Kosten Zahnspange

Ist alles richtig geregelt?
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Tabea
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Kosten Zahnspange

Beitrag von Tabea » 20.05.2011 15:58

Der Sohn meines Mannes soll eine Zahnspange bekommen und anscheinend muss sich mein Mann zur Hälfte an den Kosten beteiligen resp. für die gesamten Kosten aufkommen, weil die KM zu wenig verdient. Ist das richtig?

Mein Mann hat seiner Ex-Freundin (die beiden waren nie verheiratet, sie hat das alleinige Sorgerecht) schon mehrmals schriftlich nahe gelegt für den Jungen einen Zahnzusatzversicherung abzuschliessen, da er schon immer Probleme mit den Zähnen hatte. Das hat sie aber nie gemacht (sondern lieber die hohen Alimente für sich ausgegeben).

Frage: Kann es angehen, dass die KM mit alleinigem Sorgerecht sich gegen eine Zusatzversicherung entscheidet (auch wenn der KV sie darauf hinweist) und mein Mann nun durch Ihre Ignoranz/Gleichgültigkeit doppelt und dreifach zur Kasse gebeten werden kann?

aisha

Beitrag von aisha » 20.05.2011 16:03

was steht denn im Unterhaltsvertrag?
Oft oder meistens ist es so geregelt, dass sich der unterhaltspflichtige Elternteil zur Hälfte an grossen oder zusätzlichen Ausgaben beteiligen muss.
Ich glaube nicht, dass dein Mann für die gesamten Kosten aufkommen muss. Denn dafür bezahlt er seiner Ex ja Unterhalt für das Kind.

tarzan
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Beitrag von tarzan » 20.05.2011 16:11

ich wollte das auch gerade schreiben, der Unterhaltsvertrag ist massgebend. Mein Mann musste sich nicht an Spangen beteiligen,
es stand auch nichts im Urteil davon.

Die fehlende Zahnversicherung ist natürlich tragisch. Gab die Mutter
einen Grund an warum sie das nicht machen will ? Jedes Kind hat doch
eine Zahnversicherung.

Früher hat sich die Schulpflege daran beteiligt. Bei meinen Eltern war das so, da wurde man mit 3 Kindern unterstützt. Aber ich denke diese Zeiten sind vorbei.

Solange nichts im Unterhaltsvertrag geschrieben ist, würd ich das der Mutter überlassen, schliesslich hat sie die Versicherungsdinge in der Hand, dass ist ihr verschulden, dies verbummelt zu haben.
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Plüsch
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Beitrag von Plüsch » 20.05.2011 16:12

Ich kenn mich zwar bei Unterhaltsverträgen nicht aus, aber bei Scheidungen sieht es so aus:
Steht nichts im Scheidungsurteil, dann bezahlt die Mutter (bzw. der Alimentenempfänger). Ich habe eine Klausel drin, in der steht, dass mein Ex die Hälfte der Kosten übernehmen muss, die die KK nicht bezahlt. So gesehen habe ich Glück :-)
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Delphia
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Beitrag von Delphia » 20.05.2011 16:25

Hallo zusammen

Na ja... Wenn nichts im Unterhaltsvertrag, in der Scheidungskonvention oder im Scheidungsurteil was auch immer steht, dann ist es nicht unbedingt so, dass der zahlende Vater sich nicht beteiligen muss...

50:50 scheint menschlich richtig zu sein. Jedoch wenn der Vater das Doppelte der Mutter verdient, wäre 1:2 richtig oder etwa nicht? Die Kosten einer Zahnspange sind dermassen hoch, dass es kaum möglich ist, diese mit den Alimenten zu decken.

Zahnversicherung: noch lange nicht jedes Kind hat eine Zahnversicherung! Ich habe damals eine Zusatzversicherung vorsorglich abgeschlossen. Nur ein Kind hat diese gebraucht und es wurden 75% der Kosten übernommen. Die 25% habe ich selbst getragen.

Wenn der zahlende Vater die Einsicht nicht hat, dass es seiner Kinder zugute kommt, bleibt der Mutter nichts anderes übrig als der gerichtliche Weg. Der ist aber mühsam und es fragt sich, ob das Verhältnis zwischen den Eltern sich dermassen verschlechtern kann, dass es sich auf die gemeinsamen Kinder auswirkt.

In diesem Sinne...
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Beitrag von val » 20.05.2011 18:28

Hallo zusammen

Ich habe überhaupt nichts im Scheidungsurteil, eine Rechtsauskunft hat mir gesagt, dass sich bei ausserordentlichen Kosten der Vater grundsätzlich zur Hälfte beteiligen müsste. Zahnspangen sind ausserordentliche Kosten.

