Musikunterricht und Sprachaufenthalt

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Glitzerpuups
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Musikunterricht und Sprachaufenthalt

Beitrag von Glitzerpuups » 08.12.2017 10:39

Hallo Zusammen
Ich bin neu hier und hoffe ihr könnt mir/uns weiterhelfen.
Die Situation kurz erklärt:
Mein Partner ist seit Sommer 2015 getrennt und seit 2016 geschieden. Er hat zwei Söhne im Alter von 12 und 14, die bei der Mutter und deren neuen Partner leben.
Mein Partner hat sich von ihr getrennt und trotz ihrer (wenige Wochen nach der Trennung) neuen Beziehung ist sie nach wie vor stink sauer und eine normale Kommunikation ist unmöglich.
Die Kinder dürfen so gut wie nie zu uns kommen, obwohl wir wirklich jedes Wochenende im Jahr als möglich angeben. Mein Partner arbeitet Schicht, deswegen war die Regelung jedes 2. Weekend nicht möglich.
In diesem Jahr waren sie an drei Wochenenden hier, was ihnen auch jedes Mal super gefällt.
Wir haben auch die Mittwoch Nachmittage angegeben, dies ist aber nicht möglich da sie da „bereits gut untergebracht sind“ - beim Grosi das eh im Nachbardorf wohnt so wie wir auch. Spass haben sie da keinen, das haben sie uns erzählt.
Irgendwann kam dann plötzlich die Anfrage zur Beteiligung an den Kosten für Musikunterricht und einen Sprachaufenthalt in England.
Mein Partner lehnte dies ab mit folgenden Begründungen: Das Grosi ist Britin und die Kinder verbringen jedes Jahr 1-2 Wochen in England mit der englischen Familie. Musikinstrumente sind Akkordeon und Gitarre. Akkordeon für den Grossen (er hat schon genug Schwierigkeiten in der Schule mitzukommen, Sprachstörung und ADHS). Für den Kleinen wäre Gitarrenunterricht sicher eine Option, die auch mitfinanziert werden würde. Aber sie will das ganze „Paket“.
Nun kam ein Schreiben ihres Anwaltes, mit dem sie CHF 1990 einfordert (käme ihr sicher gelegen um die Steuerrechnung zu zahlen...).
Er zahlt bereits CHF 1000 pro Kind und Monat regulären Unterhalt.
Letztes Weekend waren die Kids da, sie haben nichts von Musikunterricht erzählt, reden aber sonst viel über ihre Hobbys.
Er wird das jetzt seiner Anwältin übergeben, weil er absolut nicht bereit ist dies zu zahlen.
Er ist ein super Papi, liebt seine Jungs und leidet darunter, dass er sie so selten sieht. Wenigstens haben wir eine WhatsApp-Gruppe...
Was für Tipps habt ihr? Hat er da eine Chance?
Es ist so wahnsinnig mühsam, dass da nie Frieden einkehrt und immer wenn wir denken, sie kommt uns entgegen oder hat sich endlich beruhigt kommt der nächste hinterlistige Schlag.
Sorry für den langen Text. Aber ich danke euch bereits im Voraus fürs Lesen und eure Hilfe.
Liebe Grüsse :)

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Re: Musikunterricht und Sprachaufenthalt

Beitrag von Ria » 12.12.2017 16:49

Hallo Gliterzpuups und willkommen in unserem Forum

Wir freuen uns auf den Austausch mit dir. :)

Es ist wirklich schwer zu ertragen für einen Vater, wenn er mit seinen Kindern einen guten Kontakt pflegen möchte und sich darin behindert fühlt.
Die Exfrau kann so lange stinksauer sein, wie sie will, da nützt es manchmal nicht einmal etwas, wenn sie einen neuen Partner hat. Denn die alten Verletzungen werden dadurch nicht automatisch geheilt und sie kommt da erst wirklich weiter und kann wieder glücklich werden, wenn sie bereit ist, auch ihren Anteil an dieser gescheiterten Beziehung zu übernehmen.
Aber dazu könnt ihr sie nicht zwingen.

Was ihr aber tun könnt ist, und das ist nicht ohne, dass ihr den Kindern zuliebe immer wieder euer Bestes für eine friedliche Situation gebt. Denn mit solchen Diskussionen werden sie sehr belastet.

Und wenn sie euch erzählen, dass sie
Glitzerpuups hat geschrieben:
08.12.2017 10:39
beim Grosi (...) Spass haben sie da keinen, das haben sie uns erzählt.
oder
die Kids da, sie haben nichts von Musikunterricht erzählt, reden aber sonst viel über ihre Hobbys.
könnte das auch "nur" darauf hindeuten, dass sie es euch rechtmachen wollen. Vielleicht sagen sie bei der Mutter etwas anderes.

Könnte es nicht auch sein, dass die Mutter für die Kinder etwas Gutes will, wenn sie Musikunterricht und Sprachaufenthalt vorschlägt?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es für ein Kind mit Schwierigkeiten in der Schule und ADHS förderlich sein könnte, ein Instrument zu spielen, das ihm Freude macht. Wenn er das wenigstens einmal ausprobieren und herausfinden könnte, ob das etwas für ihn ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich mir auch vorstellen, dass dies mit den überwiesenen Alimenten knapp wird.
Wäre da nicht der alte Streit zwischen den Expartnern, wäre dieser Vorschlag vielleicht gar nicht so daneben?

Sorry, dass ich da etwas kritisch antworte, aber ich versuche, die Sicht der Kinder zu vertreten, und da sieht es vielleicht etwas anders aus?
Ich glaube, dass viele Eltern sich überhaupt nicht bewusst sind, wie schwierig solche Streitigkeiten für die Kinder sind, denn die bekommen das mit, auch wenn ihr nicht vor ihnen streitet.
Natürlich ist es dann aber schwierig, grosszügig zu sein. Das verstehe ich.

Jedenfalls wünsche ich euch etwas Entspannung und bestmögliche Lösungen, gerade auch für die Kinder.
Seit 21 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
http://www.coacheria.ch

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