Urlaub ohne Stiefkind

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Buchenholz
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von Buchenholz » 23.06.2014 21:49

Hallo BabyOne

Dein Text ist wunderschön. Ich möchte auch gar nicht weiter draufeingehen und ihn zerpflücken. Ich geniesse einfach die positive Veränderung und wünsche euch weiterhin konstruktives patchen.

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Ria
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von Ria » 24.06.2014 04:37

auch mich hat er berührt, danke BabyOne, dass du das mit uns geteilt hast!
Seit 22 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
http://www.coacheria.ch

Babell
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von Babell » 25.06.2014 08:45

Hallo Babyone

Kenne ich das doch irgendwo her... :wink:
Die Exfrau widerspricht sich ja, was ihre Haltung zur Familienform angeht. Sie scheint das Weggli und den Fünfer und noch den Beck dazu zu wollen. Denn einerseits will sie ihre Familie ganz für sich und andererseits habt ihr gefälligst mit dem Sohn auch eine Familie zu sein. Bei uns war das genau so: Stiefvater sollte mit "Papa" angeredet werden, seine Eltern sollten sich als "Grosseltern" um die Grossstiefkinder kümmern, andererseits sollte der leibliche Vater gefälligst seinen "Pflichten" (was die auch immer beinhalten, wurde von mal zu mal anders interpretiert) als Vater nachkommen... Also ich kann ja nur von uns reden, aber weshalb ich das auch bei Euch so interpretiere (entschuldige, wenn es nicht stimmt, es ist bloss Spekulation) kam ich wegen folgenden Aussagen:
(..)dass er weiss dass seine Mutter/ die Exfrau eine schlechte Meinung von ihm hat
und
(..)der Sohn würde bei uns ausgestoßen, würde sich bei uns als drittes Rad am Wagen fühlen, würde vernachlässigt und er sei ein schlechter Vater.
Das passt ja nicht zusammen!
Beim ersten Satz wird der Vater als Bösewicht, als Schuldiger, als Unfähiger und als der, welcher die Familie verlassen hat, gezeigt und es wird eine Trennung gezogen. Er, der andere, der zur anderen Familie gewechselt hat, und wir, die Zurückgebliebenen.

Beim zweiten Satz sollte der Sohn bei Euch, als Familie, unbedingt integriert sein.

Nur trägt sie nicht viel zur Integration bei, wenn sie schlecht von Euch redet, den Vater in ihren Gedanken abwendet, aus ihrem Leben schliesst und doch in Gedanken immer bei Euch ist. Ich verstehe es ja schon: sie muss Euch ja aus ihren Gedanken schliessen, wenn sie mit der Beziehung abschliessen will. Aber es sollte nicht auf den Sohn übertragen werden.

Wie geschrieben, ich kenne das von irgendwo her.. auch wir hatten danach einen anderen Ausflug vorgeschlagen, welcher dann im letzten Moment doch nicht eingezogen wurde und ich vermutete ehrlich-gesagt die Intervention der Mutter. Denn es ist schon noch schwierig aus Sicht der Ex: Einerseits weiss sie ja, dass das Kind bei Euch auch ein Familienmitglied ist und natürlich für das Wohl des Kindes ja auch sollte (Beziehung zum Vater) andererseits stört diese "andere Familie" ja genau "ihre Familie", denn dann müsste sie ja den Vater des Kindes als vollwertiges Familienmitglied ansehen und das kann sie aufgrund ihrer Verletzung wahrscheinlich noch nicht. Ich wünsche Eurer Ex, dass sie bald damit umgehen kann, denn ihr Sohn wird älter und sieht die Dinge irgendwann anders! Und dann kommen die Vorwürfe, denn ein Kind vom Vater abzuhalten, das erscheint mir schwerwiegend. (Zugegeben, in diesem Urteil bin ich natürlich befangen, da Partnerin eines Vaters). Ob ein Kind später die Beweggründe der Mutter verstehen kann? Ich glaube eher nicht...

