Mündigkeit vs Eintritt in die volle Erwerbsfähigkeit

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Buchenholz
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Beitrag von Buchenholz » 16.08.2010 15:27

Babell hat geschrieben:Übrigens: Die zweijährige Berufslehre gibt es nicht mehr.
Früher sagte man doch auch Anlehre. Jetzt habe ich gerade gegooglet. Ja, es gibt noch die 2 jährige Lehre.
http://berufsberatung.ch/dyn/1211.aspx
Heute hat man neue Berufswege entwickeln müssen, damit auch Realschüler eine Ausbildung MIT Diplom absolvieren können.

Zu meiner Zeit machten viele Realschüler keine Lehre und gingen direkt in die Fabrik arbeiten. Vor allem die Ausländer (Italiener)

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Beitrag von Babell » 16.08.2010 15:48

Wow, so viele!
Danke fürs googlen, auch wenns ein bisschen am Thema vorbei ist. Sorry :roll:

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 17.08.2010 06:55

Bei uns im Thurgau gibt es die zweijährige Ausbildung noch. Sie heisst: Attestlehre. Es ersetzt sozusagen die Anlehre.

Einige der heutigen Jugendlichen sind eben so, dass sie sich zu schade sind, einen Besen in die Hand zu nehmen, um die Werkstatt im 1. Lehrjahr sauber zu machen. Irgendwo fängt jeder an. Vielleicht ginge es darum, zu zeigen, warum die Werkstatt am Freitag Abend gesäubert werden sollte... ;-)

Zu Hause ist es nicht anders... Da habe ich schon etliche Beispiele genannt.
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Beitrag von Buchenholz » 17.08.2010 13:38

Vielleicht muss ich hier aber auch mal für die Jugendlichen einstehen.

Ich bin hier in der Jugendarbeit tätig und organisiere jedes Jahr ein Lager für Schulkinder. Dafür brauchen wir ca. 12 Leiter und ein paar Helfer. Es wird jedes Jahr schwieriger Leute zu finden. Väter können und/oder wollen nicht einfach eine ihrer Ferienwochen dafür opfern und die Mütter sind oft Teilzeit berufstätig und könnten nur tageweise mithelfen, was es sehr kompliziert macht.

Jugendliche ab 8. Schuljahr würden noch so gerne einen Leiterjob übernehmen, aber das traute man ihnen bis jetzt nie zu. Letztes Jahr startet ich das Wagnis und 3/4 unseres Teams war unter 18 Jahre alt. Klar war es manchmal etwas chaotisch, laut und wild. Aber die jungen Leute waren sich ihrer Verantwortung immer bewusst und haben oft über die eigentliche Zeit im Hintergrund geschuftet und neue Ideen entwickelt. Und die Burschen sind in diesem Alter voll im Saft und wollen anpacken.
Für nächstes Jahr könnte ich ganz auf Erwachsene verzichten, ich habe die Qual der Wahl.

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Beitrag von Delphia » 17.08.2010 15:03

Ja Buchenholz

Das sind die aufmunternden Beispiele. Glücklicherweise gibt es doch eine Mehrheit davon... Auch in den Schule hört man von den schlimmen SchülerInnen, aber man vergisst immer wieder, dass die grosse Mehrheit problemlose Kinder/Jugendliche sind.

Wir bewegen uns hier in einem Forum und laden unsere Probleme ab. Deshalb kommen mehrheitlich die negativen Seiten vor. Auch bei uns sind etliche positive Seiten vorhanden.

