werden die "Rollen" jetzt vertauscht?

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vero
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werden die "Rollen" jetzt vertauscht?

Beitrag von vero » 21.12.2011 09:39

Hallo liebe Patchworker,

Ich habe mal kein typisches Patchworkthema und doch denke ich, dass es auch bei uns solche und solche gibt, deshalb möchte ich eure Meinung dazu hören.

In meinem Freundeskreis beschweren sich die Männer immer häufiger darüber das die heutigen Frauen mehrheitlich nicht mehr zu gebrauchen sind.

Beispiele haben sie genug, die Frau eines Bekannten ist Hausfrau und sie haben zwei Kinder (1 Jahr u. 3 Jahre), wenn er von der Arbeit nach Hause kommt oder am Wochenende, geht er Einkaufen, putzt, kocht er und kümmert sich dann noch um die Kinder. Wenn seine Frau krank ist (das ist sie viel) bleibt er zu Hause und schaut den Kindern. Die Schwägerin einer Freundin, ist mit dem zweiten Kind schwanger, jetzt möchte sie ihr erstes Kind, wenn das zweite dann da ist, für zwei Tage die Woche der Schwiegermutter geben, da sie sich nicht um zwei Kinder kümmern kann(will?) und Zeit hat für ihr Neugeborenes. So sieht es in vielen Familien in meinem Bekanntenkreis aus (alles keine Patchworker!). Die Frauen (arbeiten entweder gar nicht oder zwischen 40-60%) sind zu Hause mit dem ersten Kind, das zweite geht in die Krippe oder zu den Grosseltern. Die meisten haben eine Putzfrau und die Männer (arbeiten 100%) kochen und/oder putzen.

Wie seht ihr das? Gibt es jetzt ein "Rollentausch" oder sind die heutigen Frauen wirklich mehrheitlich nicht mehr zu gebrauchen?

Babell
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Beitrag von Babell » 21.12.2011 18:26

Ich glaube eher, dass die Männer das "bitte hilf doch auch mal etwas im Haushalt mit" in "immer muss ich im Haushalt helfen" ummünzen... :wink:

Aber es gibt bestimmt auch solche Frauen, man hört ja immer wieder davon... und dann hört man manchmal per Zufall auch die andere Seite.... :wink:

Was ich ganz schlimm finde, sind die Frauen, die behaupten, ihre Männer würden sich zu sehr auf ihren Beruf fokussieren und hätten nur ihre Karriere im Kopf. Dabei könnten sie doch auch arbeiten gehen, dann müssten sie sich auf den Beruf fokussieren und der Mann dürfte mit den Kindern zusammen sein. Ok, ich bin nicht Mutter, vielleicht ist Muttersein schon anstrengend, aber ich arbeite und weiss nur zu gut, dass man sich heutzutage auf den Beruf fokussieren muss! Es gibt nicht mal eine Wahl.... (ausser Arbeitslosigkeit :wink: )

aisha

Beitrag von aisha » 21.12.2011 18:56

asja, dein 50/50 Modell klingt ja ganz toll, aber ist reel in den wenigsten Fällen durchführbar.
Denn alle, die in einer Kaderstellung tätig sind, können das 50/50 Modell glatt vergessen, dies ist organisatorisch und arbeitstechnisch nicht durchführbar.

Wenn beide in einem ähnlichen Umfeld beschäftigt sind, mag das ja gehen. Z. B. Pflegeberufe, Sozialwesen etc.

vero
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Beitrag von vero » 22.12.2011 12:21

Babell hat geschrieben:Ich glaube eher, dass die Männer das "bitte hilf doch auch mal etwas im Haushalt mit" in "immer muss ich im Haushalt helfen" ummünzen... :wink:
Babell, da muss ich meine Bekannten leider ein bischen in Schutz nehmen. Die helfen wirklich sehr viel im Haushalt. Haben als Single alles Hausarbeiten selber gemacht, nichts da mit Putzfrau usw. Bei dem einen Bekannten war ich mal bei ihnen zu Hause da war er zwei Tage im Ausland, da hats ausgesehen als hätte ein Bombe eingeschlagen. Sie lief ungefähr 10x an einem leeren Teller vorbei ohne ihn abzuräumen. Am nächsten Tag war er anscheinend immer noch da.. Mein LP macht sehr viel im Haushalt, putzt wäscht, geht einkaufen usw. und das nicht nur 1x pro Monat sondern wöchentlich. Was mir aber auch auffällt, das viele der Ehefrauen die ich kenne, als sie noch Kinder waren praktisch nie im Haushalt mithelfen mussten und viele auch als sie Single waren eine Putzfrau hatten...

