Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind

Ist alles richtig geregelt?
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carlotta37
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Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind

Beitrag von carlotta37 » 25.04.2015 17:11

Ihr Lieben,

in einem halben Jahr wird meine Grosse 18. Ihr Verhalten zuhause ist nach wie vor schwierig, mal geht es eine zeitlang gut, mal ist es unerträglich. Sie selber hat immer mal wieder von Auszug gesprochen, es hat sich dann aber immer gezeigt, wie sehr sie andererseits an mir hängt (und an den Brüdern) und das eigentlich doch nicht will. Dummerweise gewöhne ich mich langsam an den Gedanken, dass es vielleicht ein guter Weg sein könnte.....

Sowieso sind wir gerade am Thema Budget, da sie einen Teil ihrer monatlichen Ausgaben wie das Essensgeld, Handy etc. gern selber verwalten würde und monatlich haben will. Dagegen habe ich nichts. Ich habe nur noch ein paar Hintergedanken im Kopf.....wie z.B. ihre Beteiligung an gewissen Pflichten zuhause. Sie wird zum Putzteufel wenn ihr Freund kommt was aber selten ist. Ansonsten macht sie gar nichts. Und wenn ich sie darauf anspreche, meint sie, dass ich dankbar sein könne, wenn sie überhaupt etwas tut.

Mir geht es also jetzt um mögliche Wege des Zusammenlebens, Mitarbeit UND Finanzen, aber langfristig sicher auch darum, wie sie sich ein eigenes Leben aufbauen kann.

Die Fakten: sie geht bis zur Matura ab Sommer noch zwei Jahre zur Schule, will dann sicher studieren. Sie hat einen Job gelegentlich am Wochenende und bessert damit ihr Taschengeld auf. Alles weitere zahle natürlich ich. Vom Vater kommt nach wie vor nichts. Von ihrem eigenen Verdienst kauft sie vor allem Kleidung über das hinaus, was ich ihr zahle (was ehrlich gesagt nur das Nötigste ist...).
Ich werde langfristig 80-90 % arbeiten (z.Zt sind es 100 aber nur bis zum Sommer), bin aber noch in einer niedrigen Lohnstufe. Wir kommen jetzt gut zurecht im Vergleich zu früher, müssen aber nach wie vor genau rechnen und sparen, wenn wir uns mal einen Urlaub o.ä. leisten wollen. Ich sehe einfach absolut nicht, dass ich meiner Tochter den kompletten Lebensunterhalt für eine eigene Wohnung zahlen könnte (sie denkt an eine WG, aber auch das kostet in der Stadt Zürich ziemlich viel....).

Da dieses Thema aber früher oder später sowieso auf mich zukommt, wüsste ich gern mal, nach welchen Kriterien sich Unterhalt fr ein volljähriges Kind in Erstausbildung berechnet, das nicht mehr zuhause wohnt. Ich habe damit in der CH keinerlei Erfahrung....auch nicht, ob sie dann wieder Stipendien bekommen könnte (momentan bekommt sie ganz knapp keine mehr - wobei das mit den Stipendien ja so eine Sache ist: die kommen dann irgendwann mal und vorher muss man ja auch leben.....).

Und auch, welche Lösungen Ihr mit (fast ) Volljährigen habt im Bezug auf Sackgeld und monatliche Zahlungen aber auch Mithilfe daheim.
Danke! 8)

tabida
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Re: Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind

Beitrag von tabida » 27.04.2015 04:41

Ich würde mich an das Jugendsekretariat oder an eine Budgetberatung melden.
Soviel ich weiss, ist das sehr von den jeweiligen Verhältnissen abhängig.