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von azza » 25.06.2014 10:07

Oh, wie kommt mir das bekannt vor, BabyOne und Babell; solange mein Mann ( vor der Heirat) und ich getrennte Wohnungen hatten, erlebte ich meine Bonuskinder als sehr offen und zufrieden. Mit unserem Zusammenzug änderte sich dies schlagartig, die Offenheit war wie weggewischt. Die Scheidungskonvention enthielt ja ein minimales Besuchsrecht ( 1Wochenend/Monat), aber vor unserer Beziehung durfte der Vater die Kinder so oft holen wie er wollte. Kurz nach dem Zusammenzug erhielt der Vater einen Brief, mit der Aufforderung, sich gefälligst an die Konvention zu halten und die Kinder jeweils das erste Wochenende im Monat von Samstag bis Sonntag zu sich zu holen, sie dulde keine Feuerwehrübungen mehr! Es verging kein halbes Jahr, ich war gerade frisch schwanger mit unserem ersten gemeinsamen Kind, kam wieder ein Brief, wo sich die Mutter beklagte, dass der Vater schon jetzt kaum Zeit mit seinen grossen Kindern verbringen würde, sie seien nur noch geduldet und das fünfte Rad am Wagen etc. es sei ja auch deutlich daran zu sehen, dass er im Gegensatz zu früher die Kinder nur noch einmal im Monat abhole. Als unser Kind dann zur Welt kam, es war keine Woche alt, kamen wieder mehrere Briefe mit der eindringlichen Bitte, der Vater solle die Kinder zu sich nehmen, es gehe ihr so schlecht, dass sie für nichts garantieren könne. Da sie telefonisch nicht erreichbar war, Zuhause niemand die Türe öffnete, machte mein Mann eine Gefährdungsmeldung an die Vormundschaftsbehörde, legte all ihre Briefe bei und bat die Behörden abzuklären, was für Hilfe seine EX-Frau benötige.
Rückblickend hätten diese Briefe wahrscheinlich in den Papierkorb gehört, aber ich hatte damals echt Angst, dass sie sich etwas antut.
Für mich war dieser Behördenkontakt später aber ein Segen, weil ich in der Sozialfachfrau, die die Abklärungen damals bei der EX-Frau machte, eine hilfreiche Anlaufstelle und Ratgeberin hatte, als ich merkte, ich selber brauche nun Hilfe, damit unser Patchwork nicht scheitert.
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von carlotta37 » 25.06.2014 10:45

Es ist schon erschütternd....meine Tochter "darf" meinen Partner auch nicht mögen. Sie steckt selbst mit 16 noch in einem riesigen Loyalitätskonflikt, der in unserem Fall wahrscheinlich verstärkt wird, weil Papa so weit weg ist und damit so unreal, dass Alltagsauseinandersetzungen fehlen und sich das Halbgott-Bild hartnäckig hält. Mal schauen, ob die Sommerferien von 4 Wochen bei ihm daran etwas ändern :?

Auch bei uns sind gemeinsame Urlaube nicht mehr möglich. Inzwischen will mein Freund das auch nicht mehr, aber auch für mich ist es unerträglich, insofern sind wir uns einig. Es ist allerdings nicht so ganz einfach umzusetzen....und bei grösseren, längeren Reisen zerreisst es mir dann doch das Herz, denn mit mir und ihren Brüdern hat sich das Verhalten meienr Grossen sehr geändert, wir haben es lustig und friedlich miteinander. Taucht mein Freund auf, sitzt sie hier als völlig anderer Mensch mit am Tisch, ich erkenne sie kaum noch.

BabyOne ich könnte mir vorstellen, dass Dein Partner sich so fühlt wie ich: er liebt ja seinen Sohn und hätte ihn gern dabei. Auch wenn er einsieht, dass es nicht geht. Aber das ist ein innerer Konflikt. Auch ich bin da oft nicht gerade bestens gelaunt..... :oops:
Immer noch wäre es mir fast am liebsten, es gäbe das Thema Ferien gar nicht.....dabei reise ich so gern!!!

Man hofft, dass es besser wird und ich finde es toll, dass Ihr das inzwischen gemeinsam besprecht und Lösungen sucht. Auch dass Ihr dem Jungen nochmals eine Chance gebt. Ich warte leider seit Jahren vergeblich darauf, dass es besser wird.....tausend Chancen....und nun ist sie schon 16! Es ist einfach frustrierend! :twisted:
Diesen Sommer konnten wir es lösen, dadurch dass sie zum Papa fliegt. Aber für nächstes Jahr planen wir das erste mal eine grosse, längere Reise in die USA. Und da wollen beide mit..... :shock:

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von Buchenholz » 25.06.2014 11:20

Oh je Carlotta

Und ich dachte, es sei jetzt besser geworden zwischen der Tochter und deinem Freund. Wenn ich das jetzt so lese, dann würde ich an deiner Stelle die Tochter einfach mal so ziemlich in den Senkel stellen und ihr signalisieren, sie hätte jetzt genug lang getrotzt. Irgendwann muss Schluss sein mit dieser Art von Ausgrenzung. Aber es ist einfach schwierig. Vielleicht ist das der Schlüssel oder es wird noch schlimmer.

