Sparsam leben zugunsten ihrer Kinder

Ist alles richtig geregelt?
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Ria
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Beitrag von Ria » 20.05.2010 14:06

Hallo Gilbert

Warum sollen Eure Kinder nicht über die finanzielle Situation informiert werden? Vielleicht wäre das gerade für sie eine Gelegenheit zu lernen, wie viel das Leben so kostet?
Oder gibt es da irgend etwas, das sie nicht wissen dürfen?
hinzu kommt, ich bin noch relativ jung (35) um mit Teenagern zu hantieren, habe einige Freunde die noch keine Kinder haben und sich Reisen, Gadgets, Kleider etc leisten können, worauf ich verzichte zugunsten unserer Familie... bin wohl etwas neidisch.
Dafür können weder Partnerin noch Kinder etwas. Da kannst Du Dich fragen, wo Du zu kurz kommst, was Dir wichtig ist, was Du wirklich willst und mutig dafür einstehen. Es nützt langfristig niemandem etwas, wenn Du das runterschluckst.
Ich habe meiner Freundin immer gesagt, ich bin in sie verliebt weil sie so ist wie sie ist, d.h. "the whole package". Ohne ihre Kinder wäre sie nicht so, und ich warscheinlich nicht so verliebt in sie
"The whole package" heisst nicht, dass Du auf alles verzichten musst. Es gibt nicht nur entweder oder. Du hast anscheinend zu Deinen Stiefkindern ein gutes Verhältnis. Super! Und das beantwortet die Geldfrage noch nicht.

Wieso behaltet Ihr nicht Euren gemeinsamen Geldtopf, und daraus nimmst Du für Dich einen Teil raus?
Wenn es nicht sein darf, dass andere einmal sagen, Du seist ein Egoist, haben sich Dich damit im Griff. Das hat etwas mit Dir und Deiner Geschichte zu tun. Daran kannst Du etwas ändern und damit freier von der Meinung der anderen werden. Im Moment scheinst Du damit noch manipulierbar zu sein.

Die Jungen dürfen an Dir auch lernen, dass der Mann in der Beziehung auch respektiert wird und glücklich sein darf. Das wird sich auf ihre zukünftigen Beziehungen positiv auswirken.
UND: Eine Familie ist keine Demokratie, auch wenn das die Teenager gerne hätten! Die Erwachsenen tragen die Verantwortung und haben auch mehr Rechte - auch wenn es um die Einteilung des Geldes geht!
UND: Die Teenager dürfen das auch doof finden :wink:
War bei uns früher doch auch so.
Seit 22 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
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aisha

Beitrag von aisha » 20.05.2010 15:24

das ist auch meine Meinung. Du bezahlst Alimente an deine Ex und deine
Kinder. Deine Freundin erhält Alimente für sich und Ihre Kinder.
Wenn du ihr hin und wieder unter die Arme greifst ist das lieb und ok. aber die Kinder deiner Freundin musst die nicht aus schlechtem Gewissen heraus unterstützen.
Ich finde es wichtig, dass für Kinder auch mal ein Wunsch eben ein Wunsch bleiben kann und nicht subito erfüllt werden muss!
Es ist absolut legitim, dass du von deinem verdienten Geld etwas zur Seite legst, dass nur für DICH ist!! Denn wer gibt dir denn die Garantie, dass du ewig mit deiner Freundin zusammen bist?
Also teilt die täglichen Ausgaben miteinander, aber für die Extrawünsche deiner Stiefkinder bist du nicht zuständig.
Das wäre etwas anderes , wenn deine Freundin keinen Unterhalt bekäme aber so...

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 20.05.2010 15:38

Hallo

Tja, ich würde dies schriftlich geregelt haben wollen. Auch anstelle Deiner Freundin. Solange sich alle gut verstehen, ist alles bestens, aber es kann auch anders kommen.

Ich finde Gilbert Gress war ein guter Fussballer und ein guter Trainer. Wie bist Du auf das Pseudonym gekommen? Ehrlich gesagt, es gefällt mir nicht so. Oder lebt Gilbert Gress auch in einer Patchiesfamilie?

Jä nu, ich werde mich wohl damit abfinden... ;-)
Delphia
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Probleme? nein! Herausforderungen: ja :-), manchmal aber völlig hoffnungslos...

tarzan
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Beitrag von tarzan » 20.05.2010 15:41

Hallo Aisha

Ich sehe das auch so, nur beim letzten Punkt denke ich, sollte es nicht abhängig davon sein, ob seine Freundin Alimenten erhält oder nicht.
Es ist so oder so sein Recht auch etwas für sich aus dem Topf zu nehmen.
Wenn seine Freundin keine Alimenten erhält, kann er nichts dafür und sollte nicht verpflichtet werden, ihre Kinder zu unterstützen.
Aber klar, in der Praxis macht man es eher, als wenn die Kinder genug Alimenten erhalten.
Sie müsste Alimenteninkasso beantragen, würde sie keine Kinderalimenten bekommen.
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Zanilla
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Beitrag von Zanilla » 20.05.2010 15:50

Delphia hat geschrieben:Hallo

Tja, ich würde dies schriftlich geregelt haben wollen. Auch anstelle Deiner Freundin. Solange sich alle gut verstehen, ist alles bestens, aber es kann auch anders kommen.

Ich finde Gilbert Gress war ein guter Fussballer und ein guter Trainer. Wie bist Du auf das Pseudonym gekommen? Ehrlich gesagt, es gefällt mir nicht so. Oder lebt Gilbert Gress auch in einer Patchiesfamilie?

