"fröhliche" Weihnachten

Reaktionen, und wie ich damit umgehe...
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aisha

"fröhliche" Weihnachten

Beitrag von aisha » 06.11.2008 19:28

Hallo zusammen,
schon jetzt kriege ich vom Thema Weihnachten Schweissausbrüche. Eigentlich wollten wir Weihnachten dieses Jahr mal wirklich stressfrei in den Bergen verbringen, im Ferienhaus einer Bekannten, nachdem die Feiertage letzes Jahr wieder im Totalstress für mich ausgeartet waren. Doch schon 7 Wochen vorher gibts Stress. Die Ex von meinem Partner bestimmte einmal mehr ohne uns zu kontaktieren, dass die Kinder mit ihr feiern werden, wie immer. Durch Zufall erfuhren wir vom Sohn, dass sie aber sonst ihre ganzen Weihnachtsferien bei uns zu verbringen hätten. Wir werden nicht mal gefragt , ob wir was Pläne haben! Mein Partner gibt auch dieses Mal diskussionlos nach, obwohl für uns wieder ein gehöriger Mehraufwand ensteht. (Kinder mit in die Berge, mit dem Zug zurück zur Mutter und dann wieder zu uns, da die Ex ja ihre Kinder ausschliesslich an heilig Abend zu sehen wünscht) .Die Kinder getrauen sich im Uebrigen nicht, sich gegen die Mutter zu wehren, da sie sonst wieder einen ihrer hysterischen Anfälle bekommt.
Die Eltern meines Partners erwarten wie immer am 25. 12. eingeladen werden, auch im Feriennhaus, dort mit Uebernachtung! (Mein Partner hat noch 3 Geschwister in der Nähe). Bei meiner Familie hängt immer alles davon ab, was meine Schwägerin für Pläne hat, die ganze Familie hat sich danach zu richten. Da sie am 24. 12 mit ihren Eltern feiern will, haben wir also am 25. die Ehre und Pflicht mit ihr und meinen Eltern zu feiern . Tun wirs nicht, sind meine Eltern totbeleidigt, da seit Jahren nach den Wünschen Schwiegertochter gehandelt wird.. Ich weiss, ihr werdet sagen, macht doch einfach, was euch gefällt. Das denke ich mir eigentlich ja auch, nur das Problem ist, dass ich von allen Seiten massiv unter Druck gesetzt werde, seit jeher reagieren meine Eltern sehr sehr ungnädig, wenn ich nicht spure....
Langsam reichts mir einfach, von meiner Familie unter Druck, von der Familie meines Partners unter Druck und auch seine Ex bestimmt seit Jahren, wo die Kinder wann sind. Und mein Partner sagt einfach nichts dazu und schluckt es zähneknirschend, damit er sich nicht auf Diskussionen einlassen muss.
Am liebsten würde ich meine Koffer packen und verreisen, dies ist aber finanziell nicht möglich.
Es kann doch nicht sein, dass wir mit 46 Jahren von der Verwandschaft und Ex Partnern bestimmt werden, ich habe die Nase so gestrichen voll. Vor allem da dann von mir noch erwartet wird, dass ich alle bekoche, bediene, nebenbei noch arbeiten gehe, den Haushalt mache und allen friedliche erholsame Feiertage biete....
soll ich wirklich mal versuchen, allen Mut zusammen zu nehmen, auch im Hinblick darauf, dass es halt Krach gibt und sagen, was ICH will?

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Arabella
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Beitrag von Arabella » 06.11.2008 22:05

Hallo Aisha,

Du merkst selber, dass die Organisation der Weihnachtstage, so wie es jetzt aussieht, dir überhaupt nicht entspricht - um es freundlich auszudrücken.
Selbstverständlich darfst du dich dagegen wehren. Werde dir über deine Wünsche klar. zB Besuch ja, aber jeder bringt einen Gang mit, damit nicht die ganze Kocherei an dir hängen bleibt.

Viel Glück!

Arabella
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Beitrag von val » 07.11.2008 11:25

Liebe Aisha

Au weia. Ich kann mir gut vorstellen dass Du am liebsten über alle Berge möchtest.

