Patientenverfügung

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Patientenverfügung

Beitrag von Plüsch » 02.11.2007 16:56

Wer von euch nicht verheirateten hat eine Patientenverfügung? Was gehört da alles hinein? Im Net habe ich nichts Gescheites gefunden. Bis jetzt haben wir es immer vor uns her geschoben, aber da ich möglicherweise einen Spitalaufenthalt vor mir habe (nur kurz, aber ich bin ein "Schisshaas" was Narkosen angeht, hatte noch nie eine) möchte ich mich absichern.
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Beitrag von tabida » 02.11.2007 17:17

Ich musste vor 3 Jahren ins Spital und weil ich auch ein schrecklicher Schisshaas bin, habe ich damals ein Testament geschrieben (müsste ich eigentlich mal wieder erneuern!).
Ich find das schon sehr wichtig. Du hast mich auch wieder auf die Idee gebracht mit der Patientenverfügung. Ich war sehr froh, dass meine Mutter eine hatte. Sie konnte zwar bis zum Schluss selber entscheiden, aber wir Kinder wussten einfach auch was sie festgehalten hatte. Auch nach ihrem Tod war festgelegt, was sie sich wünschte und das hat uns viele Entscheidungen abgenommen. Meine Schwester hatte leider nichts festgelegt. Sie ebenfalls vor ein paar Jahren plötzlich verstorben und ich habe bis heute Mühe gewisse Entscheidungen die getroffen wurden zu aktzeptieren. Als für Angehröige finde ich das eine ganz gute Sache.

Ich habe jetzt auch etwas im Netz geschaut. Ich kenne den Dialog-Ethik und werde mir diese Patientenverfügung genauer ansehen.

Gruess Tabida

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Beitrag von Plüsch » 02.11.2007 17:55

Tabida, merci. Ich habe das Dokument angeschaut und es ist ja enorm ausführlich! Vielleicht sollte ich mir wirklich mal Zeit nehmen und alles ausfüllen.
Im Moment habe ich aber v.a. daran gedacht, dass ich möchte, dass Ärzte meinem Lebenspartner alle Auskünfte erteilen müssen und er mich besuchen darf, wenn nur nächste Angehörige zugelassen sind. Ich weiss nicht, wie genau es Spitäler heute mit dem noch nehmen, ich weiss nur, dass es früher schwierig war, als nicht verheirateter Partner auf Intensivstationen den Besuch erlaubt zu bekommen.
Über ein Testament habe ich auch schon nachgedacht. Vielleicht sollte ich das wirklich alles mal machen, den Kindern zu liebe.
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Beitrag von Nadia » 02.11.2007 18:40

Hallo zusammen

Habe keine eigene Erfahrung mit Testamenten und Verfügungen.

Ich habe aber vor ein paar Jahren mitgekriegt das sogar die Ehefrau eines Kollegen nicht auf die Intensiv durfte weil es die Schwiegermutter veboten hatte.

Es ist bestimmt richtig schriftlich etwas zu hinterlegen. Dann kannst du auch beruhigter ... also hoffe ich .... ins Spital eintreten.

Liebe Grüsse nadia

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Beitrag von tabida » 02.11.2007 22:29

Hallo Plüsch
Ich war damals im Kantonsspital Winterthur. Ich wurde gefragt, wer mich besuchen darf, wem sie Auskunft geben dürfen und wer im Notfall informiert werden müsste. Damals war ich noch verheiratet und hätte aber auf keinen Fall wollen dass mein (heutiger) Ex irgend etwas sagen könnte/dürfte. Wir waren damals bereits seit über 4 Jahren getrennt. Ich gab meinen neuen Freund und meinen Bruder an. Und das funktionierte wunderbar.

Gruess Tabida

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Beitrag von Plüsch » 03.11.2007 10:02

Nadia, Tabida, merci. Ich werde es vermutlich auch so machen, dass ich denen einfach sage, dass mein Freund alle Infos bekommen und mich jederzeit besuchen darf. Allerdings ist der Eingriff wirklich klein, da passiert wohl kaum was, und länger als einen Tag behalten die mich wohl nicht. Habe halt einfach Schiss vor der Narkose :?
Und dann schreibe ich wohl trotzdem mal was auf, man weiss ja nie, was das Leben noch so bringt.
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Beitrag von Delphia » 04.11.2007 13:38

Hallo Plüsch

Wann gehst Du ins Spital?

Als wir noch nicht verheiratet waren, hatten wir auch eine solche aufgestellt.

Wenn Du willst, kann ich sie Dir mal aufschreiben.

