Was für eine Frage!

Reaktionen, und wie ich damit umgehe...
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PatchStift
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Was für eine Frage!

Beitrag von PatchStift » 09.02.2012 10:53

Ich war gestern mit ein paar Freundinnen essen. Natürlich wollten Sie wissen wie wir uns eingelebt haben und wie es mit der Kleinen läuft. Und sie wolten wissen wie oft sie denn da sein. Als ich sagte alle 14 Tage über's Wochenende und 1 x unter der Woche, fragte die erste: Ahh, so oft? (oft ?) Und wieso macht das dein Freund? Und die zweite: Ja, wieso macht er das eigentlich?


Ich konnte meine Irritiertheit nicht verbergen und antwortete: Ja vielleicht weil sie seine Tochter ist und er sie gern hat? Wäre doch möglich, oder seht ihr da noch andere mögliche Gründe?

Betrettenes Schweigen in der Runde. Und dann: Aber wird dir das denn nicht zuviel?

Guten Morgen! Ihr Vater kümmert sich um sie, nicht ich!

Ich verstehs nicht. Da hört man ständig, Männer würden sich zu wenig um ihre Kinder kümmern. Und wenn sich ein Vater kümmern will, sein Kind gerne um sich haben will und einen regelmässigen Kontakt pflegt, muss er erst dafür kämpfen wie ein Löwe und dann fragt Frau sich, wieso er das wohl tut. :roll:

Machmal frag ich mich ja schon, in was für einer kranken Welt wir eigentlich leben!

tarzan
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Beitrag von tarzan » 09.02.2012 13:15

bei Frauen welche selbst keine Kinder haben und noch nie in einer Patchworksituation waren, sind solche Fragen durchaus normal.
Das darf man nicht persönlich nehmen oder abwerten, sie führen einfach
ein andres Leben und sind mit der Thematik nicht vertraut.

Ich wusste schliesslich auch erst mit der Zeit, was es heisst zu patchen.
Hatte am Anfang keine Ahnung von der Botanik....
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mira
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Beitrag von mira » 13.02.2012 16:41

Hallo PatchStift

Ich finde diese Frage, weshalb der Vater das macht, auch für Frauen ohne Kinder und ohne Patchworkerfahrung ziemlich befremdlich. Diese Frauen haben ja schliesslich selber Väter. Vielleicht sollten sie sich mal überlegen, wie es für sie gewesen wäre, wenn ihr Vater weggezogen wäre, und sie nichts mehr von ihm hören würden, weil er jetzt eine neue Beziehung hat.
Ich glaube, dass viele Mütter sehr viel Verantwortung auf sich nehmen und aktiver sind in der Kinderbetreuung (manchmal auch ohne Rücksicht auf den Vater). Aber das heisst noch lange nicht, dass es keine Bindung zwischen Vater und Kind gibt.

Die Frage, ob dir das nicht zuviel wird, finde ich hingegen schon berechtigt. Natürlich kümmert sich der Vater um sein Kind. Aber meine Erfahrung ist, dass der Vater auch gerne mal die eine oder andere Verantwortung an seine neue Partnerin abgeben möchte, weil er es sich einfach von der früheren Beziehung her gewohnt ist.
Diesbezüglich musste ich oft ablocken, und meinem Partner wieder in Erinnerung rufen, dass es nicht meine Kinder sind.

Vielleicht solltest du deinen Freundinnen mal erklären, dass es Väter gibt, die ihre Kinder 50% oder mehr betreuen. Einfach weil es moderne Väter sind, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen möchten, und weil sie ihre Kinder lieben.

PatchStift
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Beitrag von PatchStift » 14.02.2012 10:07

Hallo Mira

Das dachte ich mir eben auch. Es ist doch ganz normal, menschlich,
dass man sich um sein Kind kümmern will und den regelmässigen Kontakt wünscht.

Auch wenn ich natürlich weiss, dass es durchaus Menschen ( Väter und Mütter) gibt, die es sich da relativ einfach machen. Ob jetzt getrennt lebend oder auch in ganz "normalen" Familien. Aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass wohl niemand auf die Idee kommen würde, einer Mutter eine sollche Frage zu stellen.