Du hast recht: Es kann's nicht sein, dass man sich mit 46 immer noch hintenanstellt und es allen recht zu machen versucht. Man geht dabei unter.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich in Deiner Situation stecke, dann würde ich folgendes tun: Als erstes würde ich mir überlegen wie ich ganz persönlich mir die Festtage vorstelle. Und zwar mal ganz genau und gründlich und vor allem losgelöst von dem was ich müsste und was ich glaube dass die andern von mir erwarten. Dann würde ich eine "Prioritätenliste" machen, auf welche Wünsche ich Rücksicht nehmen möchte. Da wäre in meinem Fall an erster Stelle meine Kinder, dann mein Partner, dann dessen Kinder, dann meine Eltern, seine Eltern usw. Dann würde ich mir überlegen wieviele Prioritäten ich nun schaffe ohne dass meine eigenen Vorstellungen ruiniert sind. Ich denke das ginge bis zu meinem Partner und ein Stück weit noch seinen Kindern. Weiter nicht. In diesem Rahmen würde ich dann die Festtage "z'fade schloh" und das mit meinen Kindern und meinem Partner und seinen Kindern besprechen.

Und dann müsste ich allen Mut zusammen nehmen und den weiteren beteilitgten Parteien ganz klar sagen, dass ich dieses Jahr die Festtage anders als gewohnt gestalten werde. Warum und weshalb - darüber würde ich gar nicht zu viele Worte verlieren. Ich möchte es so. Punkt. Danach wird Entsetzen, Uverständnis und Aufregung herrschen, doch das wird sich nach einer Weile beruhigen. Wer gibt schon gerne einfach so Gewohnheiten auf? Aber wenn's sein muss geht es, und es muss sein, denn sonst geht es Dir nicht mehr gut und das kann's nicht sein.

Ich wünsch Dir viel Kraft.

Val
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Bernina

Beitrag von Bernina » 07.11.2008 11:53

Hallo Aisha

Den Tipps von val finde ich gut.
Manchmal braucht es jemanden, der diese Spirale durchbricht. So viel Menschen machen etwas, was ein einziger befiehlt. Und das an Weihnachten, dem Fest der Besinnlichkeit.

Du bist nachher sichter für viele die Böse. Aber ganz viele werden dir danken, dass du endlich etwas ins Rollen gebracht hast.

An Weihnachten vor meiner Trennung vom Ex habe ich mich geweigert, mit der Schwiegerverwandtschaft Weihnachten zu feiern. Das Affentheater hatte ich satt. Ich bekam keine einzige böse Reaktion zu spüren. Ich bin sicher, insgeheim haben mich viele dafür beneidet, dass ich einfach mal Klartext gesprochen habe und mir selber lieb war.

aisha

Beitrag von aisha » 09.11.2008 15:21

Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt alle völlig recht und insgeheim weiss ich natürlich auch ganz genau, was ich will und was nicht. Es geht ehrlicherweise auch mehr darum, dass ich (noch) nicht den Mut aufbringe, "nein" zu sagen, weil ich schlicht und ergreifend Angst vor den Reaktionen habe.
Meinem Partner ist alles recht, solange er nur nicht Partei ergreifen muss oder sich äussern, nichts zu machen da.
Seine Eltern würden am ehesten Verständnis aufbringen denke ich, der grösste Brocken ist meine Familie. Sehr sehr konservative (und katholische) Familie, in ihren Augen habe ich im Leben sowieso alles falsch gemacht und bin erst noch geschieden...Es wurde zwar nie verbal direkt geäussert, aber all die unterschwelligen Schuldzuweisungen und Missbilligungen über mein Tun und Lassen..so gesehen könnte ich ja gar nichts mehr falscher machen, sondern nur einmal mehr die Bestätigung erbringen, dass ich halt vom richtigen Familienweg abgekommen bin.
Litt (und leide) oft darunter, dass ich zwar einen sehr verantwortungsvollen Beruf habe, eine tolle und selbstbewusste Tochter , seit einigen Jahren einen mehr als solventen und intelligenten Partner an meiner Seite habe, und offensichtlich doch nie vor meiner Familie bestehen konnte und kann, vor allem bei meiner Mutter.
Also, dann werde ich mal versuchen all meinen Mut aufzubringen und danke euch für eure moralische Unterstützung!