Ich frage mich einfach, wie hat das meine Mutter gemacht oder meine zukünftige Schwiegermutter. Das ist noch nicht soooooooooo lange her (bin 37 und meine Mutter 63). Beide haben zwei Kinder, meine Mutter war Hausfrau, war aber nie, psychotisch wie du asja das in deiner Antwort geschrieben hast. Sie hatte Freundinnen und wir hatten immer viele Kinder zu Hause oder ich war bei meinen Kolleginnen. Meine Schwiegermutter hat 50% gearbeitet, beide haben ein Haus und einen riesen Garten (auch heute noch). Meine Mutter hatte kein Auto ist mit uns Kindern also entweder zu Fuss oder mit dem Bus einkaufen usw. gegangen (copp@home usw. gabs damals nicht).

Sind wir heute überfürsorglich, fragt man die Kinder zu viel nach ihren Meinungen (habe ja schon mal darüber geschrieben), sind wir darum dauernd im Stress? Lese ja viel im Forum über andauernde Müdigkeit und Überlastung der Mütter. Wollen wir es allen "recht" machen?

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Nin
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Beitrag von Nin » 22.12.2011 19:13

Liebe Vero,
Ich glaube fast nichts regt mich so sehr auf wie die "früher war alles besser" Tour. So, also die heutigen Frauen sind "zu nichts mehr zu gebrauchen" - das ist also der Sinn einer Partnerschaft? Für den anderen nützlich und zu gebrauchen zu sein? Na herrlich, dann ist mein Partner einer der armen Männer, die du beschreibst - deswegen steht er jetzt auch in der Küche und brät das Filet Mignon fürs Abendessen an, während ich am Computer sitze, statt meine Kaffeetasse wegzuräumen. :twisted:

Ich musste als Kind/Jugendliche zu Hause nie helfen, und ich habe eine Putzfrau... :roll: An mir ist also alles falsch gemacht worden, dabei bin ich - oh Wunder! - sogar noch älter als du und arbeite vollzeit mit zwei Kindern und habe immer gearbeitet.

Vieles hat sich verändert: die Ansprüche an Ernährung sind zum Beispiel gestiegen. Kleine Supermärkte haben geschlossen. Heute ist es ohne Auto so gut wie unmöglich einkaufen zu gehen, denn, wenn es früher noch keine Hauslieferung gab, so war doch, entgegen dem, wie es heute ist, der nächste Supermarkt nicht 10 Kilometer weit weg. Niemand behandelte einen als unverantwortliche Mutter, wenn man die Kinder allein oder allein weg liess. Macht man das heute, gibt es sofort Leute, die einen abstempeln. Wie oft antworte ich noch abends spät auf E-mails: die Trennung zwischen Beruf und Familienleben ist mehr und mehr aufgehoben...

Einige der Beispiele, die du schilderst, finde ich sehr positiv: die Frau, die ihr erstes Kind ein paar Tage pro Woche zu den Grosseltern gibt, um sich auf das Neugeborene zu konzentrieren: super! Baut Beziehung zu dem Baby auf, traut ihrem Grossen zu, sich einer anderen Bezugsperson zu öffnen, erhält einer älteren Person eine nützliche Rolle in der Gesellschaft... das zweite Kind kommt nämlich oft zu kurz. Krippe wäre auch eine Alternative: es ist kein Abschieben, sein Kind in die Krippe zu geben! Ich habe gearbeitet, aber in jedem Fall hätte ich dafür gesorgt, dass mein Kind von klein auf sozialisiert wird und dass ich es manchmal weggeben kann, um mein Erwachsenenleben zu leben. Nicht jeder Mensch ist zur Supermami und Superhausfrau geboren und ist trotzdem eine gute Mutter. Darf man nur dann dann Kinder haben, wenn man bereit ist, non-stop für sie da zu sein und zu putzen? Es gibt auch andere Werte und die sind auch sehr wichtig und sehr positiv für Kinder.