Doch genau diese Haltung, trägt doch dazu bei, dass verantwortungsbewussste Väter, die eben nicht nur der Ernährer sein wollen, immer noch um ihr Recht, auch bei einer Trennung Vater bleiben
zu dürfen, kämpfen müssen. Und das im Jahr 2012! :oops:

Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass meiner einer unter wenigen sein soll, der wirklich auch für sein Kind da sein will. Im Gegenteil! Was er bei Gericht erleben musste, lässt eher darauf schliessen, dass man gar nicht will, dass Väter mehr Verantwortung übernehmen. Hauptsache der Rubel rollt ?! :roll:

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Beitrag von PatchStift » 15.02.2012 16:28

@asja

Eine Mutter würde man nie fragen, wieso sie sich um ihr Kind kümmern will!

Wieso sie es nicht schafft, ist ein anderes Thema! Ev. eines für Alice Schwarzer.


... wenn beide Parteien einverstanden sind....

Ich könnte jetzt deinen armen überforderten, depressiven Müttern all die zermürbten, entrechteten, depressiven, alkoholsüchtigen, ausgebrannten Väter gegenüberstellen. Denn auch diese Rate steigt grafierend an! Und die Gründe dafür liegen für mich ebso auf der Hand. Bringt uns aber auch nicht weiter oder?

Denn das vernüftige, verantwortungsbewusste Trennungspaar, das sich in allem einig ist, ist nun leider wirklich eine sehr romatische Vorstellung!
Oder wie kommt wohl eine Zahl wie 95% alleiniges Sorgerecht bei der Mutter zustande? Weil diese Väter das alle auch so wollten? Oder gar weil sie ein Mitspracherecht gehabt hätten? Oder weil diese (95%) Trennungs-Mütter ihr Kind so selbstlos lieben?

Asja, die Zahlen und Fakten sprechen eine klare Sprache!
Das Gesetz schütz nicht das Kindswohl, sondern primär das Wohl der Mutter. Dieser auch noch das alleinige Vetorecht einzuräumen, war fatal für tausende von Kindern und Vätern in diesem Land und verletzt das Grundrecht eines Kindes auf beide Elternteile!

Wie willst Du Brücken schlagen, wenn du an einem Ufer nur auf Treibsand bauen kannst...

Und das sich die Frauenlobbys so verbissen gegen das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall gesträubt haben und auch weiter tun werden, spricht ja nun wirklich nicht für eine emanzipierte moderne Gesellschaft.
Und schon gar nicht, für den Gedanken der Gleichberechtigung!!!!

Und da nun mal auch Behördenmitarbeiter und Richter nur Menschen und teil dieser Gesellschaft sind, sind Väter ihrem Goodwill genauso ausgeliefert wie dem der Mutter, denn sie haben keine Rechte!


Und exgüssi Asja, aber bevor du mir wieder vorschreiben willst, was ich denken darf und was nicht, das ist meine Meinung, gebildet aus der Summe meiner Erfahrungen und nicht nur vom hören sagen oder aufgrund romatischer Vorstellungen, wahrlich nicht! und die darf ich in diesem Land immer noch frei äussern.

L.G. Patch

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Beitrag von carlotta37 » 15.02.2012 18:37

Nur mal ruhig Blut! 8)

Also patch, ich komme aus Deutschland und da gibt es die gemeinsame elterliche Sorge schon längere Zeit als Regelfall. Was meiner Meinung nach weder zu einer Verschlechterung noch zu einer Verbesserung geführt hat. In einem Teil der Fälle klappt es und zwingt die Eltern zu einer EInigung. Wenn sie diese dann hinkriegen, ist es natürlich super! In einem anderen Teil der Fälle klappt es nicht mit der Einigung und die einzelnen Entscheidungen (welche Schule? Auslandsreisen etc.) werden dann jeweils einzeln vor Gericht ausgetragen. Na, das schafft Arbeitsplätze ;-) Und dann gibt's noch ganz viele wie mich: gemeinsame Sorge mit der Verteilung Mutter die Pflicht und Vater das Recht.

Auch nach derzeitig gültigem Schweizer Recht haben Alimentenzahlungen und Besuchsrecht nichts miteinander zu tun. Beides sind Rechte des Kindes, aber unabhängig voneinander: wenn ein Vater nicht zahlen kann, hat er trotzdem ein Umgangsrecht.

Und dann darf man die gemeinsame Sorge nicht überbewerten: das betrifft nicht die Obhut des Kindes!!! Die meisten Väter die ich kenne - auch in DE - sehen ihre Kinder nach wie vor nur jedes 2. Wochenende, auch MIT gemeinsamer Sorge!! Wollen sie mehr Kontakt, müssen sie sich mit der Mutter einigen oder vor Gericht gehen. Daran ändert die dortige Rechtslage nichts!!
Aber das nur mal zur Klärung der rechtlichen Fakten.

