Abänderungsklage

Ist alles richtig geregelt?
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Delphin78
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Abänderungsklage

Beitrag von Delphin78 » 30.04.2010 06:11

Guten Morgen zusammen!

Ich bin ganz neu hier und sehr glücklich diese Seite gefunden zu haben. Ich möchte mich ganz kurz vorstellen. Ich (31) bin verheiratet und lebe mit meinem Mann (33) und unseren 2 gemeinsamen Kindern (1 und 3) zusammen. Zu unserer Familie gehört noch meien "Stieftochter" ( 8 ) also die Tochter aus erster Ehe meines Mannes. Sie ist jedes zweite Wochenende bei uns.

Nachdem wir immer wieder über unsere Finanzen diskutieren, sind wir mittlerweile an dem Punkt wo wir auch gerne etwas unternehmen möchten. Mein Mann und seine Ex-Frau haben das gemeinsame Sorgerecht für die Tochter.
Nun möchten wir gerne herausfinden, ob wir die Möglichkeit haben eine Abänderungsklage zu machen oder nicht? Wer von euch hat Erfahrung damit? Wir möchten das vor allem deshalb machen, weil die Ex-Frau bedeutend mehr verdient als im Scheidungsurteil angenommen und weil wir ja mittlerweile 2 gemeinsame Kinder haben. Wir möchten damit erreichen, dass mein Mann für seine Ex-Frau keine Alimente mehr zahlen muss. Die Alimente für seine Tochter stehen ausser Frage...

Wie geht man am besten vor?

Vielen Dank für eure Antworte und liebe Grüsse

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Delphia
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Beitrag von Delphia » 30.04.2010 06:43

Willkommen Delphin78

Da kann Dein Mann etwas tun. Die Verhältnisse haben sich seit der Scheidung geändert.

Nichtsdestotrotz würde ich ihm empfehlen, das Gespräch zu suchen, falls dies möglich ist. Vielleicht gibt es einen Kompromiss?

Für die rechtlichen Schritte, falls es nicht anders gehen sollte, kann ich Dir nicht viel weiter helfen. Ich kenne mich da zuwenig aus.

Gruss
Delphia
___________________________________
Probleme? nein! Herausforderungen: ja :-), manchmal aber völlig hoffnungslos...

Delphin78
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Beitrag von Delphin78 » 30.04.2010 06:59

Hallo Delphia,

vielen Dank für deine schnelle Antwort! Auf jeden Fall wird mein Mann zuerst einmal versuchen, die "Sache" mit seiner Ex-Frau zu regeln. Leider ist dies ein wenig schwierig, da sie immer in finanziellen Schwierigkeiten steckt und von daher schon mal sehr negativ reagiert, wenn jemand auf das Thema Geld zu sprechen kommt.
Grundsätzlich möchte ich bei euch auch heraus finden, was für Grundlagen man hat. Damit mein Mann eine Basis für sein Gespräch und die neue Regelung hat.

Gruess und en schöne Tag!

tarzan
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Beitrag von tarzan » 30.04.2010 11:15

Hallo Delphin78

Ich sehe das auch so, dass ihr die Frauenalimenten anpassen oder streichen lassen müsst, aufgrund eurer gemeinsamen Kinder.
Die Frauenalimenten könnt ihr schriftlich mit ihr regelen. Ist sie
nicht bereit, euch entgegen zu kommen, müsst ihr eine Klage beim
Gericht reinreichen, wobei ziemlich sicher ein Vorschuss zu leisten ist.
Die Chancen stehen gut, da die Ex-Frau noch jung ist und wie du
schreibst gutes Einkommen hat.

Am besten ihr gelangt per Einschreiben an sie. Viel Glück !
15 Jahre Patchworkerfahrung

Anita

Beitrag von Anita » 30.04.2010 15:26

hallo und willkommen!

grundsätzlich macht eine abänderungsklage dann sinn, wenn sich die finanziellen verhältnisse gändert haben.
eure gemeinsamen kinder werden dabei natürlich auch berücksichtigt und in die ausgaben deines mannes einberechnet.
bedenkt einfach, dass auch dein einkommen (wenn vorhanden) einbezogen wird. solltest du auch verdienen, wird dein mann dadurch entlastet (was vielleicht ja bei der ersten berechnung nicht der fall war).

darum lohnt es sich sicher, wenn ihr beim der zuständigen behörde nachfragt. die wissen das auch und ihr bekommt einen einblick, ob sich der gang zum anwalt lohnt falls nötig.

war ihr auf jeden fall tun müsst, ist ganz viel unterlagen sammeln. also eure lebenskosten und vermögen müssen genau aufgelistet werden. je transparenter ihr seid, desto besser für das gericht und euer anliegen.

viel erfolg!

Delphin78
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Beitrag von Delphin78 » 02.05.2010 09:36

Hallo zusammen!

Vielen Dank für eure Antworten und euer Willkommen-Heissen :)

Lasst mich den Fall etwas detailierter erklären.

Also die Ausgangslage bei der Scheidung war:
Bruttoeinkommen Mutter: CHF 900
Brottoeinkommen Vater: CHF 4900

Die Ausgangslage jetzt (Annahme von uns):
Bruttoeinkommen Mutter: CHF 1500 + 4500 Lebenspartner
Brottoeinkommen Vater: CHF 4000 + 2000 Ehefrau (also ich)

Der einzige, nicht ganz unwesentliche Unterschied ist, dass mein Mann der Ex-Frau jeweils CHF 1500 (750 Kinderalimente + 750 Frauenalimente) zahlt. Falls das Konkubinat bestehen bleibt, würde er ab 2012 bis Ende 2016 noch CHF 380 Frauenalimente bezahlen)

Uns war bewusst, wie die finanzielle Lage aussieht, als wir uns für die beiden gemeinsamen Kinder entschieden haben.
Mittlerweile bin ich persönlich einfach an dem Punkt wo ich gerne mein Arbeitspensum reduzieren möchte, da ich gerne noch mehr für meine Kinder da wäre. Da stellt sich die Frage, ob ich dies nicht tun darf, damit die Alimente gesichert sind? Oder muss sich mein Mann gar eine andere Arbeit suchen, damit er mehr verdient? (Er ist Geschäftsleiter einer GmbH, die leider nicht ganz so floriert wie auch schon)?

