Suche dringend Hilfe von Patchworkfamilien für eine Schularb

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avniserifi
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Suche dringend Hilfe von Patchworkfamilien für eine Schularb

Beitrag von avniserifi » 22.01.2014 13:18

Wir müssen in der Schule gerade eine Arbeit schreiben, und ich habe das Thema Patchworkfamilien zugestellt bekommen. Das Referat sollte über 10 Seiten bekommen. Nun habe ich mir schon Ziele gesetzt doch leider brauche ich noch da eure Hilfe die ihr aus Erfahrung mir geben könnt.

Meine Ziel die ich haben muss lauten:

1. Wie die Kinder zueinander stehen und was die häufigsten Konflikte sind.

2. Was für Unterschiede zwischen Patchwork Familien und „normalen“ Familien bestehen.

3.Welche psychologischen Auswirkungen Konflikte in einer Patchwork Familie auf die einzelnen Familienmitglieder haben.


Bitte Hilft mir, ich danke euch schon im Voraus für eure Hilfe

Freundliche Grüsse

Babell
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Re: Suche dringend Hilfe von Patchworkfamilien für eine Schu

Beitrag von Babell » 22.01.2014 20:44

Hallo Avni

Zu Nr. 1 kann ich nichts dazu sagen, da keine Erfahrung.

Nr.2 Dass nicht alle Familienmitglieder miteinander verwandt sind, ist der grösste Unterschied zu einer "normalen" Familie.

Nr.3 Ich würde sagen: Konflikte haben immer dieselben psychologischen Auswirkungen. Oder was meinst du mit "psychologischen Auswirkungen"?

Unter der Rubrik "Literatur" in diesem Forum findest du einige Bücher zu diesem Thema, allerdings sind es ein bisschen viel Bücher und z.T. auch dicke Bücher.
Es gibt einige Bücher, die nicht so dick sind, die zu diesem Thema geschrieben sind und die man in einer Bibliothek finden kann! Dort kannst du einfach ein bisschen rumhängen und drin lesen. Natürlich nur zu Öffnungszeiten! :wink:
Bibliotheken gibt es in jeder kleineren und grösseren Stadt! Geh doch mal da hin, kostet dich ja nichts! :)

Viel Glück!

Buchenholz
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Re: Suche dringend Hilfe von Patchworkfamilien für eine Schu

Beitrag von Buchenholz » 03.02.2014 00:21

1. Wie die Kinder zueinander stehen und was die häufigsten Konflikte sind.

Unsere Kinder waren alle gleich alt. Er hatte 2 Jungs, ich 1 Tochter. Am Anfang waren alle gar nicht erfreut auf ein Patchwork, in der das andere Geschlecht vertreten war, bis sie sich zum ersten Mal gesehen haben, dann hats bei allen gefunkt. :-)
Konflikte gab es nie. Auch nie Streit um Spielsachen. Die Jungs interessierten sich nicht für Barbies und Tochter nicht für typisches Buben-Spielzeug. Die drei bildeten eine Solidargemeinschaft, sie liebten und sie hassten sich aber alles im normalen gesunden Rahmen.

Das 3er-Gespann war vor allem ein riesen Gewinn.
Die beiden Jungs hatten ständig Streit, der v.a. vom älteren ausging. Wenn meine Tochter da war, dann war die Stimmung entspannt. Ein Junge konnte mit ihr spielen, der andere verbrachte Zeit mit dem Vater. Es gab so keinen Anlass zur Eifersucht.

Und meine Tochter genoss es, endlich Geschwister zu haben. Am Anfang hatten wir an den WE Lageratmosphäre mit Massenlager im Partyraum.


Der ältere Junge erwähnte öfters, wie ungerecht es wäre, dass meine Tochter von mir Freizeitprogramme und Instrumentalunterricht finanziert bekam und sie beide nichts in der Art, resp. ganz unregelmässig und immer mit Elternkonflikt verbunden.