Jä nu, ich werde mich wohl damit abfinden... ;-)
Gilbert Gress war vor allem deshalb cool, weil er sich geweigert hat, sich die Haare zu schneiden und deshalb nicht mit zur WM nach England durfte!

Nadia
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Beitrag von Nadia » 20.05.2010 17:40

hallo gilbert

ja das problem dass die kids das gefühl haben das geld ist einfach da kenne ich auch. als witwe hatte ich genug zum leben und irgendwann als ich ein neues fahhrad nicht gleich kaufen konnte meinte mein sohn, ich solle doch zum bankomat gehen da ist immer geld drin :?

da war ich echt verwirrt und habe dann gefunden ich muss nun etwas dagegen unternehmen. so fing ich an den kindergarten zu putzen und habe sie mal aufgeklärt. :lol:

ich glaube wenn die kinder alt genug sind um die dinge zu begreifen sollte man sie ihnen doch erklären können.

lg nadia

zimet
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das liebe geld und die teenager

Beitrag von zimet » 21.05.2010 09:01

:lol:

als allererstes möchte ich deponieren, dass teenager im allgemeinen davon ausgehen, dass geld auf den bäumen wächst :roll: so kommt es mir jedenfalls mit meinem teenager vor :lol:

ich kann deine "rechnerei" durchaus verstehen und vielleicht wäre es eben doch eine gute idee, eure (und ich denke nach ein paar jahren werden die kids der partner einfach auch ein wenig zu eignen) teenager auf das leben vorzubereiten und ihnen klarheit über eure finanzen bzw deren verteilung zu geben.

ich habe die erfahrung gemacht, dass die jungen leute durchaus in der lage sind, die finanzielle situation der eltern zu erfassen und auch danach zu handeln.

ich finde, dass es an deiner freundin liegt, den kids klar zu machen, dass die alimente für den lebensunterhalt der kinder gedacht sind und sie mit den 40% reduziertem arbeiten so für die kinder und ihre bedürfnisse aufkommt - würde sie 100% arbeiten, hätten die kids nämlich auch keine freude und würden die fehlende mamizeit durchaus vermissen und sei es nur das warme mittagessen und die gewaschenen kleider 8) und es nicht an dir liegt, extravaganzen zu finanzieren!!!

die können sich die kids durchaus auch mit eigenem einsatz verdienen....irgendwann hört es ja mit hotel mama usw auf und dann ist der eigene einsatz für den kauf von 3 bikinis gefragt.

ich habe diese diskussionen mit meiner nun 17-jährigen tochter auch immer wieder und gleichzeitig hat sie unterdessen mit einsatz in einem camping restaurant usw gelernt, dass das selber verdiente geld doppelt so süss ist auszugeben :lol: :lol: :lol:

achja und der nächste teenager (heute 9) ist schon im anmarsch mit sprüchen wie, mami der papi git dir doch gält also chasch du mir das und das au chaufe :roll: tja - da haben wir uns hingesetzt und ich habe dem mädchen die verteilung der alimente (krankenkasse, kleider, steuern (schliesslich versteuern wir ja alimente als einkommen) zahnarzt, essen, miete :lol: - da meinte sie - he ich wohne ja bei dir!!!, usw.) und ich für sie mit haushaltung und betreuung sowie meinem job genauso für sie sorge.

ich finde einfach, die kinder sollten wissen wie die finanzen der familie aussehen und so können auch erwartungen, die wir nicht erfüllen können und wollen, weniger entstehen.
unsere patchworkdecke verfilzt immer mehr und wir geniessen es sehr, auch wenn die Grosse nun eigene Wege geht...Mutterherz lass los ;-)

gilbert_gress
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Beitrag von gilbert_gress » 26.05.2010 14:05

hallo,

besten Dank nochmals, ihr habt mir sehr geholfen. Für diejenigen die es interessiert hier noch ein update zu meiner Situation:

Ich habe mit meiner Freundin gesprochen... es versteht sich von selbst, dass es nicht so einfach war... aber nachdem sich die Wolken etwas verzogen haben sind wir wohl zu einem scheinbar fairen Deal gekommen:

Beim Hauskauf hat meine Freundin einiges mehr an liquidem Eigenkapital ins HAus gesteckt als ich. Wir werden nun gemeinsam den Überschuss von mir schätzen, und diesen dann mit dem Cash, den meine Freundin als Eigenkapital ins Haus gesteckt hat, aufwiegen. Und wenn ich dann in ein paar Jahren soviel als Überschuss beigefügt habe wie sie als Eigenkapital ins HAus investiert hat, dann wird sie auf dieses Eigenkapital (welches ihr ja bei einem eventuellen HAusverkauf eigentlich zusteht) verzichten. Somit hat dann jeder gleichviel zum gemeinsamen Leben beigetragen.

Die Idee: Ich kann nur im Haus bleiben dank ihrem Eigenkapital, und sie nur dank meinem zusätzlichen Einkommen. scheint fair, oder?

Gruss
Gilbertoooo

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Ria
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Beitrag von Ria » 26.05.2010 14:09

super! Ich gratuliere Euch! :lol:
Dies ist wieder einmal ein gelungenes Beispiel dafür, wie kreative Lösungen zu einem Gewinn für beide Seiten werden können.
Danke, dass Du auch das mit uns teilst.
Weiterhin viel Freude
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