Meine Tochter ist doppelte Waage und sehr gschpürig. Und da wir viel miteinander reden und sie keine Geheimnisse hat vor mir (was sie zwar haben dürfte) erzählt sie mir oft von Problemen ihrer Kollegen und worüber sie untereinander diskutieren. Insofern kann ich dir etwas Hoffnung geben, dass mit zunehmendem Alter die Kollegen ihr Verhalten hinterfragen werden.
Genauso erlebe ich es jetzt hier mit einer Freundin der Tochter. Die leidet sehr unter der Scheidung ihrer Eltern. Meine Tochter hat sie jetzt zu dem Coach geschickt, der sie damals beim Burnout begleitet hat.

Wir hören auch oft, wessen Eltern cool sind und warum. Auch das wir irgendwann bei deiner Tochter passieren.
So passiert es bei uns, dass die Burschen fragen, ob sie mal bei einem unserer Ausflüge mitkommen dürfen.
Und auch bei euch könnte das passieren. Denn irgendwann realisieren sie, dass die Eltern doch nicht nur spiessig sind, sondern dass mit uns ganz tolle Erlebnisse möglich sind, die sie mit den eigenen Eltern oder mangelnden Finanzen nicht erleben könnten.

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von BabyOne » 25.06.2014 20:34

Hallo,

@ buchenholz: Das siehst du völlig richtig. Das Verhälten der Ex-Frau IST widersprüchlich. Einerseits will sie ihren Sohn nicht "hergeben", erhebt einen Alleinvertretungsanspruch (nur sie kann für ihn sprechen) und boykottiert seine Integration bei uns so wie sie kann. Und dann kommt sie und wirft ihm bei jeder Gelegenheit vor, dass er sich zu wenig kümmert oder dass der Junge nicht bei uns gleichbehandelt wird.

Auch dies ist gleich: als unsere Tochter ganz klein war, kamen von ihr sofort Vorwürfe, mein Freund würde ihre gemeinsamen Kinder vernachlässigen. Das war schlicht und einfach Quatsch. Es hatte sich nicht im Geringsten etwas verändert. Er hat sich genauso gekümmert wie vorher und hat auch den gleichen Unterhalt weiter bezahlt. Letztlich war das Ausdruck der Angst, dass sie ihren Status als (alleinige) Mutter seiner Kinder eingebüßt und damit für ihn keine Wichtigkeit mehr hat. Dieses "wichtiger sein, weil man zuerst da war" hat sie bei manchen Gelegenheiten selbst Jahre später noch deutlich gezeigt.

Bei dem Sohn sieht man langsam, dass er (endlich!) merkt dass seine Mutter nicht immer in allem recht hat und dass er in einzelnen Dingen auch eine andere Meinung haben kann (was ganz sicher noch lange nicht bedeutet, dass er diese Meinung auch vor seiner Mutter vertreten kann...) .

@ carlotta: Ich glaube, leider reicht zunehmendes Alter alleine nicht aus, damit sich bestimmte Probleme auswachsen. Die Tochter meines Freundes war bei der Geburt unserer Tochter ungefähr in dem Alter Deiner Tochter. Am Anfang war sie interessiert und hatte keine Berührungsängste. Sobald ihre Mutter aber anfing mit dem "Du verlässigst unsere Kinder wegen dem neuen Baby" war sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr interessiert. Interesse an ihrer Schwester hat sie immer nur dann gezeigt, wenn sie sich gerade schlecht mit ihrer Mutter verstand. Heute geht sie auf die 30 zu und es hat sich nicht das Geringste verändert. Ich glaube, dass sie bis heute intellektuell immer noch nicht durchschaut hat, dass ihre Mutter ihr da so unausgesprochene Aufträge gibt wie "Du darfst das "neue Kind" nicht mögen" und dass sie da letztlich gar nicht ihre eigene Meinung vertritt, sondern einfach nur Stellung für ihre Mutter bezieht im nicht endenden Konflikt zwischen Vater und Mutter. Da sie einen sehr cholerischen Charakter hat, sind sachliche Gespräche über solche schwierigen Themen mit ihr nicht wirklich möglich.

