselt und ausgeschlossen werden. Je älter das Kind wird, desto mehr Gruppenarbeiten gibts in der Schule, das ist heute viel wichtiger als früher und da werden auch Noten gemacht. Also sollte er ja nicht ein Aussenseiter bleiben, wenn man es ja ändern kann! (das als Argumentation, falls der Vater findet, dass der Junge ja mal Hänseleien aushalten könne, er habe das auch müssen. Solche Argumentationen finde ich eh blöd)

Nur Mut! Dein Sohn läuft dann sein ganzes Leben mit diesem Namen rum und ich kann mir vorstellen, dass wenn der Vater ein vernünftiger Mensch ist, er gar kein Problem damit hat. Es ist ja für Euch beide "nur" ein Name. Aber für Euer Kind ist der Name gekoppelt mit den Hänseleien.
Nun, bevor ich mein Sohn mit der Möglichkeit konfrontiere, dass er den Namen ändern könnte, möchte ich euch um eure Meinung bitten.
Das würde ich nicht tun. Ich würde ZUERST die Zustimmung von deinem Exmann einholen. Wenn der Vater "nein" sagt, würde ich dem Kind gar nichts sagen, egal wie alt es ist, da das Kind sonst enttäuscht vom Vater wäre. Und rede nicht schlecht über den Vater, falls er ablehnt!!! (Nie schlecht reden über den anderen Elternteil, das ist ganz wichtig fürs Kindswohl!)

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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von BabyOne » 09.12.2013 18:35

Hallo,

ich finde immer, man kann aus jedem Namen einen Spottnamen oder einen Kosenamen machen. Meine Tochter trägt den (sehr schwierigen, weil ausländischen) Namen ihres Vaters. Ich habe dem damals zugestimmt, weil er es unbedingt wollte. Meine Tochter leidet nicht darunter, sondern ist sogar stolz, dass sie in einem "Wettbewerb" im Ethikunterricht den schwierigsten Nachnamen der Klasse vorweisen konnte. Es hat auch ganz praktische Vorteile: wenn ich bei einem Arzt oder im Schulsekretariat anrufe, muss ich immer nur die ersten drei Buchstaben ihres Nachnamens buchstabieren, weil es keinen anderen Namen gibt, der so anfängt. Arzthelferinnen merken sich den Namen gut und erinnern sich an uns, weil der Name so ungewöhnlich ist. Bei Elternsprechabenden muss ich auch immer erklären wer ich bin, aber das ist noch nie ein Problem gewesen - ich bin halt die Mutter von der XYZ, dann heisst es "ach so, Sie haben einen anderen Namen", und dann geht es zur Sache.

Wenn Du den Namen Deines Sohnes änderst, ist das recht symbolisch dafür, dass er zu Dir gehören soll und nicht zum Vater. Das kann sinnvoll sein, wenn der Vater ein sehr schlechter Vater wäre oder zwischen Vater und Sohn kein Kontakt besteht. Sonst wäre es vielleicht besser, diese symbolische Verbindung zwischen den beiden so zu lassen, wenn die Verbindung durch die Trennung schon im Alltag nicht mehr so gelebt werden kann. Und natürlich kann das Dein Exmann ganz leicht auch als Affront auffassen.
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von katzundmaus » 11.12.2013 08:30

Hallo, danke für die Antworten.
Ja, man kann jedes Kind mit egal was Hänseln, das stimmt. Dafür braucht es keinen komischen Namen. Mein Nachname ist halt sehr einfach und so normal, dass er nicht zum Hänsel gemacht ist.
Es geht wohl genau darum, dass ich die Verbindung von mir und meinem Sohn verdeutlichen will. Sein Vater ist kein schlechter Vater, aber auch kein guter Vater.
Dennoch bin ich mir nicht sicher, wie lange er noch als Vater für seinen Sohn da sein will. Dies kann sich schneller ändern als mir und den Kindern lieb ist.
Es würde den Rahmen sprengen hier, dies als Diskussion zum warum und wieso. Es spielt auch keine Rolle.
Ich werde den Schritt machen und das Gespräch suchen mit dem Ex. Dann sehen wir weiter.
Herzlichst
Katzundmaus
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von BabyOne » 11.12.2013 17:09

katzundmaus hat geschrieben:Hallo, danke für die Antworten.
Ja, man kann jedes Kind mit egal was Hänseln, das stimmt. Dafür braucht es keinen komischen Namen. Mein Nachname ist halt sehr einfach und so normal, dass er nicht zum Hänsel gemacht ist.
Es geht wohl genau darum, dass ich die Verbindung von mir und meinem Sohn verdeutlichen will. Sein Vater ist kein schlechter Vater, aber auch kein guter Vater.
Dennoch bin ich mir nicht sicher, wie lange er noch als Vater für seinen Sohn da sein will. Dies kann sich schneller ändern als mir und den Kindern lieb ist.
Es würde den Rahmen sprengen hier, dies als Diskussion zum warum und wieso. Es spielt auch keine Rolle.
Ich werde den Schritt machen und das Gespräch suchen mit dem Ex. Dann sehen wir weiter.
Herzlichst
Katzundmaus
Hallo Katzundmaus,