Ist es eine Schande, eine Putzfrau zu haben? Oder ein Arbeitsplatz für jemand, der auch diesen braucht? Muss ich mich dafür rechtfertigen? Ich hatte keine, solange ich noch keine Kinder hatte, trotz (damals schon) Vollzeitjob.

Wenn es deinem Bekannten zu viel ist, was er im Haushalt machen soll - warum macht er es? Dann hätte er entweder ein Hausmuttchen heiraten sollen, oder er soll darüber mit seiner Frau reden, statt sich über sie bei Dritten zu beschweren... Nicht sehr fair in der Partnerschaft...

Noch etwas hier regt mich sehr auf:
Was ich ganz schlimm finde, sind die Frauen, die behaupten, ihre Männer würden sich zu sehr auf ihren Beruf fokussieren und hätten nur ihre Karriere im Kopf. Dabei könnten sie doch auch arbeiten gehen, dann müssten sie sich auf den Beruf fokussieren und der Mann dürfte mit den Kindern zusammen sein. Ok, ich bin nicht Mutter, vielleicht ist Muttersein schon anstrengend, aber ich arbeite und weiss nur zu gut, dass man sich heutzutage auf den Beruf fokussieren muss! Es gibt nicht mal eine Wahl...
Erstens hatte ich so einen Vollkarrierepapi und habe gesehen, wie es ist, mit einem Vater gross zuwerden, der nur in die Karriere investiert - und nein, meine Mutter hätte nicht so ohne weiteres arbeiten gehen können... Und eine gute Freundin von mir führt auch so eine Ehe. Der Mann hat eine dicke Karriere gemacht - jeden Morgen früh weg, abends immer erst spät zu Hause, sie ist viel allein. Inzwischen sind sie auch dementsprechend reich, aber am Anfang halt nicht - und da schleicht es sich ein, in den Jahren oder auch nur Monaten in denen die Kinder klein sind und die Mutter zu Hause bleibt, weil es da halt nicht der Vater sein kann, weil man stillt - sonst ist man ja gleich eine Rabenmutter... und dann fängt man nicht gleich 100% an, auch wieder wegen des sozialen Stigma und dann bleiben die Gehaltsunterschiede so gross, dass man eben nicht "einfach auch arbeiten gehen kann" - man verdient weniger und bekommt auch weniger Anerkennung... Meine Freundin arbeitet trotzdem 50% als Lehrerin - aber sie muss darum kämpfen. Ihr Mann hat den Anspruch, da er ja soviel verdient, dass sie nicht arbeiten muss, dass sein Job immer Vorrang hat und springt nie ein, wenn mal Elternabend ist und sie spät in die Schule muss oder für eine Studienreise, um seine Frau morgens an den Flughafen zu bringen - er hat ja diesen anstrengenden Job und braucht seine Ruhe! Es ist zum Wahnsinnigwerden...

Also, als Frau macht man es immer nur falsch... Übrigens ist ein Tag mit Kleinkindern anstrengender als ein Tag im Job. Und ich habe ausser als Lehrerin auch in einer Bank gearbeitet, weiss als, was ein Bürojob ist.

Bevor ich mich noch mehr aufrege, werde ich mal wieder meinen armen Ehemann zum Kochen anregen (noch dazu bekoch er meine Kinder, die ja nun nicht seine sind)... damit ich meinem Ruf als Frau, die zu nichts gebrauchen ist, so richtig gerecht werde!
Nicht Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein.

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Beitrag von morpheus2 » 22.12.2011 22:10

hallo zusammen,

Nin s und Asja finde ich gut geschrieben.


Ich mag nicht über Andere urteilen und werten.
Merke ich in der Zwischenzeit auch sehr, dass wir immer nur ein Teil sehen und hören, von dem was sich in Beziehungen abspielt.

Ja, wir leben im Heute und nicht in der Vergangenheit, also nicht mehr zur Zeit unserer Eltern und Grosseltern.