Neulich hat die jüngste meines Mannes spontan geholfen, ohne dass ich bitte, bitte sagen musste.
Oder mein Sohn hat den neu gekauften IKEA-Schrank angefangen aufzubauen. Schnell bin ich dazu gekommen und habe Handlanger gespielt... ;-)
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Beitrag von Anita » 05.09.2010 15:40

mein mann hatte nun das gespräch mit seinem sohn.
er hat ihm erklärt, dass die zahlung an seine mutter ausläuft und er sich mal gedanken machen soll, was seine lebenskosten ausmachen und was er noch an unterstützung braucht - welche vorstellung er diesbezüglich hat.
mein stiefsohn scheint sich noch nicht mit auseinandergesetzt zu haben...ich finde es gut, ist "der ball" nun bei ihm, denn volljährig sein bedeutet ja auch, selbstständig verantwortung für seine finanzen zu übernehmen.
wir warten nun mal auf seinen vorschlag :)
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Beitrag von tarzan » 06.09.2010 08:57

Hallo Anita
Finde ich gut, hat er das dem Sohn so geschildert.
Bei meinen Stiefkindern hatte ich auch den Eindruck, wo sie 18 geworden sind, dass sie sich überhaupt nicht damit auseinander gesetzt haben, und immer noch dachten, das sei eine Sache zwischen Vater und Mutter.
Schade übernehmen die erwachsenen Jugendliche nicht mehr Eigenverantwortung, an den Rechten sind sie meist umso mehr interessiert.

Wünsche Euch viel Glück :wink:
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Beitrag von Anita » 06.09.2010 09:05

...manchen wird halt alles abgenommen....gescheit finde ich es nicht, weil es dann später einfach dazu führt, den hörer in die hand zu nehmen und es wieder abzugeben - dem anwalt :roll: ...

aber das ist wohl ein übel unserer gesellschaft....miteinander sprechen ist vom aussterben bedroht :?
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Beitrag von Anita » 15.09.2010 21:02

so nun kommst wohl doch ganz anders :roll: ....

wir haben eine mail von der ex bekommen. sie werde weiterhin das geld vom sohn verwalten (er sei damit einverstanden) und sie erwarte die selben alimente weiterhin..

:roll: ...nun müssen wir wohl wieder die zahlen auslegen, damit es eine entlastung gibt...

wie der sohn darüber denkt, wissen wir (noch) nicht...er tut mir gerade leid :(
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Beitrag von aisha » 16.09.2010 08:50

hallo Anita,

solch einen Brief haben wir kürzlich auch erhalten und dann in was für einem Ton gehalten!!!!
Nur wusste der Sohn leider nicht, dass er da zugestimmt haben soll!!!!! Das ist der Hammer, gell. die Ex ist einfach immer noch der Meinung, dass sie Geld von meinem Partner "zugute" habe.

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Beitrag von Anita » 16.09.2010 13:42

ja seufz...

wir müssen nun wohl schauen, was und ob wir überhaupt am zuge sind, etwas zu unternehmen...
ehrlich gesagt ist mir die ganz genaue rechtslage noch immer nicht klar, weil es ja so unterschiedlich ausgelegt wird...
wir haben uns nun ans jungedsekretriat gewandt und hoffen da auf eine klärung...

der brief von der exfrau war sehr freundlich aber bestimmt, als ob sie sich sicher ist, dass sie den ganzen betrag zu gute hat :roll: ...

ich bin eigentlich sicher, dass sie ohne schriftliche vollmacht des sohnes kein anrecht mehr auf eine zahlung auf ihr konto hat und das der grosse halt wirklich SELBST für seines einstehen und verhandeln muss.

mal schauen wie es weiter geht - irgendwie sind wir es uns ja gewohnt :) *versuchesmithumorzunehmen*
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aisha

Beitrag von aisha » 16.09.2010 14:09

Anita, wenn der Sohn volljährig ist, dann hat er allein Anspruch auf das Geld seines Vaters! Wenn die Mutter von ihm etwas für Kost und Logis verlangt, dann ist das eine Sache zwischen Mutter und Sohn.
Wenn er hingegen schriftlich zustimmt, dass sie weiterhin das Geld erhält, jänu...dann ist das seine Sache.