Dass es für meinen Freund schwer ist, ist mir völlig klar und das nehme ich ihm auch gar nicht übel. Worunter ich aber immer gelitten habe war, dass ich ihm meine Not zwar deutlich mitgeteilt habe, dies aber nie so wichtig war um daraus irgendwelche Konsequenzen zu treffen oder um auch wenigstens nur wirkliches Verständnis zu zeigen. Ich war der Auffassung, dass man alles tut was man kann um einen geliebten Menschen zu unterstützen, und ich für meinen Teil habe das getan. Als Dankeschön bekam ich Vorwürfe, Ablehnung und Desinteresse - im Zweifel war ich schuld, wenn sein Sohn sich daneben benommen hat, oder ich war angeblich überempfindlich. Eben eine lieblose Stiefmutter. DAS hat mich ziemlich verbittert und ist mir eine Lehre für´s Leben geworden. Früher haben mir immer diese Frauen leid getan, die im fortgeschrittenen Alter über die Männer schimpfen und die so enttäuscht vom Leben und von der Liebe sind. Jetzt weiss ich wie es dazu kommen kann, und habe auf ziemlich schmerzhafte Weise gelernt, dass ich auf mich selber zuerst acht geben muss, weil es im Zweifel sonst auch niemand anderes tut - nicht einmal der Mann mit dem ich lebe und der behauptet mich zu lieben. Auf diese Lektion hätte ich gerne verzichtet, egal wie wertvoll sie sein mag...
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von carlotta37 » 26.06.2014 10:21

Leider befürchte ich das auch.....

Buchenholz, das ist leichter gesagt als getan. Noch ist sie minderjährig und in vielen Dingen von mir abhängig. Wir können sie nicht wochenlang im Urlaub hier allein lassen. Oft sind das organisatorische Problemchen, aber die sind häufig nicht lösbar. Ausserdem spielt so eine Familie ja zusammen, das ist ein enges Geflecht....auch die Brüder sind betroffen. Sie halten die ewig schlechte Laune ihrer Schwester schlecht aus, wenn mein Freund bei uns ist. Alle sind angespannt. Das KANN man nicht einfach ignorieren!!! Glaub mir, diese Mädels sind raffiniert: sie sorgt schon dafür, dass man sie nicht einfach ausschliessen kann.... :aahrg:

Und dann finde ich dieses ewige Verhandeln auch einfach anstrengend. Das kennst Du sicher auch, babyOne: jedesmal neu überlegen, was jetzt möglich ist und was nicht. Wer wann mit wem in Urlaub fährt. Wieder Gespräche und neue Ideen....Und schliesslich fährt man in Urlaub, weil man Erholung braucht....Nach solchen Diskussionen vergeht mir oft völlig die Lust auf alles und ich würde am liebsten einfach zuhause bleiben.....

BabyOne, ich verstehe Deine Gefühle schon. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man manchmal auch aus Hilflosigkeit zu wenig reagiert. Vielleicht war Dein Partner manchmal genauso ratlos wie ich und wusste einfach nicht mehr, was er machen soll....Klar, dann hätte er mit Dir reden müssen, auch über seine Hilflosigkeit! Aber ich kenne das Gefühl von Lähmung von mir: ich kann es eh nicht allen recht machen, in den schlimmsten Zeiten habe ich dann einfach gar nichts mehr gemacht. Alle Seiten haben von mir erwartet, dass ich ihre Gefühle verstehe und darauf Rücksicht nehme. Und was war mit meinen Gefühlen???? Meinerseits hat mich am meisten gestört, dass ich als Mutter von diesem pubertierenden Kaktus von allen verantwortlich gemacht wurde. Als hätte ich etwas ändern können!!! Zeitweise hätte ich Tochter und Freund gern so lange auf eine einsame Alphütte geschickt, bis sie sich entweder vertragen oder ermordet hätten..... :mrgreen: Ich wollte, dass die beiden Verantwortung übernehmen und nicht jeweils ihre Befindlichkeiten bei mir abladen, mit dem deutlichen Hinweis: Du musst das Problem lösen, du bist die Mama.

