Revision Scheidungsurteil

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Delphia
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Revision Scheidungsurteil

Beitrag von Delphia » 10.02.2011 10:37

Hallo zusammen

Ich habe mich gezwungen gesehen, das Scheidungsurteil revidieren zu lassen. Grund: Leistungsvermögen des Pflichtigen hat sich erheblich verändert und vor allem Bedürfnisse der Kinder ändern sich dauerhaft, sodass ich in die Schulden komme.

Meine Tochter musste letztes Jahr während 4 Monaten fremdplatziert werden und nach den Sommerferien hat sie eine Schule angefangen, deren Kosten ich nicht decken mag.

Die Vormundschaftsbehörde - seit kurz nach der Scheidung besteht ein Beistandsschaft - vorfinanziert die Schule. Ich gebe freiwillig die Hälfte meiner Entschädigung von einer ehrenamtlichen Tätigkeit ab und die Kinderzulage sowie die Alimente an die VB. Mein Ex-Mann hat sich geweigert, überhaupt einen Rappen zu zahlen.

Nun ist die Vorladung gekommen. Er hat heftig reagiert. Er werde in diesem Kampf die Kinder reinziehen, er werde sie informieren, wie ich ihn ausnehme, usw. Das Gleiche hat er gegenüber der Beiständin erwähnt.

Zu erwähnen sei noch, dass er alleine mehr Geld verdient als mein Mann und ich mit den Alimenten und meiner Entschädigung. Wir haben aber 5 Kinder durchzubringen, davon studieren 2, eine besucht eine weiterführende Schule, usw.

Mein Sohn hat gerade gestern nochmals erwähnt, dass sein Papa ihn zwinge, eine Lehre anzufangen, er wolle nicht länger zahlen als nötig.

Ich hatte heute Morgen ein Gespräch mit der Beiständin. Sie meinte, der ganze Groll von der Scheidung sei immer noch da wie vor 14 Jahren.

Irgendwie graut es mir und ich beginne Angst zu haben wie damals bei der Einreichung der Scheidungsklage. Er ist unberechenbar und es ist eine Zeitbombe.

Ich brauche doch meine ganze Kraft, um meiner Tochter zu helfen und die sonstigen Herausforderungen hier im Haus auszuhalten.

ABGRENZEN und LOSLASSEN ist wohl auch hier Thema.
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tarzan
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Beitrag von tarzan » 10.02.2011 11:08

Hallo Delphia

Hast du die Abänderung des Urteils in Auftrag gegeben ?

Normalerweise werden die Kinderalimenten automatisch angepasst,
also ab Alter 12 gibts meistens mehr Geld fürs Kind. Bei uns war
das so, mein Mann musste 100.-- mehr zahlen pro Kind. Im Gegenzug
gingen die Frauenalimenten zurück.
Ist das in deinem Fall nicht so ?

Fremdplatzierungen gehen normalerweise nach dem Einkommen. Ist das
bei Euch nicht so ? Bei meiner Schwester läuft das so. Das wurde ausgerechnet.

Was sicher möglich ist, infolge Mehrverdienst eine Kinderalimenten Anpassung zu verlangen, wenn sich sein Lohn erheblich seit der Scheidung verändert hat.

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 15.02.2011 11:32

Hallo Tarzan

Abänderung: Ja ist aufgegleist beim hiesigen Bezirksgericht.

Keine Frauenalimente nachdem ich 6 Monate in ein eheähnliches Verhältnis lebe gemäss Konvention. N.B. er hat lediglich 5.5 Monate bezahlt mit der Behauptung ich sei früher umgezogen... Gang zum Friedensrichter hat nichts gebracht wegen des Kostenvorschusses. Insgesamt hat er 3 Jahre Frauenalimente bezahlt.

Kinderalimente wurden mit dem zurückgelegten 12. Altersjahr um 100 erhöht. Sie werden der Teuerung angepasst, beides gemäss Konvention. Ansonsten gab es nie eine Anpassung irgendwelcher Art.