Aber es ist nun mal so, dass auch die Mutter einen Beitrag zu den Kindern leisten muss, und sei es halt in Form von Kost und Logis.
Das begreift die Ex meines Freundes nach wie vor nicht. sie ist der Meinung, dass sie keinen müden Rappen lockermachen muss für ihre Kinder. Sie ist der Auffassung, dass mein Freund sie "belohnen" muss, dass der Sohn noch bei ihr wohnt. und dass sie weder für Essen noch sonst was aufkommen müsse.
Dabei verdient sie nicht schlecht.

Weisst du, ich frage mich dann jeweils, wieviel sind solchen Frauen ihre Kinder wert? Wenn sie bis ins Erwachsenenalter als Druckmittel herhalten müssen. Mich als Kind würde sowas von meiner Mutter extrem zu denken geben!!!!!

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Beitrag von val » 16.09.2010 22:06

Hallo Anita

Die Rechtslage ist so, dass die mündigen Kinder (der Ausdruck widerspricht sich zwar selbst, aber ich weiss nicht wie ich das anders beschreiben soll) selber aktiv werden müssen, wenn sie vom Vater weiterhin Unterstützung wollen (ausser es ist im Scheidungsurteil ganz klar festgehalten dass die Unterstützung bis Eintritt in die volle Erwerbstätigkeit oder Abschluss Erstausbildung dauert). D.h. sie müssen selber die nötigen Instanzen einschalten, wenn sie sich nicht anderweitig mit dem Vater einigen können. Wer das Geld der Kinder verwaltet tut nichts zur Sache, das ist eine Abmachung zwischen Kind und Mutter. Die Ex kann also nicht von Deinem Mann verlangen, dass die Zahlungen weitergehen, sie hat dafür absolut keine Grundlage mehr. Ausser sie ist die Beiständin des Sohnes, aber das ist wohl kaum der Fall.

Liebe Grüsse
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Beitrag von Anita » 17.09.2010 11:42

hallo val

es gibt da eben unterschiedliche meinungen zu. der sohn kann glaubs schon seine mutter bevollmächtigen, sein geld zu verwalten und beim vater den wunsch äussern, dass er das geld darum auf das konto der mutter senden soll...ABER es sollte das SELBST tun. mein mann wird sicher nicht einfach der mail seiner exfrau folge leisten.

wir haben eben via jungendsekretariat erfahren, dass unser urteil wirklich so ist, dass es KEINE betragliche regelung gibt nach volljährigkeit. also kein anspruch auf die bisherige summe besteht. was bleibt, ist natürlich die unterhaltspflicht während der ausbildung.

mein mann wird nun nochmals versuchen mit seinem sohn kontakt aufzunehmen und ihm das zu sagen. er sollte ein budget erstellen und dann wird nochmals verhandelt. sollte er damit nicht einverstanden sein, muss er vor gericht damit. dann entscheidet das gericht, welchen betrag es zu zahlen gibt.

ich hoffe mal, dass sie sich einig werden :roll: ....und das seine mutter, ihren sohn das regeln lässt und wir nicht gleich wieder mit anwalt auffahren müssen...
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Beitrag von Delphia » 17.09.2010 15:46

Liebe Anita

Das hoffe ich auch für Euch, das sich aussergerichtlich lösen lässt.

Bei uns ist es selbstverständlich, dass mein Mann für seine Kinder aufkommt (zwei sind bereits volljährig). Die Ex-Frau hat nie Alimente bezahlt und sie bezahlt auch für die Ausbildung nichts, obwohl sie verdient. N.B. Mein Mann hat das Sorgerecht seit der Scheidung.

Mein Ex-Mann bezahlt Kinderalimente und alles was darüber hinaus geht, wie jetzt z.Bsp. 1 Jahr Bildungsjahr (=21000 p.a.) nicht. Die Finanzierung wird auch hier zum Streit führen, leider.

Fazit: Alle Kinder (5) leben bei uns. Alimente nur für 2 Kinder. Zusätzliche Ausbildungen etc. voll zu unseren Lasten. So ist nun das Leben...

Viel Glück!
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