2. Was für Unterschiede zwischen Patchwork Familien und „normalen“ Familien bestehen.

Der Verwandschafts- und Bekanntenkreis wird viel grösser. Es gibt 4 Grosseltern. Und wenn die auch geschieden sind, dann noch viel mehr Personen, die man bei Festivitäten unter einen Hut bringen muss.
Es bedarf überhaupt mehr Flexibilität. Weihnachten z.Bsp. können nicht nur an den 2 offiziellen Tagen gefeiert werden. Im ersten Jahr unseres Patchworks feierte meine Tochter 8 x Weihnachten auf 3 Tage verteilt. Bei der Feier vor der vereinigten Schwiegerverwandschaft habe ich sie dann bewahrt. Es wäre die 9. Feier gewesen und sie hätte sich halbieren müssen.

Oftmals ist es nicht möglich, die WE gemeinsam als Familie zu verbringen, da jedes Kind Termine hat, einige davon von der Schule/Wohnort gegeben.

Bei einer Ursprungsfamilie kommen bereits Traditionen von 2 Familien zusammen. Vaterfamilie und Mutterfamilie. Beim Patchwork kommen neue Rituale dazu, die je nach Alter der Kinder schon ziemlich eingespielt sind. Da bedarf es auch sehr viel Toleranz und Bereitschaft, dies zu akzeptieren und nicht wertend zu sein.

Je mehr die Eltern im Patchwork die gleichen Grundwerte haben, umso weniger Konfliktpunkte gibt es.

Grosses Konfliktpotential entstand bei uns dadurch, dass die Jungs bei ihrer Mutter Grundwerte vermittelt bekamen, die wir (inkl. Schule, Psychologen, Gesetzgeber) absolut ablehnten. Auch wenn wir nicht schlecht von ihrer Mutter redeten, so bekamen das die Jungs trotzdem mit. An 2 WE-Tagen kann der Vater kaum Einfluss nehmen. Verständlich, dass das Kinder innerlich zerreisst.

Dazu kam, dass die WE oftmals nicht genossen werden konnten, da die Ex-Frau einen ständigen Krieg gegen den Vater führte und die Kinder manipuliert zu uns kamen. Die Kinder waren fast jedesmal psychisch in einem katastrophalen Zustand und total verwahrlost.
In einer Ursprungsfamilie kann man jederzeit darauf Einfluss nehmen. Ein Elternteil kompensiert, was der andere unterlässt. Bei geschiedenen Eltern findet u.U. die Kompensation an den WE statt, was aber auch nicht wirklich funktioniert.
Das führt aber auch dazu, dass die Kinder verändert aus dem WE zurückkehren.

Auf meiner Seite nervte höchstens die neue Frau meines Ex-Mannes, das war aber erträglich. Die positiven Momente überwiegten.

In einer Ursprungsfamilie unternimmt mal die Mutter, mal der Vater etwas mit den Kindern. Oder man teilt die Kinder auf; jeder Elternteil macht etwas mit einem Kind. Beide Eltern nehmen Einfluss auf die Erziehung.

Bei Patchworkfamilien erzieht jeder sein Kind. Trotzdem gibt es Bereiche, da auch der Stiefelternteil Einfluss nehmen darf. Da bedarf es sehr viel Feingefühl, wie und wann man etwas sagt. Wichtig auch, dass man den Kindern signalisiert, dass Stiefeltern gegebenenfalls miterziehen dürfen.
Der Satz: "Du bist nicht meine Mutter/Vater, du hast mir nichts zu sagen", ist bei uns nie gefallen, wäre aber auch nicht akzeptiert worden, resp. man hätte nach der Ursache für diese Bemerkung gesucht.
So wie die Eltern aus Ursprungsfamilien eine Einheit bilden, so sollte das auch beim Patchwork sein. Das wiederum gibt den Kindern auch Sicherheit, denn sie haben schon mal eine Trennung erlebt.

Es braucht auch Toleranz vom Ex-Partner, der den neuen Stiefelternteil als Bereicherung fürs Kind anschaut. Umgekehrt darf man dem abwesenden Elternteil nicht das Gefühl geben, man möchte seinen Platz einnehmen.

Für die Kinder, die unter der Woche nicht da wohnten war das oft sehr schwer zu verstehen, dass ihr Vater mehr Zeit mit einem Kind verbringt, welches nicht von ihm ist. Auch wenn es halt die Realität ist, so gilt es zu vermeiden, dass sie eifersüchtig auf meine Tochter wurden.