Morpheus
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Beitrag von Morpheus » 09.11.2008 19:17

liebe aisha,

gegenüber meiner eigenen Familie musste/wollte ich mich auch emanzipieren was solche Feste anbelangt.
Es kann und soll ja nicht so sein, dass man für so einen schönen Feiertag bereits Wochen wenn nicht Monate vorher Bauchweh hat.

Bei uns in der Familie bin auch ich mehr oder weniger das schwarze Schaf. Die eiskalte und harte :roll: . Ich versuchte viel zu lange, es allen recht zu machen und es war ja doch nie wirklich richtig.

Also habe ich den Spiess umgedreht. Wenn ich eh Alles falsch mache, spielts ja eigentlich keine Rolle wie ich es mache. Also kann ich es genau so gut SO machen wie es für mich stimmt 8) .

Genau das habe ich vor einigen Jahren dann auch gemacht.

:arrow: Das Verrückte daran ist, dass nach dem alle Familienmitglieder Zeit hatten, das Gesagte und Aufgezeigte (nämlich meine persönlichen Grenzen) verdaut hatten, gings auf einmal ordentlich gut.
Das Schöne dabei ist, dass meine Familie in der Zwischenzeit auch soweit ist, dass jeder für sich seine Grenzen aufzeigen kann (im Guten).

Langsam kommt der "Kontakt" wieder richtig gut.
Meistens ist s ja doch so, dass einer (eine) den Anfang machen muss/darf.

Also, wieso nicht Du?

liebe Grüsse Morphi

Bernina

Beitrag von Bernina » 10.11.2008 00:37

Ein Erfahrungsbeispiel in anderer Sache:

Meine Mutter hat ganz klar den falschen Mann geheiratet. Aber anstatt dies einzusehen, schob sie die Schuld den anderen zu. Zudem spielte sie Opfer auf der ganzen Linie. Sie war weltweit das ärmste Schwein. Da gabs ranglistenmässig nichts schlimmeres. Selbst die an Hunger sterbenden Afrikaner lebten im Paradies. Ihre Aussagen, voll krass.

Sie wollte sich aber nie scheiden lassen, weil pfui, sowas macht man nicht. Ihr Versprechen steht über allem anderen. Vor allem hätte sie dann ja nichts mehr zu klagen gehabt.

Aber ich böses Kind erlaube mir stinkfrech mich einfach von meinem Mann zu trennen. Bei einer Disskussion bekam sie einen hysterischen Anfall, bis sie zum Schluss wie ein Tollwütiger aus dem Mund schäumte.

Sie hat mir die Scheidung schlichtweg verboten. Sie hat mir Dinge an den Kopf geworfen, die weder geistig noch emotional noch intellektuell irgendwie vertretbar sind. Sondern einfach dumm, arrogant, krank, ...

Ich habe lange an diesem Gespräch gelitten. Bis ich irgendwann begriff, dass sie einzig eifersüchtig ist, dass ich den Schritt wage, vor dem sie Jahre lang Angst hatte. Und sie hatte nicht etwa Angst vor den anderen, vor möglicher Ausgrenzung.
Sondern, weil sie ihrem eigenen Weltbild untreu wird.

Und dann begriff ich auch, dass ich gegenüber meinem Kind kein Vorbild bin und auch keine starke, sichere Erziehungsperson, wenn ich mich selber nicht ernst nehme. Wie sollen mir andere mit Respekt begegnen, wenn ich das nicht mal selber tu.

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Beitrag von Arabella » 10.11.2008 01:55

Hallo Bernina,

Ich staune über die starken Schritte, die du in deinem Leben schon gemacht hast. Toll!

