Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefvater

Alles rund um die Partnerschaft
ninivé
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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von ninivé » 24.06.2015 14:17

Liebe Gewechseljahrte, Springinsfelde, Grauhaarige, Six-bepackte etc., etc.
Ich finde dieses Generationen / Geschlechter - gegeneinander-ausspielen einfach nur schrecklich. Wir alle kennen Leute, die 25 und toll und andere, die 25 und dröge sind (wobei wir alle auch andere Persönlichkeiten als toll bzw. als dröge einordnen - gottseidank!!). Dasselbe gilt für 55 Jährige und zwar für Männlein und Weiblein.
Ich finde aber, Dornenvogel, Du hast was wichtiges gesagt: Dankbarkeit erwarten für unseren Einsatz können wir allenfalls von Erwachsenen, jedoch kaum von den Stiefkindern. Da sollten wir Kinder und Stiefkinder mit gleicher Elle messen. Und das finde ich völlig in Ordnung.

Habt ihr denn mit euren Partnern irgendwie festgelegt, wie eure Beteiligung aussieht? Und wie sieht diese konkret aus (im Bezug auf Stiefkinder)?
Wo ist denn für euch die Grenze von täglichem-Miteinander zu Verdankenswertem? Und sehen das eure Partner gleich?

Buchenholz
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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von Buchenholz » 24.06.2015 17:23

Dornenvogel, oh ... danke fürs Kompliment. Auch an Ria. Ist mir grad es bitzeli peinlich.

Mein Mann sieht das ganz ähnlich. Er nervt sich sogar eher noch, wenn die jungen Frauen so aufreizend angezogen sind. Aber wehe, ein Mann würde schauen, das geht dann gar nicht. Er nervt sich, weil die Frauen etwas aussenden, über deren Konsequenz sie nicht nachdenken. Aber Frauen dürfen ja, die haben sowas wie einen Freipass.
Und auch er möchte kein so junges Tüpfi. Viel zu oberflächlich.
Wir reden oft über dieses Thema und er kontrolliert auch gerne meine Tochter, wie sie angezogen ist.

ninivé hat geschrieben:Habt ihr denn mit euren Partnern irgendwie festgelegt, wie eure Beteiligung aussieht? Und wie sieht diese konkret aus (im Bezug auf Stiefkinder)?
Wo ist denn für euch die Grenze von täglichem-Miteinander zu Verdankenswertem? Und sehen das eure Partner gleich?
Ja, wir haben - v.a. am Anfang - ständig über unsere Rolle diskutiert. Er hat so eine belastende Vergangenheit und Kinder die ziemlich traumatisiert waren, da musste ich schon wissen, wie ich mich verhalten soll. Die Jungs haben ja auch Aussagen gemacht oder sich seltsam verhalten und ich wusste nicht, wie ich das einorten soll.

Wo die Grenze ist, darüber mag ich gerade nicht schreiben, weils auch einfach zu lange her ist und vermutlich ausufern würden.
Aber wir waren beide so kommunikativ, haben eben ständig über unsere Gefühle und die Situation allgemein gesprochen, dass dieses Thema so ziemlich sofort geklärt worden wäre.
Aber ich mag in Bezug auf Kinder viel ertragen. Einfach wild, laut und wüste Sprache, das mag ich nicht.
Und die Kinder haben mir so leid getan, dass ich meinen Partner sogar dazu drängte, die Obhutsumteilung voranzutreiben. Das konnte man sich ja nicht mitansehen.

Ich habe mich aber in den ersten Jahren hier schon ausufernd über meine Stiefsöhne und die Situation ausgelassen. Einfach, um das Ganze in Worte zu fassen. Ich verzweifelte daran, dass ich es nicht schaffte, unser Problem zu lösen und die Kinder aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von Babell » 26.06.2015 14:09

Wie habt ihr es mit der Aussage:


"Die Neue sollte mir dankbar sein!"

Eine Freundin von mir hatte das mal gesagt. Sie hatte Probleme mit der neuen Partnerin ihres Exmannes. Sie sind seit Jahren getrennt, also als die Kinder noch klein waren (so wie bei uns, nur bin ich die in der Rolle der Neuen) und die neue Partnerin hatte bereits mit dem Ex meiner Freundin ein Kind, da sagte sie im Gespräch, in welchem sie sich über die angebliche Strenge der Neuen (die beiden Elternteile sind seit ca 10 Jahren getrennt!! Die Neue ist seit etwa 8 Jahren mit ihm zusammen!) ereiferte: "...-und überhaupt: die sollte mir DANKBAR sein, dass sie nun diesen Mann hat".


