erwachsenes stiefkind

Reaktionen, und wie ich damit umgehe...
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dida
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erwachsenes stiefkind

Beitrag von dida » 19.11.2008 22:54

hi, ich bin 31, alleinerziehende mutter eines 2 1/2 jaehrigen und habe probleme mit der frau meines vaters. sie ist 9 jahre aelter als ich und hat mit meinem vater zusammen ein kind das 6 monate juenger ist als mein sohn.
ich bin im feb von deutschland zu ihr nach dk gezogen um als tagesmutter beide kinder zu betreuen. ich habe bei ihr gewohnt, gearbeitet und meine wochenenden da verbracht.
sie fing an mich als ihre grosse tochter fremden vorzustellen, meinem vater gegenueber von den drei kindern zu sprechen (mein sohn, ihre tochter und mich). als ich ihr bescheid gab das ich das nicht moechte hat sie mir gesagt ich solle soetwas nicht so persoenlich nehmen schliesslich tue sie es ja fuer meinen vater (uns als familie zu betrachten).
meine mutter ist nach langem leiden an krebs gestorben und diese wunde habe ich nicht bewaeltigt. mein vater verhaelt sich nicht bzw auesserst diplomatisch dazu.
sie hat einen deutlich anderen erziehungs stiel als ich, stellt ihre weise als absolut dar und kritisiert mich (und meine erziehungsweise). ich kann nicht in der gegenwart von ihr und ihrer tochter sein ohne enorm angespannt zu sein.
ich weiss nicht wie ich mich meinem vater gegen ueber verhalten soll. ich moechte ihn (und seine tochter) gerne sehen, kann seine frau aber nicht "ertragen". ich wuerde gerne rat bei gleichgesinnten suchen oder bei denen die sich da angesprochen fuehlen.
ich habe jetzt auch nur einen bruchteil dessen darstellen koennen was los ist. ich fuehle mich einfach sehr allein mit diesem problem.

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 20.11.2008 08:17

Hallo Dida

Willkommen bei uns!

Es geht Dir unter die Haut, diese Situation von einer knapp älteren Frau als Kind betrachtet zu werden. Ich kenne diese Situation nicht, und ich versuche es mir irgendwie vorzustellen.

Sag mal, erkläre uns, warum Du zu Deinem Vater und seiner Frau gegangen bist?
Ist das für Dich eine finanzielle Absicherung?
Was meint der Kindsvater (von Deinem Kind) dazu?
Wie hast Du Dich sonst so organisiert?

Ich kann ja nicht fragen, wie Dein Baby die Situation empfindet, aber vielleicht findet es später die Situation ganz lässig, ein Gspännli zu haben?

Beste Grüsse
Delphia
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Anita
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Beitrag von Anita » 20.11.2008 08:35

hallo dida - herzlich willkommen im forum!

ich stelle mir deine situation sehr schwierig vor.
es vermischen sich sehr komplex die familiensysteme und das macht ein zusammenleben auch kompliziert.

mir stellt sich auch die frage, warum du zu deinem vater gezogen bist?
mein erster gedanke war, - du solltest ein eigenes leben und umfeld aufbauen und dich eher lösen. das schliesst ja besuche und familientreffen nicht aus und einer guten beziehung steht auch nichts im wege.
die aussagen der frau deines vaters weissen darauf hin, dass auch sie (also dein vater und die frau) mit dem abgrenzen mühe haben und darum nach aussen nach einer "lebbaren" form suchen.

könnt ihr darüber offen sprechen?

lg
anita
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http://www.elterncoach.ch