Bei Zahnstellungskorrekturen muss man nicht unbedingt eine Zahnversicherung haben, um von der Krankenkasse unterstützt zu werden. Ein gewisser Betrag ist bereits in der Grundversicherung gedeckt. Wenn der Kieferorthopäde etwas geschickt abrechnet und die Kosten auf verschiedene Kalenderjahre verteilt, kann das Ganze etwas entschärft werden.

Liebe Grüsse
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Beitrag von Nin » 20.05.2011 19:24

Ich finde es ganz schön vermessen zu sagen "jedes Kind hat doch eine Zahnversicherung". Ich habe für meine Kinder eine gemacht, aber ich weiss, dass, wenn sie eine Zahnspange brauchen sollten und zumal wenn dies jahrelang dauert, so wie bei meiner Stieftochter, trotzdem hohe Beträge anfallen, die man dann doch übernehment muss. Und ganz ehrlich, eine Zahnversicherungs ist, finde ich, sehr, sehr teuer.

In meinem Scheidungsurteil steht drin, dass ausserordentliche Kosten geteilt werden müssen - aber bisher gab es Brillen und Schulcamps, und das Geld dafür habe ich nicht gesehen. Ich befürchte, dass, wenn es zur Zahnspange kommt, ich das Geld, das mein Ex mir dann schulden würde, nie sehen würde.

Und ich finde es auch okay, dass die Eltern sich aussergewöhnliche Kosten teilen müssen.
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Beitrag von butterfly » 20.05.2011 19:28

kann nur von mir reden

meine kinder haben alle eine zahnzusatzversicherung. die zahnspange wird bei mir also zu ca. 3/4 von der kk getragen. die restlichen kosten (das sind nicht wenig bei ca. 10'000-15'000/zahnspange) habe ich bei meiner tochter alleine getragen. ich wollt ja damals möglich keinen zoff/auseinandersetzung mit dem vater meiner kinder.

bei den jüngeren beiden, hat mein anwalt nun rausgeboxt, dass sich der vater zu 2/3 und ich zu 1/3 an dem selbstbehalt beteiligt.
das weil der vater der kinder massiv mehr einkommen hat als ich.

in meinem scheidungsurteil steht diesbezüglich allerdings auch nicht. es gilt hier die regel von ausserordentlichen ausgaben. und darin fällt eine zahnkorrektur nun definitiv.

lg
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Beitrag von Franzie » 20.05.2011 19:30

Zudem ist es so das eine KK die Kieferorthopädie ausschliessen kann wenn eine Spange vorgesehen ist. Das Problem hatte ich: meine beide kids waren von der Geburt an "zahnversichert". Als wir uns getrennt haben wollte ich dass die kids und ich in die gleiche KK seien und habe somit ohne nachzudenken alles gekündigt :evil: Als ich es gechekt habe war es natürlich schon zu spät. Bei der neue KK wurden sie zwar versichert aber mit vorbehalt auf kieferorthopädie. Meine kids mussten zum Zahnarzt und er hat vorausgesehen dass mal eine Spange nötig wird. Da hatte ich den dreck
Vor 2 Jahren habe ich wieder mal gewechselt aber im Vorfeld abgeklärt was versichert wird. Jetzt sind alle Zahnkosten wieder versichert, aber ich hatte Glück! Und meinem Ex muss sich laut Urteil an nichts beteiligen. besser gesagt, es steht nichts drin. Würde er eh nicht machen hat er mich schon von Anfang an mitgeteilt...

Die Ex meinem LP hat ihm Ende letztes Jahr einfach eine detaillierte Auflistung der Kosten in die Hände gedrückt und er musste ihr 1400.- ( die Hälfte) bar bezahlen für div Arzkosten, Zahnarzt und Nachhilfe (!!?). In sein Urteil steht "die Eltern besprechen und entscheiden vorgänglich und übernehmen je die hälfte". Entscheiden konnte er nichts, wurde nur informiert. Er hat es natürlich bezahlt ohne zu murren da er es für selbstverständlich hält, was ich auch begrüsse, aber ich fand die Vorgehensweise etwas frech, sorry

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Beitrag von butterfly » 20.05.2011 20:22

@franzie

wie muss er nicht? steht im urteil explizit dass er nichts zahlen muss?

wenn nichts weiteres vermerkt ist, kann es sehr wohl sein, dass er sich beteiligen MUSS.
hast du das jemals abgeklärt?