wenn Du befürchtest, dass der Vater sich von seinem Sohn abwenden könnte (und ich gehe davon aus dass Du das nicht willst), dann wäre es vielleicht das falsche Signal an den Vater, jetzt seinem Sohn einen anderen Namen geben zu wollen. Vielleicht würde er sich dann weniger verpflichtet fühlen, oder überflüssiger...
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von tabida » 11.12.2013 18:51

katzundmaus hat geschrieben:Es geht wohl genau darum, dass ich die Verbindung von mir und meinem Sohn verdeutlichen will.
Macht für Dich wirklich der Name die Verbindung zu Deinem Sohn deutlicher? Ich fände es schade, wenn das daran hängt. - Und wie ist es denn für Deinen Sohn? Es ist der Familienname, den er seit der Geburt trägt. Eine Änderung würde bedeuten, dass er überall erklären muss, warum sein Name geändert wurde und warum er nicht mehr wie sein Vater heisst. Das könnte auch zu neuen Hänselein führen.

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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von katzundmaus » 06.01.2014 19:11

Hallo zusammen,

ich hatte ein fast schon sehr erstaunliches Gespräch mit meinem Ex-Mann :shock: . Er ist einverstanden mit der Namensänderung, weil er selber als Kind sehr unter der Hänselei gelitten hatte... Nun werden wir es versuchen. Mal sehen was die Behörden meinen :?:
Danke für eure kritische Anmerkungen!
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von katzundmaus » 14.03.2015 17:56

Hallo.... ich möchte euch sagen, wie es nun ausgegangen ist.... Mein Sohn heisst nun seid dem Sommer wie ich. Das zum Rechtlichen Teil.
Er war so glücklich, am Tag des Entscheides hat er geweint vor Glück. Er ist stolz und es geht im viel besser. Ich bin selbst sehr erstaunt, was dies Bewirkt hat.
Meine Stiefkinder nahmen dies mit grossem Wohlwollen an und gingen von sich aus auf die Suche, wo überall noch der "alte" Nachname stand und änderten dies mit Herzen und Smilis ab!
Die Beziehung zu seinem Vater ist immer noch die Gleiche. Er kommt, mal nicht, mal interessiert es ihn mal nicht.
Das Fazit ist, das dies ein sehr gute Investition war!
Herzlich Katzundmaus
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von buscalavida » 18.03.2015 19:23

Hallo Katzundmaus

:applaus: :applaus: :applaus: super das es so geklappt hat, wie es sich dein Sohn und du gewünscht haben, das freut mich echt für dich!!!

Ich heisse wie mein Vater, habe zu ihm aber kein Kontakt mehr und leider nur noch negative Erinnerungen. Auch zu seiner Familie besteht keinerlei Kontakt. Schon als Kind und Jugendliche habe ich meinen Nachnamen deswegen gehasst. Die Anderen meiner Patchworkfamilie heissen alle gleich, es fühlte sich immer irgendwie falsch an nicht auch diesen Namen zu tragen. Meine Mutter wollte dies dazumal allerdings nicht ändern, da sie weitere Gewaltausbrüche meines Vaters befürchtete.

Weisst du ob es Möglichkeiten gibt den Namen auch als Erwachsene noch zu ändern? Soviel ich herausgefunden habe, müssen dazu "achtenswerte" Gründe vorliegen, was versteht man darunter? Und auf welchen Name könnte ich wechseln, nur den Ledignamen meiner Mutter oder auch auf ihren neuen Namen, den sie seit der Heirat mit meinem Stiefvater trägt?

Liebe Grüsse

Buscalavida

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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von katzundmaus » 18.03.2015 20:06

Hallo liebe buscalavida,

in welchem Kanton wohnst du?

Auch bei meinem Sohn hiess es achtenswerte grüne. Die waren gegeben, da sein Nachname sehr zum hänseln einluden und dass er sich innerhalb der Familie ausgegrenzt fühlte.
Versuch es! Ich habe vor dem Antrag stellen der zuständigen Sachbearbeiterin telefoniert und den fall geschildert. Sie hat mich gut beraten, was die Formulierung des Antrags anging.

Ja, der Name ist ein Teil unserer Persönlichkeit und die Identifikation damit schein vor allem in unserer Indivualisierten Zeit sehr viel mehr an Bedeutung gewonnen zu haben.

Ich für unseren Teil bin sehr froh, fass ich meinem Bauchgefühl nach gegangen bin und mein Sohn nun glücklich ist.
Dir wünsche ich viel Glück!
Herzlich Katzundmaus
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von buscalavida » 18.03.2015 21:31

Ich wohne im Kanton Zürich.

Das macht mir Mut, ein Versuch wird es wert sein! Vielen Dank dafür!
Dann werde ich da auch erstmal auf dem Amt anrufen. Die Nummer habe ich bereits.

Liebe Grüsse
Buscalavida

Babell
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Re: Namnesänderung mit dem neuen Gesetz

Beitrag von Babell » 23.03.2015 13:46

Hallo Zusammen

Super, dass es geklappt hat! Ich verstehe es, wenn Erwachsene und Kinder ihren Namen ändern wollen und ich finde es super, wenn man sich für seine Kinder diesbezüglich einsetzt, allerdings kann es auch sehr heikel werden, weil der Vorwurf der Kindsentfremdung dann angebracht werden könnte.
Aber nur Mut!

:D

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