Anita: Welches sind den die zuständigen Behörden? Macht es Sinn zu einer Rechtsberatung zu gehen?

Unser Ziel ist ganz klar, eine aussergerichtliche Lösung zu finden! Es geht wirklich nur darum, dass wir nicht mehr zahlen müssen als wirklich nötig.

Vielen Dank für euer Verständnis und ein schönes Wochenede

Anita

Beitrag von Anita » 02.05.2010 11:35

ich würde auf die gemeinde anrufen und fragen, wo genau ihr auskunft bekommt. meist ist das das jungendamt/jungendsekretariat. ist von kanton zu kanton unterschiedlich.

es ist anhand deiner zahlen sehr schwierig zu sagen, wie ein urteil ausfallen würde. das wären reine spekulationen. es kommen noch ganz viele lebenskosten-zahlen dazu, die wir hier nicht erfassen können (zb kosten KK inkl. selbstbehalt).

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Beitrag von Delphin78 » 02.05.2010 17:31

Hallo Anita,

vielen Dank für deine Antwort. Dann werden wir es einmal auf der Gemeinde abklären.

Einen schönen Abend noch!

tarzan
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Beitrag von tarzan » 04.05.2010 15:10

Hallo Delphin78

Es gibt die unentgeltliche Rechtsberatung in jeder Gemeinde/Bezirk.
Dort hat man zwar nur ca. 15 Minuten Zeit, aber wär mal einen Anfang wert.
Danach würde ich mal eine Beratung bei einem Anwalt buchen.
Aufgrund der sehr bescheidenen Einkommen von euch, bekommt ihr ziemlich sicher die UP (unentgeltiche Prozessführung).

Ich wage zu behaupten, dass eure Chancen auf eine Abänderung sehr gut stehen, 1) weil ich 2 Kinder habt und 2) wegen dem relativ bescheidenen Einkommen deines Mannes. Gerade im Frauenunterhalt sehe ich grosse Chancen, diesen Anzupassen resp. zu streichen. Sie hat nur 1 Kind und vom Alter her wird ihr eine 50% Tätigkeit sicher zugemutet.
Es muss immer das Ziel sein, dass die Frau sich selbst versorgen kann.
Ich nehme mal an, dass die Ex in ähnlichem Alter wie dein Mann (33) ist.

Es ist schon so, dass man als Zweitfrau das ganze mittragen und mithelfen muss, aber es ist auch nicht so gedacht, dass von Dir verlangt werden kann mit 2 kleinen Kindern viel arbeiten zu gehen.

Eine Kollegin von mir, ihr Mann hat 2 Kinder aus erster Ehe und jetzt noch 2 kleine Kinder aus zweiter Ehe, sie haben vor Gericht erfolgreich die Alimenten herabgesetzt.

Du kannst sicher auch die Fremdbetreuung deiner 2 wirklich noch kleinen Kindern geltend machen oder ?

Ich aus meiner Sicht rate euch dringend einen Versuch zu wagen.
15 Jahre Patchworkerfahrung

Delphin78
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Beitrag von Delphin78 » 04.05.2010 21:08

Hallo Tarzan,

vielen lieben Dank für deinen Zuspruch uns fürs Mutmachen! Das tut wirklich gut zu hören, dass es durchaus eine Chance geben könnte!

Die Ex ist sogar 4 Jahre jünger als mein Mann... Und wir gehen davon aus das sie momentan zwischen 30 und 50% arbeitet. Ganz genau weiss sie es wohl selber nicht... Oder dann möchte sie es uns bewusst verschweigen.

Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass bei uns alle 2 Wochen eine unentgeltliche Rechtsberatung stattfindet. Dieses Angebot möchten wir auf jeden Fall nutzen. Wir sind gerade daran alle Dokumente vorzubereiten. Die weiteren Schritte werden sich dann hoffentlich daraus ergeben.

Fremdbetreuung kann ich nicht geltend machen, da sich die beiden Grossmütter und mein Mann das Hüten unserer Kinder aufteilen. (Ich arbeite bewusst einmal am Morgen ganz früh und einmal bis Abends spät)

Ich halte euch so oder so auf dem Laufenden, was weiter alles passiert.

Liebe Grüsse

tarzan
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Beitrag von tarzan » 05.05.2010 09:14

Hallo Delphin78

Ihr müsst unbedingt dieses Angebot nutzen von der unentgeltlichen Rechtsberatung. Erwarte einfach nicht zuviel, meist muss man lange warten bis man dran kommt und die Zeit ist sehr beschränkt. Da das
ganze gratis ist, hat man meist nicht mehr wie 15 Minuten Zeit.
Allzuviele Dokumente müsst ihr gar nicht mitnehmen, wichtig ist sicher
das Scheidungsurteil und das du/ihr die Fakten im Kopf habt, wer wieviel
verdient.

Drück euch die Daumen !

grüsse tarzan
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Franzie
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Beitrag von Franzie » 27.06.2011 13:24

Und wie wurde es geregelt? Du hast nichts mehr Bescheid gegeben 8)
Das wichtigste ist nicht nie umzufallen, sondern immer wieder aufzustehen

Patchwork seit Juli 08. Ich habe 2 Kinder, er auch 2

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