lg
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Beitrag von tarzan » 20.05.2011 20:44

ich bin auch dafür, dass man sich ausserordentliche Kosten teilt, sofern das überhaupt geht. Mein Mann hat 50% seines Lohnes an Alimenten geliefert für Ex und Kinder, er hätte nie noch mehr zahlen können.

dann ist noch die Frage was unter ausserordentlichen Kosten alles anfällt.
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Beitrag von Franzie » 20.05.2011 20:48

Nein, bei der erste Vereinbarung war es drin und er hat alles getan damit der Satzt rausgestrichen wird. Und wie gesagt, er hat ganz klar gesagt dass er nichts zahlen wird...
Ich könnte es zwar probieren (ich hatte schon kosten für die Brillen) aber ich weiss jetzt schon dass es nur Lämpe geben wird und ich eh kein Rappen bekomme :(
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Beitrag von Tabea » 01.06.2011 08:19

Mein Mann war nicht mit seiner Ex-Freundin verheiratet und im Unterhaltsvertrag steht nichts von ausserordentlichen Kosten.

Natürlich wird mein Mann sich an den Kosten beteiligen, allerdings hat er etwas Mühe damit, dass die Ex-Freundin immer so unbedacht durchs Leben geht und nicht mal vorausschauend denkt wie z.B. an eine Zahnarztzusatzversicherung.

Aber er hat erst recht Mühe damit, dass seine Ex-Freundin einen gut bezahlten Job aufgibt (sie hat mehr als mein Mann verdient), weil sie zu ihrem Freund in eine andere Stadt gezogen ist, dort nun die Füsse hoch legt (arbeitslos ist) und er soll nun wegen der Zahnspange ganz zur Kasse gebeten werden. Das kann es ja auch nicht sein...

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Beitrag von Babell » 06.06.2011 20:21

Hallo Tabea

Da sind zwei Dinge, die du nicht miteinander vermischen sollst:
Tabea hat geschrieben: Aber er hat erst recht Mühe damit, dass seine Ex-Freundin einen gut bezahlten Job aufgibt (sie hat mehr als mein Mann verdient), weil sie zu ihrem Freund in eine andere Stadt gezogen ist, dort nun die Füsse hoch legt (arbeitslos ist)

Das ist der schwierige Punkt, wenn die Männer gegen die Ex wettern: Du fühlts mit ihm, findest sie auch blöd, vielleicht zu Beginn noch nicht, aber je mehr er gegen sie wettert und denkst: "also so was, die hat sie ja wirklich nicht mehr alle" und irgendwann lästerst du auch über sie und da- plötzlich- findet er sie ganz nett und toll und du verstehst die Welt nicht mehr.
Mein Tipp: Lieber von Anfang an zurückhaltend sein und sich sagen: "das was er über sie redet, geht mich nichts an!" Du lernst sie auf deine Art kenne und kannst dann immer noch entscheiden, wie du sie findest. Ich sag dir das, weil ich noch genau weiss: ich hatte mir mal einen halben Nachmittag sein Gezeter über diese böse Mutter seiner lieben Kinder und ihre Unfähigkeit in Erziehung angehört und als ich genug gehört hatte und bei mir dachte: "ja die ist also wirklich das Hinterletzte, wie kann jemand nur so schlecht und böse sein", und auch was dazu sagte, war sie plötzlich ganz nett! Und ich die böse,... hä?! Komm noch einer draus! Von da an hielt ich mich dann ganz raus und spielte weder die Verteidigerin noch die Anklägerin und auch nicht die Friedensrichterin.

und
und er soll nun wegen der Zahnspange ganz zur Kasse gebeten werden. Das kann es ja auch nicht sein...
Damit darf man schon Mühe haben! :wink:

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Beitrag von Bacci2 » 11.06.2011 07:39

Ich denke mal unabhängig davon was in den Akten steht, sollte das so sein, dass wen der Mann das Geld hat ruhig was daran zahlen soll. Wir würden uns dagegen wehren mit Händen und Füssen. Weil: wir selbst noch 3 Kinder haben und jeden Monat schon knapp 2000.-- da abliefern. Die Ex wieder verheiratet ist und selbst 5 Jobs hat plus Putzfrau und sie 3 mal im Jahr in die Ferien fahren. Also fazit, ihnen geht es besser als uns. Daher wäre es gar kein Thema. Wäre es umgekehrt wäre es auch kein Thema. Für mich sind die finanziellen Verhältnisse massgebend.
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