dida
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erwachsenes stiefkind

Beitrag von dida » 20.11.2008 11:20

hi,
ich bin nach dk gegangen weil ich probleme mit dem kv (mein kind) hatte und weil ich nicht wirklich eine zukunfts perspektive in berlin hatte (keine aussbildung, schlechter arbeitsmarkt). meine ganzen freunde waren entweder nicht zuverlaessig oder selber mit (klein)kindern eingebunden so dass ich keine entlastung bezueglich meines kindes hatte. ich habe mich vom kv getrennt 6 wochen nach der geburt weil er sich in der schwangerschaft(nicht geplant) schon um verantwortung gedrueckt hat, sehr unzuverlaessig war und mir nur zusaetzlichen stress bereitet hat. mein vater und mein bruder sind die einzige familie die ich noch hab und die leben eben in dk. mir ist der job angeboten worden mit meinem kind auf meine halbschwester aufzupassen, gegen bezahlung die fuer berliner verhaeltnisse hoch war(fuer daenische leider nicht wie ich spaeter fest gestellt habe- unter sozialsatz fuer eine 40 stunden woche). logis frei und eine geringe beteiligung an kost (war aussgemacht). zu dem zeitpunkt wo ich gefragt wurde hat mein vater nicht bei ihr gewohnt sondern hatte einen hof auf dem land. mein plan war die wochenenden dort zu verbringen- mir war von anfang an bewusst das die konstelation dort zu wohnen und arbeiten unguenstig ist. mein vater hat dann aber den hof verkauft, ist zu ihr gezogen.
es ist nahezu unmoeglich eine wohnug in dk zu mieten, und alle wohnungen haben in etwa soviel gekostet wie ich verdient habe. ich war zudem isoliert, da die meisten eltern ihre kinder mit 6 monaten in die krippe geben und arbeiten gehen. tagsueber war ich allein mit den beiden etwa 2 jaehrigen.
meine "stiefmutter" arbeitet zuhause im nebengebaeude (wo ich drueber gewohnt habe), ist immerwieder "zufaellig" ins haus gekommen, hat mir meinen lohn gezahlt (wusste also deteiliert ueber meine finanzielle situation bescheid) hat an wochenenden und abende bis zum teil 2 uhr (unter mir) gearbeitet, hat treffen organisiert, den leuten alles ueber mich erzaehlt und sich als ich noch auf dem rueckweg war bei denen erkundigt wie das treffen gelaufen ist u aehnliches -kontrolle. wenn ich in irgendeiner weise bemerkt habe das ich das uebergriffig finde hat sie mir immer nur gesagt das sie es ja nur gut mit mir meint. ich habe grosse probleme diese gutmuetigkeit zu haendeln. ich fuehle mich machtlos dagegen anzugehen da ich dann als undankbar etc. betrachtet werde. ich empfinde gut gemeint ist das gegenteil von gut.
mit meinem vater kann ich reden, mit ihr nicht. sie hat die angewohnheit mich entweder mundtot zu machen, mir das wort im munde zu verdrehen oder mich mit ich-botschaften zu bombardieren die ich nicht aushebeln kann.
ich moechte eine grosse distanz zu ihr wahren kann das aber nicht weil sie sich immer wieder reindrengt (auch zwischen meinem vater und mir) und z.t. meine situation (bewusst oder nicht) ausgenutzt. ich weiss das ich ihr das irgendwie begreiflich machen muss aber mir fehlt die kraft dazu. z.z. schaue ich das ich sowenig wie moeglich mit ihr zu tun hab und so wenig wie moeglich abhaengig bin. neben bei versuche ich mich in ein fremdes land einzufuegen, meinem sohn gerecht zu werden, ein soziales netzwerk auf zu bauen und nicht in eine winterdepression zu fallen. ach ja auf jobsuche bin ich auch. meinem vater muesste ich klar formulierte anweisungen geben um unterstuetzung zu bekommen und ich habe festgestellt das es einfacher ist es selbst zu machen. ich wohne zumindest nicht mehr da, muss aber dahin wenn ich meinen vater sehen moechte oder mein kind baby sitten zu lassen(ich wohne auf dem hof was meinem vater gehoerte und da er sich mit den leuten (bzw seine frau) verkracht hat kommt er nicht her). ich denke ein gespraech mit meinem vater steht an, aber auch dazu habe ich nicht die energie.
mein bruder haelt mehr zu der seite vater/frau wobei er sie als etwas nervig empfindet und ich seh ihn eher nicht als ansprechs partner. ich fuehle mich einfach sehr allein etwa so wie ich gegen den rest.
ich moechte mein vater nicht unter druck setzen kann aber auch nicht heile familie spielen mit seiner frau.
ich waere dankbar fuer rat den alltag mit der situation zu behandeln. was mache ich bei geburtstagen, familientreffen feiertagen usw -die finden alle samt bei ihr statt...(ohoh ist ja ganz schoen lang geworden mein klagetext- ich hoere lieber mal auf und warte auf reaktionen...)
lg dida

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 21.11.2008 09:17

Hallo Dida

Ich kenne mich in Dänemark nicht aus, ausser in der Region um Thisted, aber dies nur geografisch..., was die Sozialnetze betrifft.