In meine Augen hat es da eine sehr grosse Veränderung geben, nicht immer zum Guten.

Eins ist für mich ganz klar: die Erwartungen und Ansprüche an uns als Menschen steigt stetig.

Überall wird Druck gemacht und machen wir uns auch selbst Druck.

Schneller, besser und effizienter müssen wir sein.- Ja. Ja keine Schwächen haben und wenn dann bitte diese nicht zeigen.

Mich erschreckt das Ganze manchmal einfach.-
Es macht mich nachdenklich und ich frage mich, wo bleibt die Menschlichkeit?

Auch ich erlebe in meinem Umfeld Einiges. Manches kann ich nicht verstehen, muss ich aber auch nicht.

Manches lasst mich staunen, Anderes lässt mich auch mal neidisch werden.

Ich frage mich:
wo bleibt da die Authentizität?


Vero, Du schreibst:
"Sind wir heute überfürsorglich, fragt man die Kinder zu viel nach ihren Meinungen (habe ja schon mal darüber geschrieben), sind wir darum dauernd im Stress? Lese ja viel im Forum über andauernde Müdigkeit und Überlastung der Mütter. Wollen wir es allen "recht" machen?"

Das sind grad einige Fragen, Anmerkungen auf einmal.

-sind wir überfürsorglich?
jein. Wir als Eltern sind oft einfach verunsichert und lassen uns durch Komentare von unseren Mitmenschen verunsichern.
Konnten wir früher noch unbeschwert stundenlang in der Weltgeschichte herum"gaunern". Uns austoben und unsere eigenen Erfahrungen mit gleichaltrigen machen, wurden nicht auf Schritt und Tritt "überwacht" und bemuttert? Ja definitiv. ABER das war auch ein grosses Stück weit normal. Alle meine Freunde durften dies. Waren unsere Mütter fauler als wir Mütter heute? oder waren sie einfach mutiger und hatten grösseres Vertrauen in uns Kinder als wir es heute in unsere Kinder haben?

- fragen wir unsere Kinder zuviel nach ihrer Meinung?

Das ist in meinen Augen Ansichtssache und auch die Frage, welchen Erziehungs-stil (Beziehungs-Stil) wollen wir leben?

Den demokratischen? den autokraten (autoritären)? den antiautoritären Stil ?oder den laisse-faire Stil?

Heute geht die Tendenz, (für mich glücklicherweise) wieder in die Richtung des demokratischen Stil s. Beziehung statt Erziehung.
Sog statt Druck-Wirkung. . Wir haben heute hoffentlich begriffen das ein Kind genauso wertvoll ist wie ein Erwachsener. Wir Erwachsenen jedoch aufgrund unserer Reife einen grösseren Erfahrungsschatz mit uns bringen.
Der demokratische Beziehungsstil ist der Zeit-intensivste und Energie-intensivste Beziehungs/Erziehungsstil. Dieser bedingt nämlich, das wir uns auch stetig mit uns Selbst auseinander setzen. -

- Sind wir deshalb immer mehr im Stress?
ich glaube nicht, dass es mit dem sich auseinander setzen mit den Kindern zu tun hat, das wir mehr im Stress sind. Eher denke ich, dass es ein negativer Punkt/Ausdruck unserer Zeit ist in der wir leben. Alles muss schnell gehen, effizient sein etc. Vieles wir oberflächlicher in meinen Augen.

-Übermüdung/ Überbelastung der Mütter:
ich glaube nicht nur den Müttern gehts so, ich glaub auch den Vätern gehts so.-

- wollen wir es allen recht machen?
ja, ich denke wir Frauen neigen eher dazu. -

Generell denke ich, kennen wir uns Selbst, meist am wenigsten.

Wir Menschen haben die manigfaltigsten Probleme. Man muss, man tut nicht und und und. Wir lesen davon teilweise täglich im Forum.