Fremdplatzierung: Auf die Aufforderung der VB, wir sollten ein Budget zwecks Finanzierung einreichen, hat er nichts gemacht. Er zahle schliesslich ja Alimente für die Kinder. Ich meinerseits beteilige mich freiwillig mit der Hälfte meiner Entschädigung aus meiner Tätigkeit als "Gewählte". Leider reicht das weder für die Fremdplatzierung als auch für die Weiterbildung meiner Kinder nicht.

Einen vollwärtigen Job anzunehmen, liegt gesundheitlich nicht drin. Ich kämpfe seit Jahren, dass ich kein Burnout habe... Meine Geschichte kennt Ihr ja aus den Beiträgen.

Nun hat er ein Einschreiben geschickt und noch ein Mail dazu. Der Einschreiben habe ich noch nicht gelesen, das hat mein Mann für mich getan. Er hat heute via Mail die VB gebeten, zwischen den Parteien zu verhandeln. Das macht diese nicht (steht in der Antwort so). Ich habe den ganzen Kram auf Papier ausgedruckt und werde das Ganze der Anwältin übergeben. Diese hatte mir letzte Woche gesagt, ich solle auf keine Forderung eingehen.

Er droht und mir geht es nicht so gut. Ich kriege es mit der Angst zu tun. Seine Worte:

Mit Bestimmtheit braucht es aber für eine aussergerichtliche Lösung die aktive Mitwirkung der Vormundschaftsbehörde. Denn die Vormundschaftsbehörde kann laut Gesetz ausgehandelte Kinder-Unterhaltsbeiträge auch rechtskräftig machen.

Ich möchte nochmals klar zum Ausdruck bringen, dass wenn mich meine Ex-Frau tatsächlich vor Gericht ziehen wird, ohne überhaupt eine aussergerichtliche Einigung in Betracht gezogen zu haben, dass ich mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln wehren werde. Dabei werde ich auf Nichts Rücksicht nehmen. Es würde ein riesengrosser Streit entstehen. Die Beziehung und Kommunikation zwischen den Kindseltern wäre endgültig nicht mehr wiedergutzumachen.

Er hat mündlich gegenüber der Beiständin auch erwähnt, er werde die Kinder reinziehen. Zudem ist die Kommunikation nach wie vor nicht wirklich vorhanden. Er diktiert und das war's.

Einigen Aussagen der Kinder zufolge merke ich, dass er dies bereits tut. Das muss ich einfach ignorieren und weitermachen. Es gibt mit diesem Mann keine Kompromisse, leider... Auf die Verhandlungsversuche der VB ist er ja nicht eingegangen und jetzt behauptet er, ich hätte keine aussergerichtliche Einigung eingehen wollen. :evil:

In dieser Phase gilt es, die Kinder zu schützen. Meinerseits werde ich mit ihnen über diese Geschichte nicht reden und wenn sie Fragen stellen, nur in Anwesenheit meines Mannes oder aber am liebsten vor der Beiständin mit ihnen darüber reden.

Musste einfach mal abladen.

Falls Euch etwas auffällt, woran ich nicht gedacht habe, bitte mitteilen.
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Babell
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Beitrag von Babell » 15.02.2011 13:47

Hallo Delphia

Angst ist kein guter Verhandlungspartner. (ich verstehe aber dass du Angst hast, so wie der tobt)
Kannst du deine Angst irgendwie ausdrücken? Im Malen, schreiben, Sport,...
Ich zum Beispiel male gerne in so einer Situation.

Toll, wie dein Mann in dieser Sache hinter dir steht! :D
Schlussendlich musst du aber alleine da durch. Beiständin, Anwältin können vielleicht vor Gericht etwas bewirken, aber der Krieg, den er über die Kinder führen möchte, wird auf dich alleine zurückkommen, weil du in seinen Augen der "Feind" bist, welche ihn "ausnehmen" (etwas wegnehmen) möchte.

Sieht er denn nicht, dass du einfach möchtest, dass nicht mehr alles an dir hängen bleibt?

