Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Antworten
Amy
Beiträge: 4
Registriert: 01.02.2015 18:07

Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Amy » 03.02.2015 11:27

Ich habe mal eine Frage und wäre für eure Antworten und Erfahrungen dankbar:

Mein Mann hat einen 12-jährigen Sohn, der bei der leiblichen Mutter lebt (die beiden waren nicht verheiratet und sind seid 9 Jahren getrennt). Der Sohn ist regelmässig alle 2 Wochenenden sowie jeden Montag bei uns. Die Mutter ist bis zum 4. Lebensjahr des Kindes einer selbstständigen Erwerbstätigkeit mit einem 60%-Pensum nachgengangen, hat danach 2 Jahre eine Festanstellung von 60% aufgenommen, wo sie sehr gut verdient hat - mehr als mein Mann. Diesen Job hatte sie seinerzeit gekündigt, weil sie mit ihrem damaligen Freund für 1 Jahr nach Deutschland gezogen ist (inkl. Kind). Die Beziehung ging in die Brüche und seitdem arbeitet sie wieder als Selbstständige, was insbesondere im letzten Jahr finanziell nicht gut lief. Deswegen möchte die Mutter nun die Alimente anpassen resp. erhöhen lassen.

Ist das möglich?!

Mir fehlt dafür ein bisschen das Verständnis, denn

a) hat sie damals einen guten Job gehabt und diesen aus freien Stücken gekündigt (also selbstverschuldet)

b) sollten die Kinderalimente ja dem Kind zu Gute kommen und nicht der Mutter. Sie hat sich ja freiwillig eine Selbstständigkeit ausgesucht und könnte wie jeder andere Mensch einer Festanstellung mit geregeltem Einkommen nachgehen.

Ich dachte immer, dass eine Anpassung der Alimente nur bei folgenden Gründen verlangt werden kann: Umverteilung der elterlichen Sorge oder bei finanziellen Veränderungen beim Unterhaltspflichtigen wie Stellenverlust, grössere Einkommenseinbussen, höheres Einkommen (Lohnerhöhung), weiteres Kind etc.

Eine Freundin von mir ist auch alleinerziehend und ihr wurden letztens die Alimente etwas gekürzt, weil sie 15% mehr arbeitet. Warum ist das so? Mein Mann hatte so etwas damals gar nicht in Erwägung gezogen als seine Ex-Freundin plötzlich den gut bezahlten Job ausgeübt hatte.

Wie gesagt, wir sind immer davon ausgegangen, dass die Kinderalimente fix sind. Verdient mein Mann mehr, bekommt das Kind auch mehr, ist er dauerhaft arbeitslos, kann man über die Anpassung der Alimente reden.
Warum kann man aber auch als Mann agieren, wenn die Frau dauerhaft mehr oder weniger verdient? Sie muss ihren Anteil ja in Form von Betreuung und Pflege leisten.

Ich danke euch für eure Antworten!
Amy

Dornenvogel
öfters hier
öfters hier
Beiträge: 70
Registriert: 28.10.2014 17:06

Re: Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Dornenvogel » 03.02.2015 20:29

hallo Amy,

Alimente können nicht "einfach mal so" abgeändert werden. Ausserdem gehe ich davon aus, dass es sich dabei um Kinderunterhalt handelt und nicht um Unterhalt an die Ex.

-ausschlaggebend ist, was im Trennungsurteil festgehalten wurde.
-wenn das Kind bereits 12 Jahre alt ist und ihr, wie du schreibst einen Teil der Betreuung übernehmt, dann kann man von der Mutter durchaus verlangen, dass sie einen Job annimmt, der ihren Unterhalt deckt. Besonders, da sie offenbar nicht verheiratet waren.

so oder so, wenn die Kindsmutter mehr Unterhalt will, dann muss sie eine Abänderungsklage einreichen.

denke ich jedenfalls... aber ich würde mich bei einem Anwalt über die Sachlage erkundigen.

lieben Gruss

Amy
Beiträge: 4
Registriert: 01.02.2015 18:07

Re: Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Amy » 04.02.2015 15:41

Genau, es handelt sich um reine Kinderalimente.

Der Junge ist pro Monat 10 Nächte bei uns und wenn es nach dem Jungen ginge, wäre er gerne zu Hälfte bei uns. Das wären "nur" 4 Nächte mehr pro Monat. Bedeutet dann aber auch, dass der Kindesmutter gar keine oder nur noch sehr wenige Kinderalimente zustehen würde und da würde sie niemals mitspielen.

Die KM wollte bereits 2x eine 50/50-Betreuung, aber dazu die vollen Kinderalimente wie mein Ex sie jetzt zahlt. :D

Dornenvogel
öfters hier
öfters hier
Beiträge: 70
Registriert: 28.10.2014 17:06

Re: Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Dornenvogel » 04.02.2015 16:28

das wollte "unsere" Ex damals auch.... quasi 100% Kinderbetreuung durch uns.. (wobei ich aber nichts zu melden hatte) und daneben aber den vollen Kinderunterhalt.

Ich denke, bei eurem Betreuungsmodell wird sie es schwer haben, eine Erhöhung des Kinderunterhaltes zu rechtfertigen. Ausser du und dein Mann verdient sehr gut!

Ich würde da mal einfach nicht gross reagieren.

Buchenholz
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 1109
Registriert: 15.03.2009 17:14

Re: Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Buchenholz » 05.02.2015 09:36

Hallo Amy

Wie bereits erwähnt wurde, kann die Alimente nur via Abänderungsklage verändert werden.

Und wenn der Junge mehr bei euch leben möchte, dann googelt mal nach Doppelresidenz oder Wechselmodell. Zu diesem Thema gibt's bereits Literatur und sonst empfehle ich euch eine Beratung beim www.vev.ch.

Mein Ex-Mann und ich praktizierten das und ich würde das wieder so tun. Tochter auch.

Kleiner Tipp: Dein Partner sollte sich nicht in eine Diskussion um mehr Alimente einlassen, sondern umgekehrt mehr Betreuung anbieten, damit die Kindsmutter einfacher einer Tätigkeit nachgehen kann. Er will damit der Frau eine Chance bieten, damit sie finanziell unabhängig ist.

Amy
Beiträge: 4
Registriert: 01.02.2015 18:07

Re: Wann ist eine Abänderung der Kinderalimente möglich?

Beitrag von Amy » 05.02.2015 17:04

Vielen Dank für die Infos. Wir hatten uns bereits vor einigen Jahren wegen eines Wechselmodells informiert, aber dann ist die KM nach Deutschland gezogen und das Thema war wieder hinfällig.

Aber wir würden es gerne noch einmal aufgreifen. Zumal sich der Junge ein 50/50-Wechselmodell auch sehr gut vorstellen kann und seine Wünsche in diesem Alter sicherlich von der Vormundschaftsbehörde angehört werden. Auch wenn die KM sich total quer stellen wird, weil sie die Kinderalimente für ihren Lebensunterhalt benötigt.

Mein Mann ist wirklich ein ganz toller Vater, hat sich seit der Trennung immer aufopferungsvoll um den Kleinen gekümmert, getan und gemacht - ich finde es so traurig, dass er so wenig Rechte hat.

Antworten