Liebe Grüsse und toi, toi, toi :)
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Beitrag von Plüsch » 06.11.2007 08:51

Hallo Delphia
Das wäre Sehr lieb! Vermutlich wird es nächstes Jahr, alles belegt. Und wenn ich Glück habe, komme ich sogar darum herum, warte noch auf die zweite Untersuchung vom Gynäkologen, die er zur Sicherheit machen will.
Aber nur schon seine "Androhung" hat bei mir die Erinnerung geweckt, dass ich da ja zur Absicherung mal was machen wollte...
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Beitrag von baboe » 06.11.2007 22:06

Hallo Plüsch,

Untenstehend unsere Variante. Vielleicht hilfts dir weiter. In unserem Fall wollten wir auch ausschliessen, dass sich meine Eltern einmischen würden. Deshalb der Satz, "Andere Personen..."
Und dann rate ich, diese Vollmacht gleich auch für den Partner zu machen und zu den Akten zu legen - getreu nach dem Motto: Wenn man mit dem Regenschirm aus dem Haus geht, braucht man ihn meist nicht.

Alles Gute

Babö



****************


Vollmacht

Falls ich wegen Krankheit oder Unfall nicht ansprechbar bin, so entbinde ich alles medizinische Personal von der Schweigepflicht gegenüber meinem Partner XY(Name, Vorname) geb. xx.xx.xxxx wohnhaft XY (Adresse). Er soll vollständig Auskunft über meine Gesundheit erhalten und mich jederzeit besuchen können.

Ich bevollmächtige meinen Partner zudem, meine Interessen gegenüber dem Spital zu vertreten und Entscheide über die weitere Behandlung zu fällen.
Diese Vollmacht gilt 3 Jahre bis am x. November xxxx. Andere Personen sind nicht zur Interessewahrung bevollmächtigt.
Habe fünf Kinder im Alter von 11,10,8,6 und 4. Die drei Grossen sind von meinem Mann aus erster Ehe. Die beiden Kleinen sind Gemeinsame. Alle leben seit 4 Jahren bei uns - und das find ich toll!

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Beitrag von Nadia » 08.11.2007 09:35

Liebe baboe

Du hast diese Vollmacht zu Hause geschrieben und bewahrst sie bei deinen Unterlagen auf?

Hab ich das richtig verstanden? Ohne Notar und so ?

Wie ist es denn in unserem Fall da wir nicht zusammen wohnen?

Danke im vorraus ... Nadia

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Beitrag von Delphia » 08.11.2007 10:22

Hallo Nadia

Wir haben es bei uns anders genannt:

QUOTE
Entbindung vom Arztgeheimnis
Bei einer allfälligen ärtzlichen ambulanten oder stationären Behandlung wegen Krankheit oder Unfall entbinde ich, XY, Geburtstdatum, Adresse, PLZ und Ort, sämtliche dem Arztgeheimnis unterworfenen Personen gegenüber meiner Lebenspartnerin, YX, Geburtstdatum, Adresse, PLZ und Ort von der Schweigepflicht. Diese Erklärung gilt für die Dauer unserer Wohngemeinschaft.

Ort und Datum (in 2-facher Ausführung geschrieben)
beide Unterschriften XY und YX
UNQUOTE

Diese Abmachung haben wir 2 x ausgedruckt und beide haben ihr Originalexemplar gehabt.

Ich hoffe, es hilft Dir weiter...
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Beitrag von baboe » 08.11.2007 14:09

Hallo Nadia,

Ja, das haben wir einfach ausgdruckt und gegenseitig unterschrieben. Wir hatten nie Probleme. Äh, wir habens auch nicht gebraucht...

Herzlich

Baboe
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Beitrag von Plüsch » 08.11.2007 16:18

Danke vielmals, ihr seid lieb :bussi: Ich hoffe nun auch, dass ich sowas NIE brauche, aber man weiss ja nie. Zusammenstellen werde ich es auf alle Fälle.
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Beitrag von Nadia » 08.11.2007 17:40

Hallo baboe und delphia


Geht das aber auch wenn wir in zwei verschiedenen Kantonen wohnen?

Ich habe mir auch schon oft überlegt wer die Entscheidungen für meine Kinder treffen würde wenn mir was passiert.

Würde nicht wollen das sie zu meinen Eltern müssten. Zusammenbleiben müssten sie auf jeden Fall. Und eine Lebensversicherung hab ich auch schon vor Jahren abgeschlossen.

Liebe Grüsse nadia

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Beitrag von Delphia » 09.11.2007 10:43

Hallo Nadia

Du könntest einen Brief zu Handen der Vormundschaftsbehörde aufsetzen, in welchem Du Deinen Wunsch kundtust, dass Deine Kinder zusammen bleiben sollten. Es ist dann Sache der VB dafür zu sorgen, dass, wenn möglich, der Wunsch der/s Verstorbenen respektiert wird. In der Regel suchen sie dann zuerst jemanden in der Verwandtschaft.

Wir wohnten bereits zusammen, also kann ich Dir nicht sagen, wie das ist, wenn jemand in einem anderen Kanton wohnt.

Übrigens selbstverständlich hatten wir unsere Exemplare auch unterschrieben.

Liebe Grüsse
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