Ich finde es gut, wenn du Verantwortung abgibst. Dass das nicht allen passt, weil sie dann selber übernehmen müssen, kennst du ja bereits aus deinem Haushalt, gell...:wink:
Aber bleib dabei!

Viel Kraft und Mut! :super:

tarzan
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Beitrag von tarzan » 15.02.2011 15:08

Hallo Delphia

Wie alt ist die Tochter. Wenn sie unter 18 ist, wird sicher die Gemeinde/Stadt dafür aufkommen, da sie ein Schulplatz zu Gute hat.
Bei meiner Schwester hätte der Stadt die Privatschule bezahlt, hätte das geklappt, auch Internat wurden gutgeheissen. Der Anteil wo sie selbst übernehmen müsste, wurde anhand von ihrem Einkommen ausgerechnet. Mit dem hätte sie leben können, da sie ein Teil wieder einspart, weil das Kind 1-2 Wochen jeweils weg von zu Hause wäre.

Es ist normal, dass die Kinderalimenten ab Alter ca. 12 etwas ansteigen, danach aber nicht mehr. Mündingenunterhalt ist dann wieder ein anderes Thema.

Hast Du mit deinem Ex Mann das Gespräch gesucht, schriftlich oder anders ? Ich hoffe du hast nicht einfach eine Abänderung beantragt, denn so ist es schon möglich, dass das etwas negativ auf dich wirkt, weil du keine aussergerichtliche Einigung angestrebt hast.

Ich sehe da eigentlich nur eine Chance, wenn er wirklich viel mehr verdient wie zum Zeitpunkt der Scheidung, und keine weiteren Verpflichtungen wie zusätzliche Kinder, nicht erwerbstätige Ehefrau usw. hat.

Die Veränderung muss erheblich und dauerhaft sein. Im umgekehrten Fall wie z.b. Arbeitslosigkeit wird vom Gericht her auch keine Alimenten angepasst.

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Beitrag von Delphia » 15.02.2011 16:46

Hallo zusammen

Tochter ist noch nicht 18. Die offizielle Schulpflicht ist vorbei. Es ist gemeindeabhängig, wieviel die Gemeinde "freiwillig" übernimmt. Unsere Gemeinde versucht die Sozialkosten in den Griff zu haben...

Gespräch wurde gesucht. Er zahlt nicht mehr, basta. Auch offiziell seitens der VB wurde er darum gebeten, einen Vorschlag zwecks Finanzierung zu unterbreiten. Njet!

Er hat eine Prokuristenstelle im 2003 angetreten in einer grossen Firma in der Baubranche. Er verdient mehr als wir hier und hat keine Verpflichtungen ausser seinen zwei Kindern, die bei uns leben.

Zudem zeigt mir sein jetziges Verhalten auf, dass er partout nicht vor Gericht will. Er weiss, dass es für ihn nicht gut aussieht.
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Beitrag von tarzan » 16.02.2011 12:48

dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig als der Rechtsweg, der Richter soll dann entscheiden. Wünsche dir viel Glück dabei.

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Beitrag von Bacci2 » 20.02.2011 11:07

Wie sagt man so schön, laute Hunde die bellen beissen nicht. Klar macht er jetzt Stunk weil er genau weiss, dass es für ihn vor Gericht schlecht aussieht. Zieh es auf jeden Fall durch, lass ihn und seine Briefe nicht an dich ran. Finde es super wie dein Mann das mit dir macht. Leider Gottes gibt es viel zu viele solcher Idioten auf dieser Welt, die keine anderen Probleme haben als den Mitmenschen das Leben schwer zu machen. Aber eigentlich musst du mit Mitleid an ihn denken, denn was hat er schon? Ich mache das auch, dann wird die Wut weniger.
Drück dich.

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Beitrag von Delphia » 27.02.2011 20:08

Es gibt Ausnahmen Bacci.

Es gibt bellende beissende Hunde. Das ist einer...