Toleranz braucht es auch unter den Eltern. Mein Kind ist mir wichtig. Es war schon da, bevor ich den neuen Partner kennen lernte und es bleibt an erster Stelle. Diese Gefühle muss ich aber auch dem Partner gegenüber seinen Kindern zugestehen. Das bedeutet aber auch, dass die Kinder, welche nur an den WE hier leben, den genau gleichen Stellenwert haben, wie mein Kind.
Ich muss seine Kinder nicht lieben, aber ich muss sie respektieren. Wenn man auch fremde Kinder lieben kann, dann ist das natürlich von Vorteil.
Und auch wenn die Kinder nur wochenendweise zu besuch kommen, so sind sie keine Besucher, sondern seine Kinder und leben gleichberechtigt hier. Einfach nur 2 Tage pro Woche.

Ein Vorteil ist es auch, wenn man gemeinsam in ein neues Zuhause zieht. Wenn man bei einem anderen einzieht, so ist das wie ein Eindringen in eine gewohnte Umgebung, man ist dann da nur zu Besuch.

3.Welche psychologischen Auswirkungen Konflikte in einer Patchwork Familie auf die einzelnen Familienmitglieder haben.


Diese Frage verstehe ich nun auch nicht. Ich kann aber beantworten, welche Auswirkung das Patchwork auf die einzelnen Familienmitglieder hat

Stiefsöhne: Die Jungs fühlten sich am Anfang sehr geborgen bei mir. Jetzt wollten sie erst Recht beim Vater leben und meldeten ihren Wunsch beim Beistand, Psychologen, Gutachter, Gericht. Mein Partner schätze es, dass sie mit mir ein anderes Frauenbild vermittelt bekamen. Bis ihre Mutter das spürte und den Krieg gegen ihren Ex verschärfte.

Ich (Stiefmutter) Mein Glaube in unseren Staat und unser Rechtssystem wurde zerstört. Mein Urvertrauen ging verloren. Die ersten Jahre litt ich unter Schlafstörungen und leichte Paranoia; der Ex-Frau war alles zuzutrauen.

Für meinen Partner war es noch schlimmer, er musste dies alles durchstehen. Wir sind jetzt über 8 Jahre zusammen; seine Trennung liegt 11 Jahre zurück. Auch wenn es jetzt ruhig scheint, weiss man nie, wann der nächste Angriff kommt.
Auch wenn er diesen Krieg nicht will, so muss er sich trotzdem verteidigen, wenn er nicht zulassen will, dass ihn seine Ex-Frau zerstört. Diese Prozesse, die er eigentlich nicht führen will kosten Geld. Geld, welches man lieber anders ausgeben will
Und gleichzeitig musste er seinen Jungs Sicherheit, Stabilität und Struktur geben.
Er war hin- und hergerissen, wie er die Prioritäten setzen soll, wenn seine Kinder da waren. Und je länger die Kinder unter dem Einfluss der Mutter standen umso fremder wurden sie ihm/uns.
Er liebte seine Kinder, aber er fand kaum mehr den Zugang zu ihnen. Sie lebten ein Leben, in welchem wir keinen Platz fanden. Und umgekehrt konnten sie mit unserem Leben nichts anfangen.

Kürzlich sagte er: wenn er gewusst hätte, dass er den Kontakt zu seinen Kindern verlieren würde, dann hätte er mit einer zweiten Frau nochmals Kinder gezeugt. Damals aber war er der Meinung, er hätte ja bereits Kinder. Ich kann diese Ansicht verstehen.

Seit seine Kinder (inzwischen Erwachsen) keinen Wert auf Kontakt zu ihrem Vater wollen, geniesst mein Partner umso mehr, dass meine Tochter ihn vollumfänglich als 2. gleichwertigen Vater akzeptiert. Die beiden sind ein Dream-Team. Bitte nicht falsch verstehen.
Sie hat aber auch vieles von ihrer Stiefmutter lernen können.