Inzwischen suchen wir zwar auch noch jedes Jahr erneut nach Lösungen und anstrengend finde ich das immer noch. Aber ich habe mich von der Verantwortung sehr abgegrenzt. Ich teile beiden mit, was ICH will und machen werde. Entweder sie arrangieren sich damit oder sie lassen es bleiben. Ich bin jedenfalls nicht zuständig. Bin schliesslich nicht im diplomatischen Dienst!! 8)

Damit nehme ich natürlich auch in Kauf, dass irgendwer richtig sauer auf mich ist: Freund oder Tochter. Aber ich muss lernen, das wegzustecken.
Klar, der Partner/die Partnerin sollte an erster Stelle stehen, die Person sein, mit der man gemeinsam entscheidet. Bei uns ist das halt nicht so einfach, da wir ja kaum einen gemeinsamen Alltag haben.....

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von PatchStift » 27.06.2014 14:11

azza hat geschrieben:Oh, wie kommt mir das bekannt vor, BabyOne und Babell; solange mein Mann ( vor der Heirat) und ich getrennte Wohnungen hatten, erlebte ich meine Bonuskinder als sehr offen und zufrieden. Mit unserem Zusammenzug änderte sich dies schlagartig, die Offenheit war wie weggewischt. Die Scheidungskonvention enthielt ja ein minimales Besuchsrecht ( 1Wochenend/Monat), aber vor unserer Beziehung durfte der Vater die Kinder so oft holen wie er wollte. Kurz nach dem Zusammenzug erhielt der Vater einen Brief, mit der Aufforderung, sich gefälligst an die Konvention zu halten und die Kinder jeweils das erste Wochenende im Monat von Samstag bis Sonntag zu sich zu holen, sie dulde keine Feuerwehrübungen mehr! Es verging kein halbes Jahr, ich war gerade frisch schwanger mit unserem ersten gemeinsamen Kind, kam wieder ein Brief, wo sich die Mutter beklagte, dass der Vater schon jetzt kaum Zeit mit seinen grossen Kindern verbringen würde, sie seien nur noch geduldet und das fünfte Rad am Wagen etc. es sei ja auch deutlich daran zu sehen, dass er im Gegensatz zu früher die Kinder nur noch einmal im Monat abhole. Als unser Kind dann zur Welt kam, es war keine Woche alt, kamen wieder mehrere Briefe mit der eindringlichen Bitte, der Vater solle die Kinder zu sich nehmen, es gehe ihr so schlecht, dass sie für nichts garantieren könne. Da sie telefonisch nicht erreichbar war, Zuhause niemand die Türe öffnete, machte mein Mann eine Gefährdungsmeldung an die Vormundschaftsbehörde, legte all ihre Briefe bei und bat die Behörden abzuklären, was für Hilfe seine EX-Frau benötige.
Rückblickend hätten diese Briefe wahrscheinlich in den Papierkorb gehört, aber ich hatte damals echt Angst, dass sie sich etwas antut.
Für mich war dieser Behördenkontakt später aber ein Segen, weil ich in der Sozialfachfrau, die die Abklärungen damals bei der EX-Frau machte, eine hilfreiche Anlaufstelle und Ratgeberin hatte, als ich merkte, ich selber brauche nun Hilfe, damit unser Patchwork nicht scheitert.
Was hat diese Gefährdungsmeldung am Ende gebracht? Hatte es irgend welche Kosequenzen für die Frau? Oder euch? Was haben diese Abklärungen ergeben?