Mein Fazit der letzen Jahre?

sollten wir vielleicht erst einmal lernen uns selbst anzunehmen und zu lieben? Als einigartiger Mensch mit seinen Stärken und Schwächen?

lg Morpheus

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Beitrag von Ria » 23.12.2011 07:18

Hallo morpheus

ja, ich glaube auch, dass wir uns selber viel Stress machen, indem wir meinen, uns so verhalten zu müssen, dass es den anderen gefällt. Quasi etwas über uns beweisen müssen.
Je klarer ich aber meine Meinung weiss und zu ihr stehen kann, desto besser kann ich damit umgehen, wenn jemand anderer Meinung ist.

Hilfreich ist es natürlich, wenn wir Gleichgesinnte finden, und einander gegenseitig unterstützen.

Ich glaube nicht, dass die Zeiten heute oder früher besser waren - einfach anders - und denke, es bringt auch nichts, sich lange darüber aufzuhalten.
Mit Kindern zu sein bringt uns so oder so immer mal wieder an unsere Grenzen, das gehört einfach dazu. Aber dabei erweitern wir sie auch, und das ist Weiterentwicklung. Wir wachsen über uns hinaus und schaffen Herausforderungen, die wir uns früher nie zugetraut hätten.
Wie wir uns die Arbeit mit ihnen und Haushalt und Beruf aufteilen ist eine herausfordernde Aufgabe und kann nur von jeder Familie individuell gelöst werden. Das ist ein gemeinsamer kreativer Prozess, wo man sich am besten nicht um die Meinung der Umwelt schwert, sonst wird es noch schwieriger!

Und wir erleben mit Kindern genauso schöne, lustige... Momente, die uns das Leben versüssen!
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Beitrag von vero » 23.12.2011 08:42

nin, ich habe nicht gesagt, dass früher alles besser war, ich habe nur gefragt, wie sie es geschafft haben.

Weiter will ich gar nicht auf deine Antwort eingehen, denn ich finde es schon recht bedenklich, wenn eine Frau, Frauen die gerne Hausfrau und Mutter sind als Hausmütterchen betittelt oder Männer die von ihren Frauen auch Mithilfe im Haushalt möchten gleich so anzugreifen. Wenn du deinen Mann darum als arm bezeichnet, dann ist das deine Sache. Vielleicht liegt gerade darin der Hund begraben, die die Arbeiten meinen sie hätten das Recht die Hausfrauen zu kritisieren und die Hausfrauen die die Arbeiten. Ich habe hier niemanden kritisiert ich habe eine Frage gestellt und dann auf den Männern herumzuhacken, find ich auch nicht gerade fair.

morpheus2, danke für deine Antworten. Dein Zitat "Die Erwartungen und Ansprüche an uns als Menschen steigt stetig". Ist das wirklich so, oder haben wir den Anspruch an uns, überall und immer erreichbar zu sein? Kennt ihr das lied "ich muss noch kurz die Welt retten"? Finde das passt ganz gut zu unserer Zeit.

Ich arbeite 100% und ich würde meinen Job nicht als "Zuckerschlecken" bezeichen, aber er ist sicher nicht mein Lebensinhalt und ich definiere mich auch nicht über den Job. Ich mache ihn sehr gerne, kann mir aber auch gut vorstellen, mal weniger zu arbeiten, auch ohne Kinder.

Ich finde es bedenklich, wenn man seinen Lebensstil vor anderen Entschuldigen muss. Möchte ich keine Kinder, dann geht das ausser meinem LP und mich niemanden an, will ich Kinder, wieviele und wie ich das mache auch nicht. Wenn ich nicht mehr arbeiten gehen möchte, dann mach ich das, wenn ich arbeiten gehen möchte, dann auch. Aber es liegt doch wohl an mir zu entscheiden wieviel ich arbeiten gehen möchte! Diejenigen unter euch die aus welchen Gründen 100% arbeitet, macht das, für mich wäre das nichts, so einfach ist das. Ich denke nicht das unsere Mütter fauler waren, schliesslich ist Mutter sein ein 24 Stunden Job! Wir hatten damals keine Spielgruppe, aber genug Kinder in unserem Alter in der Umgebung mit der wir spielen konnten und das manchmal den ganzen Tag.

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Beitrag von Babell » 23.12.2011 13:35

Hallo Nin

Dass du dich so über Vero's Frage aufregst, ist Dein Problem, nicht das von Vero!