Ich habe heute ein bitterböses Mail erhalten. Geht um das Sorgerecht für die Kinder. Ich müsse nicht wundern, wenn es unseren Kindern schlecht gehe, wenn ich ihnen den Vater weggenommen hätte. Es seien unzumutbare Zustände bei uns (siehe Thread eigene Kinder, explodieren eines Dampfkochtopfs).

Der erste Angriff hat seinerseits stattgefunden. Und ich habe wieder Angst gekriegt.
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Beitrag von carlotta37 » 27.02.2011 20:38

Liebe Delphia,
ich kenne die Ängste vor dem Ex, wenn auch aus anderen Gründen. Aber auch meiner war für mich lange Zeit unberechenbar in seiner Wut....

Mir hat geholfen mich ganz konkret zu fragen: was könnte schlimmstenfalls passieren? Was genau kann er mir tun? Den Kindern? Wie wahrscheinlich ist das?
Dann habe ich meist gespürt, dass mich so viel Hass von seiner Seite einfach sehr verunsichert, aber dass es keinen Grund für eine ganz konkrete Angst gibt. Und das hat geholfen.

Eure Kinder sind ja schon älter und meinst Du nicht, sie werden schon auch spüren, worum es wirklich geht? Glaubst Du, sie werden sich in den Konflikt hereinziehen lassen? Es sind immerhin junge Erwachsene, die sind nicht mehr so einfach zu manipulieren wie kleine Kinder.

Ich kann Dich verstehen und Dir einfach nur viel Kraft wünschen, aber vielleicht kannst Du Dich etwas beruhigen, wenn Du versuchst, das Ganze sachlicher zu betrachten.
Alles Gute und versucht alle miteinander, das Leben trotzdem zu geniessen!

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Beitrag von Bacci2 » 28.02.2011 10:15

Ui, dass das nach all den Jahren noch so ist. Also der Hass von seiner Seite. Ich hatte das Problem, als mein Ex erfahren hatte, dass ich einen neuen Lebenspartner habe. Da ist er auch ausgerastet mit Morddrohungen etc. Er wurde dann ein paar Tage verwahrt und bekam Kontaktsperre zu uns. Könntest Du nicht auch so etwas in die Wege leiten, wenn er so zu euch ist? Oder dein Anwalt solche Schreiben dir nicht mehr zeigt, damit du nicht mehr dadurch belastet wirst?

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Beitrag von Delphia » 04.03.2011 18:55

Hallo zusammen

NEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNN!

Die Kinder sind nun definitiv reingezogen. Er hat einen Brief eingereicht, in welchem meine Tochter ihren Vater vor Gericht unterstützen will.

Das Gericht hat dies abgelehnt, es würden keine Kinder angehört.

Ich kann Euch sagen, es wird sehr, sehr wüst... Zudem sind wieder Drohungen drin, zwar nur verbal und psychologisch, aber ich fühle anders.

Wie Ihr richtig bemerkt habt, ich grenze mich ab. Ich bin bis zum Termin ziemlich beschäftigt, sodass ich kaum Zeit habe, mir Gedanken zu machen.

Und ich bin sehr froh, über andere Leute, die mich kontaktieren, um ihre Probleme zu schildern. So bin ich voll abgelenkt.

Schönes Wochenende!
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Beitrag von Delphia » 09.03.2011 07:25

Morgen ist die Anhörung. Ich bin ruhig und in einer Warteposition.

Er tobt. Er weiss nicht, woher er das Geld für das Bahnbillett zum Gericht nehmen soll...

Nur meine Verdauung hat sich gemeldet... Schadet ja nicht, einige Pfunde zu verlieren ;-)
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Beitrag von Bacci2 » 09.03.2011 07:41

Ui, ja bei mir schlägt das auch immer auf den Darm :oops: Soll er doch toben. Sein Verhalten zeigt ja schön, dass er genau weiss was auf ihn zu kommt. Wünsche Dir Morgen auf jeden Fall vieeeeelllll Erfolg.
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Beitrag von Anita » 09.03.2011 07:53

drück dir die daumen für morgen - hoffentlich wird es ein klärendes und faires urteil geben!
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