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von azza » 01.07.2014 13:17

@PatchStift
PatchStift hat geschrieben:Was hat diese Gefährdungsmeldung am Ende gebracht? Hatte es irgend welche Kosequenzen für die Frau? Oder euch? Was haben diese Abklärungen ergeben?
Uns hat es die wohl am an Konflikten ärmsten zwei Jahre beschert. Die Sozialarbeiterin hat eine Psychotherapie zur Krisenbewältigung organisiert, welche die EX nach zwei Sitzungen abgebrochen hat, mit der Begründung, es gehe ihr nun wieder gut; sie half ihr bei der Jobsuche und Organisation der Kinderbetreuung; sie half ihr bei der Suche einer günstigeren Wohnung etc. Das Wichtigste aus unserer Sicht war aber der Wunsch der Kinder, mehr Zeit beim Vater verbringen zu können. Das Besuchsrecht wurde dann erweitert, sie durften jeweils das erst und dritte Wochenende des Monates von Freitag Abend bis Sonntag 19Uhr bei uns verbringen. Dies wurde so schriftlich festgehalten, es war der Wunsch der Kinder und zeigt doch schön auf PatchStift :aberhallo: (Thema Val - "Wie eine Ohrfeige), dass k e i n Scheidungsurteil in Stein gehauen ist und wenn das Kindeswohl/Wunsch im Zentrum steht, vieles möglich ist.
Nach eben knapp zwei Jahren hat die EX beschlossen, einmal mehr umzuziehen... wir sind jetzt 17Jahre zusammen, in diesen 17Jahren ist sie zwölf mal umgezogen, das ältere Bonuskind hat sechs mal Schule gewechselt, das jüngere "nur" vier mal...!
So gesehen, hat diese Gefährdungsmeldung nichts gebracht, das Leben der EX-Frau verlief gleich chaotisch, geprägt von Umzügen, Jobwechseln, wechselnde LAPs, Schulden etc. Wir haben aber gelernt, die Kinder ins Zentrum zu stellen, das Chaos der Mutter war zwar da, aber nicht mehr. Es raubte uns keine Energie und Raum mehr. Brauchten wir Rat oder Hilfe, so durften wir uns auch nach dem Wegzug der Ex-Frau bei der Sozialarbeiterin melden, die sie betreut hat.

Dies PatchStift, erklärt Dir auch grad, warum ich Dich in Deinem Thema, "Die ewige Eifersucht?/!" gefragt habe, ob ihr schon mal an die KESB gelangt seid und einen (Besuchsrechts)Beistand beantragt hättet? Besuchsrecht ist absichtlich in Klammer, es kann auch etwas anderes sein, das Probleme macht. Bei uns waren ja diese Briefe mit suizidalen Aeusserungen, die zu dieser Meldung führten.
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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von PatchStift » 04.07.2014 14:52

PatchStift hat geschrieben:Dies PatchStift, erklärt Dir auch grad, warum ich Dich in Deinem Thema, "Die ewige Eifersucht?/!" gefragt habe, ob ihr schon mal an die KESB gelangt seid und einen (Besuchsrechts)Beistand beantragt hättet? Besuchsrecht ist absichtlich in Klammer, es kann auch etwas anderes sein, das Probleme macht. Bei uns waren ja diese Briefe mit suizidalen Aeusserungen, die zu dieser Meldung führten.
Naja, die Kinder da rausgeholt, hat aber trotzdem keiner...

Ich wüsste nicht was das bei uns bringen soll azza, unsere Ex. hat ja keine Probleme!
Das Besuchsrecht funktioniert und ändern muss sie sich ja nicht. Also ich wüsste gar nicht was man da vorbringen sollte.
Das ihr Kind eifersüchtig ist? Oder das sie zu hart mit ihr ist? Am liebsten auch bei uns die Kontrolle behalten will? Sie ist die Mutter, sie darf das! So lange das Kind nicht grün und blau ist, interessiert das alles keinen, azza.
Oder das sie schlecht über den Vater redet, ist ja auch nicht verboten. Ausserdem stünde Aussage gegen Ausage. Und das hatten wir schon, danke muss wirklich nicht mehr sein....
Selbst wenn so eine Beraterin sieht was Sache ist, ändern kann sie es nicht! Und wegen einem Sonntag ohne Verpflegung, muss man jetzt auch kein FAss aufmachen. Wie gesagt, wenn das ihre Bedingung ist, dmait sie bis 19:00 Uhr bleiben darf, dann wird's wohl küntig eher 18:00 Uhr sein wie normal.... UNS ist das nämlich eigentlich egal. Alles was sie damit erreicht ist ihre Tochter, um eine Stunde mit dem Vater bringen. Wenn die Frau das nicht schnallt....

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von tabida » 04.07.2014 17:17

Also ich habe azza so verstanden, dass es schon etwas gebracht hat.
Vielleicht war es dann auch gar nicht nötig die Kinder da rauszuholen!