Vero hat nur eine einfache Frage in die Runde gestellt, weil sie Bekannte hat, die es so erleben und ihr das erzählt hatten. Nun wollte sie wissen, wie es andere sehen und erleben.

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Beitrag von vero » 23.12.2011 14:59

Danke Babell :D

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Beitrag von Buchenholz » 23.12.2011 15:02

Also ich habe verstanden, was vero aussagen wollte und denke ähnlich. Ich mag aber im Moment nicht schreiben. Mein Kommentar folgt später.

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Beitrag von vero » 23.12.2011 15:12

jetzt muss ich doch noch was zu nin sagen. Dieser Satz von dir fand ich dann doch harter Tuback "erhält einer älteren Person eine nützliche Rolle in der Gesellschaft..." :shock: das ist jetzt nicht dein Ernst oder, also ich sehe die Rolle meiner Mutter, falls sie dann mal Grossmutter von meiner Seite her werden sollte, sicher nicht dazu da das sie meine Kinder hütet. Sie soll die Kleinen geniessen, d.h für mich ich gebe sie gerne mal für einen halben Tag oder so in ihre Obhut (vorausgesetzt sie möchte das!!), aber sicher nicht Tageweise, denn sie hat ihren Beitrag oder Rolle für die Gesellschaft, wie du dich so schön ausdrückst mit der Erziehung von mir und meiner Schwester schon mehr als geleistet, auch wenn sie "nur" (zynisch) ein Hausmütterchen war!

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Beitrag von Ria » 23.12.2011 15:21

Und doch ist genau das ein Problem von vielen älteren Menschen in unserer Gesellschaft: Jeder möchte irgendwie einen nützlichen Beitrag leisten. Auch wenn er nicht muss.

Ich würde jetzt nicht einen solchen einzelnen Satz herauspicken und mich darin verbeissen. Es geht doch hier um einen Austausch unserer individuellen Meinungen und keine ist besser oder schlechter als die andere. Jeder findet seine persönlichen Lösungen mit seinem Partner und das Urteil über oder von den anderen macht es nur schwieriger.
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Beitrag von vero » 23.12.2011 15:28

vielleicht aber auch, weil sie von den Medien usw. es nicht anders zu hören kriegen? In der letzten Zeit wird das Thema in den Medien richtig breitgetreten. Die älteren Menschen kosten zu viel (Spital, Altersheim usw), unsere Generation muss für sie die AHV bezahlen, sie haben so viel Geld und geben es nicht weiter usw.

Es geht hier nicht um's verbeissen sondern um eine von mir gestellte Frage, die schon fast in einem persönlichen Angriff gegen mich ausgeartet ist.

Wenn jemand von dem Model das er lebt überzeugt ist, wieso muss er dann so was schreiben? Da habe ich doch wohl einen Nerv getroffen, denn sonst würde ich mich durch so eine Frage nicht angegriffen fühlen..

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Rollentausch

Beitrag von steinarella » 23.12.2011 15:31

Hallo zusammen

Habe nicht den ganzen Dialog von allen gelesen bzw. verfolgt, vielleicht wurde es ja bereits gesagt, aber hier trotzdem meine Gedanken oder Erfahrungen dazu:
Jedes Paar sollte selber für die eigenen Bedürfnisse die Rollenaufteilen besprechen und abmachen, das es für beide stimmt. Auf andere Paare zu schauen bringt nicht viel. Ich finden wenn man sich gegenseitig Ergänzen kann, ist viel gewonnen. Ist aber manchmal wegen den finanziellen Mittel und die Bereitschaft des Arbeitgebers nicht immer möglich. Wir haben lange ein JobSharing gemacht. Mit meiner Ex-Frau kurz vor der Trennung 60%/60%.
Heute, wieder verheiratet, habe eine 80%-Anstellung. Sobald die Kinder aus der zweiten Ehe, grösser sind, werden wir schauen und abmachen, ob meine Frau einen 20-40% Job annimmt und ich erneut reduzieren kann. Ich persönlich kann das JobSharing nur empfehlen. Auch den intakten Ehen. Mann muss bestimmt auf Luxus verzichten können, aber manchmal ist weniger Mehr!

Gruss und schöne Festtage

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