Zurück nach 7 Jahren

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Manaslu
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Zurück nach 7 Jahren

Beitrag von Manaslu » 17.02.2018 11:49

Hallo PatchworkerInnen
Nach rund 7 Jahren hier im Forum bin ich zurück, weil es mir gerade nicht so gut geht. Eigentlich dachte ich, dass das Ganze mit dem Stiefkindern dann mal vorbei sein würde, wenn sie erwachsen und ausgezogen sind; jedoch leider nein.
Stelle mich kurz nochmals vor: Habe im 1997 einen Witwer mit 3 Kinder im Primaschulalter geheiratet. Der älteste Sohn machte mir seit Anfang am meisten Probleme, solange, bis er ausgezogen ist, eine Freundin hatte, die er dann später heiratete. Sie ist eine wunderbare Schwiegertochter, wir verstanden uns prächtig. Nur leider hat sich der Sohnemann von der Ehefrau getrennt und eine Freundin; schon länger. Er findet nun, dass ich seine Freundin 100%ig akzeptieren muss, was ich (noch) nicht kann, da mein Herz eindeutig immer noch für meine Schwiegertochter schlägt.
By the way: mit den anderen 2 Stiefkindern verstehe ich mich prächtig, nach schwieriger Pubertät haben wir uns vor ein paar Jahren versöhnt, was ich sehr sehr schön finde.

So, das wärs mal meinerseits. Freue mich auf den weiteren Austausch mit euch.
Herzlich, Manaslu
Patchworkerin seit 1997, Kinder 30/25/23/15/18

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Ria
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Re: Zurück nach 7 Jahren

Beitrag von Ria » 18.02.2018 17:33

Schön, dass du wieder da bist Manaslu

Ich stand auch schon auf der anderen Seite: Einmal war ich die heiss ersehnte Schwiegertochter - nach der vorherigen Freundin meines Mannes, die seiner Mutter überhaupt nicht gefallen hatte.
Nach unserer Trennung war das für seine Eltern ganz schwierig und wir behielten den Kontakt auch weiter, ich war ja auch die Mutter ihrer Enkel.
Und für seine neue Freundin war es ganz schwierig, sie wurde immer mit mir verglichen.

Und dann lernte ich meinen heutigen Mann kennen und lieben. Und die "neue" Schwiegermutter und Schwägerin waren äusserst kritisch mir gegenüber. Vor allem auch deshalb, weil mein Mann bei seiner Trennung so sehr gelitten hatte und sie nicht wollten, dass er dasselbe noch einmal erleben müsste.
Sie kannten mich noch gar nicht. Mit der Zeit haben sich diese Beziehungen gewandelt und wir haben einen guten Kontakt, und die Exfrau ist schon längst kein Thema mehr.

Mir kommt dieses Problem aus Sicht von Patchworkfamilien auch bekannt vor, nur ist es da meist umgekehrt: Die Kinder müssen akzeptieren, dass ihre Mutter oder ihr Vater sich neu verliebt. Auch sie brauchen Zeit, und auch dann kann nur eine Beziehung wachsen, wenn sie das auch wollen.

Ich selber erlebe, dass er mir dann am leichtesten fällt, die Partner meiner Töchter zu mögen, wenn sie ihnen gut tun. Die Töchter mit ihnen glücklich sind. Das ist für mich das Wichtigste.
Aber bei meinen Stieftöchtern bin ich da kritischer, eigentlich interessant.

Aber schlussendlich MÜSSEN wir unsere Schwiegertöchter und -söhne nicht lieben, aber die Entscheidung unserer Jungen respektieren. Auch wir brauchen Zeit, um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Je grösser der Druck, desto länger geht es halt - leider.
Ich wünsche dir und der Freundin deines Stiefsohns, dass ihr mit der Zeit auch eine schöne Beziehung aufbauen könnt. So wie es für euch beide stimmt. Was mit der ersten Schwiegertochter schön war, ist nicht der Massstab, etwas neues darf sich entwickeln.

Umso schöner, dass es mit den beiden anderen Stiefkindern so gut läuft! Geniess es, es ist nicht selbstverständlich.
Seit 21 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
http://www.coacheria.ch

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Manaslu
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Re: Zurück nach 7 Jahren

Beitrag von Manaslu » 20.02.2018 17:14

Danke Ria, für deine ausführliche Antwort. Du schreibst richtig....Auch wir brauchen Zeit, um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen...
Ja genau, das habe ich meinem Stiefsohn auch gesagt und an Weihnachten, als wir endlich mal wieder nur wir Zwei zusammen sprechen konnten, hat er das auch so akzeptiert. Deshalb finde ich es schwer verständlich, warum er nur ein paar Wochen später wieder findet, ich müsse voll und ganz seine Freundin jetzt akzeptieren :? .

Ich hatte mir nämlich diesbezüglich Rat geholt bei der zweiten Frau meines Vaters, die auch geschieden war. Eine ganz tolle Frau und zu 100% akzeptiert als neue Grossmutter meiner Kinder, was ja an und für sich schon ein Wunder ist. Also, ich hatte sie gefragt, wie lange es bei ihr ging, bis sie sich auf die neue Lebens-und Familiensituation einstellen konnte. Sie sagte mir dann, dass es wohl etwa 2 Jahre dauerte, oder mehr. Mein Stiefsohn hat uns die neue Frau an seiner Seite erst letzten Herbst vorgestellt, also echt: ich brauche noch Zeit!

Die Thematik "zweite Frau/Mann" in einer Beziehung zu sein ist übrigens in meiner Family sehr verbreitet: mein Vater hat zum 2.Mal geheiratet, meine Schwester einen geschiedenen Mann geheiratet, meine geschiedender Bruder ein geschiedene Frau geheiratet, dass selbe bei meiner Tante und einem Onkel. Und das Schöne daran: sie haben es alle sehr gut in ihren neuen Partnerschaften, die zum Teil bereits mehr als 10 Jahre dauern. Das vielleicht als kleine Ermutigung für alle Patchworker, die ganz am Anfang stehen.

Herzlich, Manaslu
Patchworkerin seit 1997, Kinder 30/25/23/15/18

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