Ein Besuchsrechtsbeistand könnte zwischen dem Vater und der Mutter vermitteln und evt. eine Lösung erarbeiten.
Ganz offensichtlich funktioniert das mit dem Besuchsrecht bei Euch eben NICHT, sonst gäbe es die Diskussion wegen dem Essen gar nicht. Der Vater bringt das Kind genauso um die Stunde, wenn er sie einfach wieder früher zurückbringt.

Es geht ja bei einer solcher Vermittlung nicht darum, wer recht hat, wer Fehler macht etc. - es ginge mehr darum, für das Kind eine gute Lösung zu finden. Genau das könnte der Vater auch vorbringen: z.B. in der Art, dass er merke, dass die Situation für das Kind aus dem und dem Grund schwierig ist und er wünsche sich Hilfe, wie man das ganze besser gestalten könnte.
Zuletzt geändert von tabida am 05.07.2014 07:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Urlaub ohne Stiefkind

Beitrag von Buchenholz » 05.07.2014 00:24

Meine Stiefsöhne hatten einen Beistand und der hat super Arbeit gemacht. Der Beistand hat Mutter und Vater so genau unter die Lupe genommen, um ein detailliertes Bild zu bekommen und zu erkennen, wer hier zum wohle der Kinder handelt.

Er kam zum Schluss, dass hier der Vater die bessere Betreuungsperson ist und hat eine Obhutsänderung beantrag. Die (damals) VB wollte sich da nicht die Finger verbrennen und delegierte die Entscheidung ans Gericht.
Das Gericht wollte Fakten um zu entscheiden, kam dann aber zum Schluss, dass wenn die Mutter kein Vertrauen hätte zum Beistand, dann solle dieser abgesetzt werden. Hä?

Schade. Nicht nur darum, dass es nicht zur Obhutsumteilung kam. Aber die Kinder hatten mit der Zeit begriffen, was ein Beistand alles möglich macht. Sie haben ihm zwar nicht mehr alles anvertraut, weil dann die Mutter damit konfrontiert wurde und dieswieder auf die Kinder zurück kam.
Aber der Beistand war wie ein Schiedsrichter. Alle wichtigen Entscheidungen wurden mit ihm zusammen getroffen.
Ferientermine und spezielle Feiertage wurden ausgehandelt und beim Beistand deponiert. Gabs Terminverschiebungen, dann wurde der Beistand konsultiert und der schaute, dass man eine gerechte Lösung fand.
Er hat dann halt auch entschieden, welche Aktivität für die Kinder wichtiger war, hat dies aber immer sehr fair entschieden und manchmal auch sehr kreative neue Lösungen gebracht.

Der Beistand hat mit der Zeit auch gemerkt, wer hier das faule Ei war. Und wenn die Mutter Termine vergessen und verschoben oder mit Lügengeschichten sausen lassen wollte, dann hat dies der Beistand bemerkt und mit Kontrolltelefonen herausgefunden.
Wenn die Mutter den Vater schlecht machte, weil er sich nicht um die Kinder kümmerte , dann hat ihr der Beistand erklärt, dass dies ihr Job sei. Nachdem die Schule bemerkte, dass die Kinder verwahrlost zur Schule kommen, wurde die Mutter gemahnt, dass sie für Kleider und Nahrung zuständig sei. Sie hat es nicht gemacht. Also habe ich das übernommen und dem Beistand Quittungen und Fotos gemailt. Einfach als Hinweis, wer hier die Verantwortung über die Kinder übernimmt.
Die Mutter konnte also nicht erzählen, dass die schönen Kleider der Jungs von ihr seien.
Wir haben einfach alles beim Beistand deponiert.

Wenn die Jungs unbedingt etwas wollten, was zwischen den Eltern zu Konflikten führten, dann hat der Vater auch schon die Jungs gebeten, den Beistand zu fragen. Die haben dann auch die Telefonnummer auf ihrem Handy gespeichert und in der Schulpause dort angerufen. Oft kam es nicht vor. Aber die wenigen Male reichten, um der Mutter aufzuzeigen, dass ihr Handeln kontrolliert wurde.
Wir hätten manchen späteren Konflikt vermieden, wenn der Beistand weiterhin da gewesen wäre. Aber eben, wenn die Mutter nicht will, dass man sie in Frage stellt, dann wird eben der Beistand abgesetzt.

Und dieses Problem mit dem Essen, wie es Patchstift beschreibt, das könnte ein Beistand auch lösen.

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