Der Sieger in unserm Patchwork ist meine Tochter. Sie hat das afrikanische Dorf gefunden. Zwar kam auch sie nicht ohne Psychologische Unterstützung durch. Aber diese Baustelle betrifft das Patchwork bei ihrem Vater und hat mit ihrer Stiefmutter zu tun. Seit Tochter Erwachsen ist, kann sie sich da besser distanzieren.
Sie profitiert von den unterschiedlichen Talenten/Interessen/Fähigkeiten von Vater und Stiefvater. Sie hat zwei Stiefgrossmütter welche sie lieben und sie gleichberechtigt als Enkelkind anerkennen.


Zum besseren Verständnis unserer Situation:
Am einfachsten ist es für die Beteiligten, wenn alle die gleichen Grundwerte hätten. Meine Tochter lebt das Doppelresidenz-Modell. Es machte für uns keinen Unterschied, ob sie jetzt da war oder nicht. Wir mussten uns weder verstellen noch anpassen.

Mein Ex-Partner und ich kamen aus kulturell und gesellschaftlich unterschiedlichen Familien. Wir wollten da aber beide ausbrechen und haben uns in der Mitte getroffen. Heute haben wir bis auf kleine Ausnahmen immer noch die gleichen Erziehungsansichten und leben mehr oder weniger immer noch das gleiche Leben wie bei unserer Trennung. Wir haben uns friedlich getrennt und sind bis heute Freunde geblieben. Ich mag meinen Ex-Mann als Mensch immer noch.


Mein Partner und seine Ex-Frau kamen ebenfalls aus gesellschaftlich unterschiedlichen Familien. Die Ehe war das reinste Chaos. Nach der Trennung suchten beide wieder die ursprünglichen Lebensgewohnheiten.
Wenn die Jungs da waren, dann brachten sie unser Leben arg durcheinander. Wir freuten uns, dass sie kamen. Wenn sie gegangen sind, dann fielen wir in ein Loch. Einerseits aus Trauer, weil das WE schon vorbei war, andererseits auch aus Erschöpfung.
Seine Ex-Frau kommt nicht klar damit, dass sie verlassen wurde. Sie bekommt ihr Leben nicht auf die Reihe und dafür muss ein Schuldiger her.

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Re: Suche dringend Hilfe von Patchworkfamilien für eine Schu

Beitrag von Delphia » 08.04.2014 08:37

Hallo

Ich weiss nicht, ob Du Deine Arbeit nun beieinander hast...

Hier einige Inputs von mir:

1. Wie die Kinder zueinander stehen und was die häufigsten Konflikte sind

Je nach Familienkonstellation ist es anders. Patchworkfamilien sind in so vielen Varianten vorhanden. Bei uns sah es so aus: Der Vater hat drei Töchter und die Mutter hat eine Tochter und einen Sohn. Die drei Erstgenannten sind älter als die Zweiletztgenannten, wobei das jüngste und das älteste Kind aus dem jeweiligen Ursprungsfamilien praktisch gleich alt sind. Alles noch klar? ;-)

Beim Familienzusammenschluss (alle lebten bei uns, auch dies ist in den PW-Familien in allen Formen anzutreffen) haben die Kinder ihr "Revier" verteidigt. Es lag an uns Eltern, gezielt die Problematiken des Teilens, des Respektierens und des "Verständnis-habens" anzusprechen. Entsprechend hat es Konflikte gegeben, die auch in Ursprungsfamilien vorkommen. Wobei in der Regel die Drei gegen die Zwei waren. Interessanterweise spielen auch die weiblichen Konkurrenzkämpfe auch eine Rolle. Da kam ein neues Mädchen dazu, die den Platz beim Vater streitig machen konnte. Auch hier wurden wir als Eltern gefordert.

Eine grosse Unterstützung könnte das Verhältnis zum abwesenden Elternteil sein. Spielen diese aber nicht mit, vielleicht spornen sie die Kinder sogar gegen uns Eltern auf, wird es sehr anspruchsvoll. Für uns war es wichtig, dass die Kinder die abwesenden Elternteile auch als Vater und Mutter wahrnehmen. Mein Mann wurde nicht als neuer Vater und ich als neue Mutter angeschaut/vorgestellt usw.