Was sagt ihr dazu? Findet ihr auch, dass "die Neue" Euch dankbar sein muss und für was überhaupt?

Als "Neue" sehe ich das nicht so und ich frage mich:
Sollten wir uns bedanken müssen, dass da mal eine Frau war, die uns
- das (erste Mal) Kinder kriegen mit einem Mann
- das (erste Mal) Heiraten
- einiges an Geld pro Monat
- freie Ferienplanung
u.a.
verwehrt hat?

(Es ist nicht so, dass ich damit ein Problem habe, ich habe das alles verarbeitet und bin überhaupt nicht verbittert, aber ich will es nur aufzeigen, damit ihr seht, auf WAS man alles verzichtet, wenn man kinderlos mit einem Partner zusammen kommt, der Kinder hat.)

Also ich bin gespannt, was es alles gibt, was man bedanken könnte, oder gar sollte?

ninivé
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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von ninivé » 26.06.2015 14:54

Ich, als Neue, bin der "Ehemaligen" dankbar, dass sie unverletzt, offen und fair mit der Situation umgeht. Insbesondere, wenn ich mich in andere Patchworkgeschichten hier vertiefe!

Sie, die Ex, hätte viel Grund, verbittert und voller Rachegefühle zu sein (gut, jetzt sind fast 6 Jahre her seit der Trennung, aber am Anfang sicher!). Aber sie hat sich immer fair mir gegenüber verhalten. Es stand und steht immer das Kindswohl im Vordergrund all ihrer Erwägungen. Ich möchte lieber nicht wissen, wie ich in ihrer Situation reagiert hätte (...Lebenspartner lässt mich mit drei kleinen Kids für eine andere sitzen...).

Für all die anderen Punkte, die Du erwähnt hast...
Babell hat geschrieben:Sollten wir uns bedanken müssen, dass da mal eine Frau war, die uns- das (erste Mal) Kinder kriegen mit einem Mann - das (erste Mal) Heiraten- einiges an Geld pro Monat- freie Ferienplanungu.a.verwehrt hat?
... bin ich natürlich nicht dankbar! Aber ich mache es ihr auch nicht zum Vorwurf (bzw. arbeite feste daran, es nicht zu tun...), weil sie ebenso wenig dafür kann, zuerst gewesen zu sein, wie ich, als "Zweite" ins Leben meines Liebsten getreten zu sein.

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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von BabyOne » 26.06.2015 17:34

Hallo,

bei "unserer" Ex kann ich es mir kaum vorstellen dass sie Dankbarkeit für etwas fordern könnte. Sie hat nämlich nie auch nur im Geringsten etwas getan, das uns das Leben hätte leichter machen können und vieles um es uns schwerer zu machen. Ich glaube, so weit auseinander können die Wahrnehmungen zweier Menschen beim besten Willen nicht gehen, dass sie denken könnte ich oder wir schulden ihr Dankbarkeit...
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Re: Dankbarkeit für den Einsatz der Stiefmutter / des Stiefv

Beitrag von Babell » 27.06.2015 13:41

Ich glaube, so weit auseinander können die Wahrnehmungen zweier Menschen beim besten Willen nicht gehen, dass sie denken könnte ich oder wir schulden ihr Dankbarkeit...
Also ich würde es mir bei oben erwähnter Freundin auch nicht vorstellen können, denn sie hatte ihrem Exfreund nach der Trennung das Leben nicht so einfach gemacht, und er blieb trotzdem standhaft, der Kinder wegen, aber gesagt hatte sie es.
Ist auch schon eine Weile her, und wir haben dann nie so drüber gesprochen, war auch nicht so das Thema, damals, aber weil das Thema Dankbarkeit jetzt hier im Forum aufgegriffen wurde, kam mir diese Aussage wieder in den Sinn und dass ich damals ziemlich empört reagiert hatte (bin ja auch in der Rolle der "Neuen") und gesagt hatte: "wenn ich etwas wegwerfe, verlange ich keinen Dank dafür, wenn es jemand anderes findet."

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