Asja, ich kann mehr als gut verstehen, dass ein Vater sich missbraucht fühlt als Goldesel, wenn er zahlen muss, aber die Kinder nur jedes 2. Wochenende sehen kann. Überleg mal: DAS ist doch die eigentliche Zumutung, nicht die gemeinsame Sorge, die letztlich eh nicht viel ändert (weil sie Obhut und Alltagsentscheidungen nicht betrifft).
Und patch hat völlig recht: damit Kinder mehr Zeit beim Vater verbringen können, müssen die Mütter einverstanden sein (respektive eben der obhutsberechtigte Elternteil). Eine Mutter, die sich da quer stellt, kann es verhindern oder mindestens hinauszögern. Es mag einzelne Richter geben, die anders entscheiden, aber doch sehr, sehr selten gegen den Willen der Mutter. Und mal ehrlich: Mutter und Vater sind doch die allernächsten Bezugspersonen und plötzlich- nur weil die Erwachsenen sich nicht mehr verstehen - ist ein Vater ausgeschlossen vom Leben des Kindes, bekommt einen Stundenplan, wann er es sehen darf und wann nicht?

Ich mag absolut keine Pauschalisierungen und finde auch, da muss patch aufpassen. Was ihr Partner erlebt, trifft auf viele zu, aber man kann ebenso viele Gegenbeispiele aus dem Ärmel zaubern. Letztlich geht es um Verständigung und Einsicht beider Elternteile.
Aber Vätern wird es tatsächlich nicht leicht gemacht und es schadet ja nichts, das auch mal zur Kenntniss zu nehmen und auch öffentlich zu sagen.

Und kein Mensch kann einen anderen zwingen, rational und vernünftig zu reagieren. Natürlich, ich bin absolut überzeugt: niemand muss sich auf einen "Krieg" gegen den/die Ex einlassen. Wenn es aber um den Kontakt zu den Kindern geht, bedeutet das für Väter auch oft, dass sie dem Frieden zuliebe einfach die Wünsche der Mutter akzeptieren müssen. Und das ist hart, besonders für die Kinder....Ich würde trotzdem immer zu friedlicheh Einigungen raten: zur Not mit Hilfe von externen Stellen....

Also, streitet Euch nicht..... :lol: auch nicht hier im forum....

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Beitrag von PatchStift » 16.02.2012 12:39

@carlotta37

Danke! :wink:

Mir ist auch klar, dass das geteilte Sorgerecht nicht alle oder gar keine Probleme löst! Ich habe mich mit der rechtslage mehr als genug auseinandergesezt.

Und ich kann mir durchaus Fälle vorstellen, wo ein gem. Sorgerecht mehr Probleme schafft. Aber dann kann die Mutter ja begründen wieso es nicht geht und ihrerseits klagen. Das ist für mich einfach kein Arrgument um sich generell gegen ein gem. zu streuben. Jede Regel hat ihre Ausnahmen. Und es steht für mich ausser Frage, dass ein Vater der seinen Pflichten nicht nachkommt, auch keinen Anspruch auf's Sorgerecht stellen kann. Aber erst wenn er nachweislich seine Pflichten verletzt hat und nicht von vorneherein, nur weil er Vater und nicht Mutter ist. Das geht einfach nicht und müsste doch jedem Vernüftigen Menschen auch einleuchten.


Aber ums Sorgerecht gings mir primär gar nicht. Sondern um die Fälle wo die Besuchszeiten von der Mutter einfach boikottiert werden. Das geht bis zum wissentlich, falschen Vorwurf des Kindsmissbrauchs und ich würde wirklich gerne wissen, wieso (CH) man darauf verzichtet hat, dafür eine Strafe zu verhänken. Denn jeder Vater der sich diesem Vorwur stellen muss, verliert nicht nur seine Kinder sondern in der Regel seine ganze Existenz! Das müsste mit Gefängnis bestraft werden, meiner Meinung nach.


Das es auch umgekehrt Väter gibt die mit miesen Touren arbeiten, Geld verschwinden lassen, einfach nicht zahlen, sich nicht kümmern aber überall mitmischen wollen etc. ist mir natürlich auch klar. Aber auch das ist kein Grund, allen anderen perse als Unfähig einzustufen. Denn wir sollen hier ja nicht verallgemeinern, dass darf der Gesetzgeber aber erst recht nicht! :wink:

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