Gibt es eine Möglichkeit für Dich in eine unentgeltliche Beratung zu gehen. Ich meinte, Dänemark sei in solchen Sachen viel weiter als die Schweiz?

Beste Grüsse
Delphia
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Beitrag von BabyOne » 16.01.2009 10:42

Hallo Dida,

so wie Du es beschreibst fühlst Du dich eher als eine Leibeigene und nicht als eine normale Angestellte. Dass die Abgrenzung wichtig und in dieser Situation sehr schwierig ist, haben ja andere schon geschrieben. Ich habe das Gefühl, Du möchtest eigentlich aus dieser Situation weg, weisst aber nicht was Du stattdessen machen könntest und redest Dich ein wenig mit finanziellen Schwierigkeiten heraus und damit dass Du sonst keine Familie hast. Ist das nicht ein wenig eine bequeme Ausrede, um nicht selber aktiv werden zu müssen? Deine Entscheidung nach Dänemark zu gehen war anscheinend auch eher eine Flucht als eine bewusste Entscheidung FÜR etwas.

Auf den Punkt gebracht würde ich mal sagen (ich hoffe ich bin nicht zu hart), Dein größtes Problem ist nicht die Stiemutter oder der Vater oder Deine Lebenssituation, sondern Deine eigene Untentschlossenheit. Und das ist auch der Punkt wo Du ansetzten kannst, egal was die anderen tun. Überleg Dir was DU willst. Wie stellst Du Dir Dein Leben in einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren vor? Was willst Du erreichen, beruflich und privat? Wie soll Dein Kind aufwachsen? Wo willst Du leben? Was waren eigentlich früher Deine Träume, was wolltest Du immer machen wenn Du mal groß sein würdet? Und dann nimm das Ruder in die Hand und fang an zu steuern statt Dich treiben zu lassen.

Willst Du nach Deutschland zurück? Dann spar für ein Ticket, fahr zurück und melde Dich bei den Sozialbehörden. Bis das Kind drei Jahre alt ist steht Dir jede Unterstützung ohne Bedingungen zu, und in dieser Zeit hast Du die Möglichkeit Dich neu zu organisieren. Willst Du einen bestimmten Beruf ausüben oder eine Ausbildung machen? Dann informiere Dich was da die Voraussetzungen sind und fang an etwas dafür zu tun. Geh zum Arbeitsamt, lass Dich beraten. Such einen Kindergartenplatz für Dein Kind, such Dir einen Praktikumsplatz oder einen Ausbildungsplatz oder einen Job. Liebst Du die Arbeit als Tagesmutter? Dann mach ein paar Schulungen in erster Hilfe für Kinder und Kinderpflege, informiere Dich über behördliche Auflagen und nimm noch ein paar Kinder anderer Mütter auf.

Wenn Deine Stiefmutter Dich nervt, musst Du eben auf Abstand gehen. Ich kenne das ganze aus der Schwiegertochterperspektive, und man muss einfach selber wissen ob es für die eigene seelische Gesundheit noch möglich ist sich bei Treffen zusammen zu reissen und gute Miene zu machen, oder ob man die betreffende Person einfach nicht mehr sehen will und den Kontakt weitgehend oder ganz abbricht. Wenn sie sieht dass Du nicht abhängig bist und Dein Leben alleine gut auf die Reihe bekommst, wird sie vielleicht auch irgendwann mehr Respekt vor Dir haben und anders auf Dich zugehen - vielleicht aber auch nicht.

Viele Grüße
Patch von 2002/2003 bis 2017
eine gemeinsame Tochter 15 J.

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