Arabella (kann nicht schlafen)
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Beitrag von Manaslu » 12.12.2010 12:43

Hallo zusammen
Bin ich froh, nicht allein zu sein mit meinen "Weihnachtssorgen", wenn ich das von Aisha lese.
Gestern erhielt ich einen Zusammenschiss der Schwester der Ex-Frau (verstorben) meines Mannes, weil wir uns nicht fristgemäss für "ihr" Weihnachtsfet mit Essen, bzw. das ihrer Verwandtschaft abgemeldet hatten. Und ich wäre so kühl am Telefon gewesen. Ach herrje, warum begreifen die nicht, dass sie nicht meine Familie sind, sondern nur die Verwandten unserer drei grossen Kinder (mittlerweilen alle Erwachsen!)? Wir waren seit Jahren nicht mehr an ihrem Fest, was soll dieser Ärger? Manchmal wünsche ich echt, ich hätte nur einen Mann, ohne Ex-Verwandtschaft, geheiratet. Wie geht es euch mit den Weihnachten der Verwandtschaft dieses Jahr? Übrigens, mit den Grossen habe ich es jetzt super, nach schwierigen Jahren der Pubertät.
Herzliche Grüsse
Manaslu

aisha

Beitrag von aisha » 12.12.2010 20:46

hallo manaslu,
ich frage mich immer, was ist so besonders an Weihnachten, dass der absolute Familienhorrortripp beginnt...
ich denke, wir projezieren einfach viel zu viel in diesen Tag hinein. Es muss einfach der "perfekte Tag" sein.
Und genau daran hapert es ja. Jeder hat so seine Vorstellungen, wie Weihanchten "abzulaufen" hat. Ist es nicht so, dann hängt der Hausssegen schief, Abweichungen davon sind undenkbar..
Die schöne und romantische und traditionelle Weihnachtsfeier aus meiner Kindheit ist definitiv passée, wenn soviele verschiedene Interessen aufeinander prallen dann gibt es nur noch zwei Möglichenkeiten... du machst das, was du dir vorstellst, oder du passt dich den Wünschen deiner Verwandschaft an...
Langsam, mit bald 50, mache ich das, was mir passt....

Buchenholz
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Beitrag von Buchenholz » 12.12.2010 20:46

Hallo Manaslu

Es gibt extra einen Thread zum Thema Weihnachten.

Nun, Weihnachtsfeste mit der Ex-Verwandschaft kennen wir nicht. Ich hätte heute aber nichts dagegen. Meine Wunden sind verdaut.
Es müsste aber nicht das Hauptfest sein. Aber ein Treffen zu Kaffe und Guetsli ein paar Tage nach Weihnachten, das würde ich sehr schön finden.

Meine Ex-Schwägerin habe ich vor ein paar Wochen seit Jahren wieder mal gesehen. Sie wollte unbedingt an unser Chor-Konzert kommen und dannach bekam ich von ihr einen ganz herzlichen Brief. Sie möchte mich unbedingt mal einladen und in den Weihnachtsferien werde ich sie zusammen mit Tochter besuchen.

Obwohl ICH meinen Ex-Mann verlassen habe, ist mir niemand böse. Es haben wohl alle eingesehen, dass wir zu unterschiedlich waren. Mein Ex-Mann und ich haben einander versprochen, Freunde zu bleiben und wir schaffen das auch ganz gut so, auch gegenüber den Verwandten.

Vielleicht muss ich gestehen, dass ich meine Negativ-Gefühle sehr gut im Griff habe. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist ganz schwierig, ich bin es also gewohnt. Ich habe also weniger Mühe mit meiner Ex-Verwandschaft als mit meiner Mutter. Die anderen begegnen mir immerhin freundlich und respektvoll, im Gegensatz zu meiner Mutter.

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Manaslu
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Beitrag von Manaslu » 13.12.2010 11:01

Buchenholz hat geschrieben:Hallo Manaslu
Es gibt extra einen Thread zum Thema Weihnachten.
Danke, da schaue ich mich mal um.

@aisha: ja, da hast du recht, das zu machen, was ich will; was ja bis jetzt auch gut klappte. Deswegen verstehe ich nicht, warum sich plötzlich die Ex-Verwandtschaft so daneben benimmt. Ja nu, ich seh sie ja eh selten bis nie.

Herzlich grüsst
Manaslu

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