Hier ein Link zu den Merkblättern der Budgetberatung Schweiz. Da hättest Du wenigstens einen ersten Hinweis.
http://www.budgetberatung.ch/Richtlinie ... .18.0.html

Betreffend Stipendien kennst Du Dich offenbar aus. Sonst hier noch ein Link:
http://www.ajb.zh.ch/internet/bildungsd ... ndien.html
Und wenn ich sie darauf anspreche, meint sie, dass ich dankbar sein könne, wenn sie überhaupt etwas tut.
= ich gehe davon aus, dass das dann nicht einfach das Ende der Diskussion ist.

zimet
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Re: Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind

Beitrag von zimet » 28.04.2015 11:21

Hallo Carlotta

So ganz kann ich Dir da auch nicht helfen, da meine Tochter eine Ausbildung mit Lohn machte. Wir haben das aber so berechnet:
Einkommen Tochter
Ausgaben für Kost unter der Woche
Ausgaben Transport, Versicherungen, ca. Kleider, Telefon maximaler Betrag, Taschengeld
also den Bedarf eruiert.

Dann haben wir auch diskutiert, ob sie etwas abgeben muss zu Hause. Musste sie nicht, da ich vom Vater Alimente bekommen habe.

Sie musste aber über ihre Ausgaben Buch führen und wir haben das jeden Monat zusammen angeschaut, auch was man noch ändern könnte
oder wo sie unnötig viel ausgegeben hat, zB Essen nicht von zu Hause mitgenommen usw.

Das hat immer wieder Diskussionen gegeben, aber heute mit 22 lebt sie alleine seit mehr als 1,5 Jahren und hat das super im Griff mit den Finanzen. Es hat sich also gelohnt, das auszuhalten.

Wir hatten auch immer Diskussionen in Bezug auf das Helfen zu Hause. Ich arbeite auch 80% und für mich ist klar, wir wohnen sozusagen bereits in einer WG - halt eine FamilienWG ;-)
und jeder MUSS seinen Teil machen, ansonsten klappt das nicht. Sie hat das immer wieder torpediert. Meine Lösung war, dass sie gleich nach der Ausbildung ausziehen musste. Sie war alles andere als happy, aber so nach 3-4 Monaten war sie dann selber froh und heute haben wir ein enspanntes und erwachsenen Verhältnis und jede hat die Ordnung in der eigenen Wohnung, die sie braucht ;-). Ihre ist übrigens meistens besser aufgeräumt als meine :lol: :lol:

Bleib hart und zeig ihr auf, dass ihr Verhalten mehr als egoistisch ist, sie wird es auf die harte Tour in einer WG lernen!

Letztlich denke ich aber, dass ihr und dein Budget schlicht auf dem basieren muss, was vorhanden ist, dh keine teure WG in Zürich, wenns nicht finanzierbar ist. Ab Studium würde ich dann auf Mitverdienst beharren, ansonsten muss sie halt den harten Weg :aahrg: einer Ausbildung gehen und danach studieren......
unsere patchworkdecke verfilzt immer mehr und wir geniessen es sehr, auch wenn die Grosse nun eigene Wege geht...Mutterherz lass los ;-)

Buchenholz
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Re: Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind

Beitrag von Buchenholz » 07.05.2015 11:11

Meine Tochter geht ans Gymi und wird nach einem Zwischenjahr an einer entfernten Stadt studieren = sie wird da mit einer Freundin eine Wohnung teilen.

Seit sie volljährig ist, zahlt ihr der Vater die Alimente direkt auf ihr Konto. Ich trage den gleichen Betrag bei, in dem ich Miete, KK,, Schulauslagen, Telefonkosten und das GA übernehme.
Sie arbeitet aber immer mal wieder in den Ferien und schaut, dass sie das Geld vom Vater auf ein Ausbildungskonto überweisen kann.

Meinetwegen muss sie nicht ausziehen. Sie ist ein Einzelkind, wir Erwachsenen somit ihre einzigen Bezugspersonen hier. Sie gibt sich also sehr mühe/erwachsen und beteiligt sich an der Haushaltung.

Carlotta, eine Budgetberatung und Auflistung aller Auslagen, die auf Tochter zukommen könnte deren Wunsch ziemlich relativieren.
Sie soll sich doch mal umschauen, was es so an WG's gibt und auch mal eine anschauen. Ev. gfällt es ihr nachher wieder zu Hause. *grins

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