2. Was für Unterschiede zwischen Patchwork-Familien und "normalen" Familien bestehen

Was ist eine "normale" Familie? Statistisch gesehen sind die Ursprungsfamilien (= "normalen" Familien), damit gehe ich davon aus, dass Du leiblicher Vater, leibliche Mutter und leibliche Kinder meinst, in der Minderheit! Ich werte das nicht, ob dies gut oder schlecht ist. Ich stelle nur fest.

In einer Ursprungsfamilie bin ich mir z.Bsp. der Liebe meiner Kinder sicher. In der PW-Familie ist diese Liebe anders. Ich liebe alle meine fünf Kinder und setze mich voll für sie ein. Jedoch bleibt das leibliche Kind etwas "Besonderes". Ansonsten kennen wir die gleichen Auseinandersetzungen wie in Ursprungsfamilien:

- der hat das, ich will das auch
- der kriegt mehr Taschengeld, ich habe zu wenig
- die dürfen bis Mitternacht in den Ausgang, wir müssen immer als Erste nach Hause
usw. usw.

um nur einige Beispiele zu nennen :-).

3. Welche psychologischen Auswirkungen Konflikte in einer Patchwork-Familie auf die einzelnen Familienmitglieder haben

Ich habe noch keine solche ernsthafte Studie dazu gelesen. Ich kenne jedoch einzelne Untersuchungsergebnisse. Um zu Überleben braucht ein Kind Zuwendung, Empathie, Liebe, Verständnis, Vorbilder aber auch natürliche Grenzen. Wenn das Kind auf die Welt kommt, wird der Grundstein für seinen Selbstwert gelegt. Wird das Kind ständig ermahnt, runtergemacht usw. wird es schwerer haben. Die frühkindliche Bindung ist enorm wichtig. Das Leben in einer PW-Familie kann dieses Urvertrauen nur schwer ersetzen. Konnte die leibliche Mutter dieses Urvertrauen nicht geben - aus welchen Gründen auch immer - kann das Kind in einer PW-Familie dieses vielleicht noch aufholen. Dies hängt viel von den Erwachsenen ab aber nicht nur.

Kinder in unglücklichen Ursprungsfamilien können später auch Entwicklungsstörungen zeigen. Untersuchungen zeigen auf, dass ein Kind, welches in einer Familie, in der Gewalt herrscht, aufwachsen muss, selber später ein grösseres Risiko aufweist, auch gewalttätig zu werden.

Das Leben in einer PW-Familie ist für die Erwachsenen bereichernd. Aber wir mussten sehr flexibel sein. Wir mussten alte Muster aufgeben, zu Gunsten des Familienfriedens und des Zusammenhalts. Die Erwachsenen haben keine gemeinsame Geschichte. Sie treffen aufeinander und haben bereits Kinder. Dies ist mit ein Grund, warum viele PW-Familien in den ersten fünf bis sieben Jahren wieder auseinander gehen. Zudem kommen Konflikte auf uns zu, die wir vorher nicht kannten. Wie kann ein leiblicher Elternteil aus seiner/ihrer Verletztheit heraus, uns soviel Ärger machen. Das wirkt sich auf die Kinder aus.

Realistisch gesehen, gibt es bei einer Scheidung nur Verlierer! Und diejenigen, die am schwersten betroffen sind, sind die Kinder! Wir sehen es so, dass es für alle unsere fünf Kinder das kleinere Übel war, in einer PW-Familie zu leben. Beide Ursprungsfamilien hatten keine Chance zum Überleben! Zum Teil haben sich dort Tragödien abgespielt. Und wir sind heute froh, dass die "Kollateralschäden" nur bescheiden sind. Tönt krass, ich weiss... aber wir haben nicht alles in der Hand gehabt. Und das ist das Einzige, was mich sehr traurig macht. Ich würde den Weg jederzeit wieder gehen, ich habe es nie bereut. Und heute ist es einfach schön, eine so grosse Familie zu haben :-)!
Delphia
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Probleme? nein! Herausforderungen: ja :-), manchmal aber völlig hoffnungslos...

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