Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

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Alex70
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Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Alex70 » 02.10.2016 12:14

Hallo Zusammen,

bei mir ist die Situation folgende:
Ich habe aus erster Ehe (vor 3 Jahren gescheitert) 3 Kinder von 13 bis 21 Jahre.
Das älteste Kind wohnt noch bei mir, ebenso meine neue Partnerin mit Ihrem jüngsten Kind (13 Jahre).

Die Beziehung zu meiner Partnerin wäre harmonisch, wenn das Kind nicht wäre. Der Alltag mit dem Kind ist äußerst schwierig, weil der Sohn sehr anstrengend ist. Er unterbricht dauernd Gespräche und erzählt viel Unsinniges und beharrt dann auch auf seiner Meinung. Die Mutter selber sagt, dass ihr Sohn auf dem geistigen Niveau eines 6-jährigen steht. Bei allen Ansagen reagiert er entweder unverschämt oder uneinsichtig. Er kann alles selber (nach seiner Auffassung), bekommt aber die einfachsten Aufgaben nicht auf die Kette.
Mein jüngster Sohn, der bei der Mutter lebt und alle 2 Wochenenden und in den Ferien zu mir kommt, ist ebenfalls genervt vom Kind meiner Partnerin. Sie beschäftigen sich auch miteinander, aber er sagt schon deutlich, dass er es entspannter mit mir und dem großen Bruder alleine fände. Ihn stören (wie alle anderen) vor allem die Dispute und end- und sinnlosen Diskussionen zwischen meiner Partnerin und ihrem Sohn.

Was mich momentan am meisten stört, hilflos und traurig macht, ist, dass mein ältester Sohn (der letzte, der noch bei mir lebt) ebenfalls wegen meiner Freundin und ihrem Sohn ausziehen will. Ihm geht das Zusammenleben auf die Nerven. Er würde bleiben, wenn Freundin und Sohn auszögen. Vor einem Jahr ist mein mittlerer Sohn wegen derselben Gründe bereits ausgezogen (zur Mutter).
Ich muss also, wenn ich mit meiner Partnerin zusammenbleiben will, einen hohen Preis zahlen. Mein Sohn wird enttäuscht ausziehen, der andere ist schon weg, der Dritte kommt, aber nicht immer gerne. Für mich schon fast die Erklärung, warum ich den Sohn meiner Freundin nicht ausstehen kann.
Als wir zusammengezogen sind, war mir das alles nicht klar. Ich kannte das Kind, aber eben nicht im Alltag. Ich war hoch motiviert, alle zusammen zu führen und eine neue Familie zusammenzubasteln – bin aber kläglich gescheitert.

Ich bin völlig verzweifelt, trage mich seit ca. 6 Monaten mit Trennungsgedanken, kann es aber nicht umsetzen. Zweimal war faktisch schon Schluss. Zum einen kämpft meine Partnerin wie eine Löwin um mich, weil Sie mich liebt. Zum anderen liebe ich Sie auch – obwohl ich mittlerweile eine andere Frau kennengelernt habe, die mich sehr berührt (läuft aber nichts, solange ich noch gebunden bin).
Des Weiteren hält mich die Angst vor den schlimmen seelischen Begleiterscheinungen einer Trennung in der Beziehung, wohl auch, weil die Erinnerung an das Ehe-Aus vor 3 Jahren noch sehr frisch ist. Und auch die Angst vor der Einsamkeit/Alleinleben und der möglichen Erkenntnis, dass ich nie wieder eine Partnerin an meiner Seite habe, die mich trotz meiner Probleme so liebt und annimmt wie meine jetzige Freundin.

Ich sehe derzeit kein Licht am Ende des Tunnels und bin für ähnliche Erfahrungsberichte dankbar!

Dornenvogel
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Dornenvogel » 03.10.2016 12:34

hallo Alex,
schön schreibt hier wieder einmal ein Mann mit... unschön hingegen deine belastende Situation.

einen Rat weiss ich dir leider auch nicht, schlussendlich musst du dein Herz und irgendwann auch deine Gesundheit entscheiden lassen. Glaube mir, ich kann dir sehr gut nachfühlen, wie schlimm es sein muss und auch wie zerrissen und überfordert du bist!

Bei uns war es umgekehrt: ich kam mit meiner Stieftochter nicht klar. Aber aus anderen Gründen. Nichts desto Trotz war das Leben für mich und oft auch für meine Tochter jahrelang extrem anstrengend und unbefriedigend.
Mein Mann und ich führen eigentlich eine harmonische Beziehung, aber seine Tochter schaffte es immer wieder, einen Keil dazwischen zu treiben und ich war so oft drauf und dran, das ganze Patchworken hinzuschmeissen, obwohl ich meinen Mann liebte.

Retrospektiv gesehen war es ein jahrelanger zermürbender (unnötiger) Kampf, heute sind alle Kinder erwachsen und bis auf eins augezogen, so gesehen hat sich das Durchhalten gelohnt. Aber der Preis war hoch.

Ist der Sohn deiner Freundin behindert oder einfach verhaltensauffällig? Wird er betreut von einer Institution? Und wie ist denn das Verhältnis von Mutter und Sohn?

Ich spüre, dass dich die Situation enorm belastet, einerseits wegen deiner Kinder, andererseits im Hintergrund der Gedanke, dass wieder eine Beziehung auf Grund gelaufen ist... man will es beim 2. Mal ja besser machen. Das spricht alles sehr für dich und dein Verantwortungsbewusstsein! Überlege dir, ob die Liebe zu deiner Freundin dieser Belastung auf die Dauer standhält oder du nur noch aus Pflichtbewusstsein bei ihr bleibst.. sei dir aber auch bewusst, dass dein 21jähriger in absehbarer Zeit sowieso sein eigenes Leben führen wird und ausziehen wird. Hast du mit ihm über die Situation gesprochen?

ich wünsche dir von Herzen, dass du zur richtigen Entscheidung kommst!

val
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von val » 03.10.2016 16:19

Hallo Alex

Willkommen hier im Forum!

Einen wirklichen Rat kann auch ich Dir nicht geben, ich schreib einfach mal auf, was mir so durch den Kopf geht, wenn ich Deinen Beitrag lese…

Der Sohn ist 13.
Kein einfaches Alter, um aus seiner gewohnten Umgebung gerissen zu werden und mit der Mutter in einer „fremden“ Familie neu Fuss zu fassen...Wie war das für ihn? Hat er sich darauf gefreut?

Hat er grössere Geschwister? Oder war er seit der Trennung von seinen Eltern alleine mit der Mutter?
Mir geht der Gedanke „Parentifizierung“ durch den Kopf, wenn Du schreibst, er mische sich in alles ein und wolle überall mitreden. Und auch, dass Deine Partnerin so mühsame und endlose Diskussionen mit ihm führen muss. Irgendwie habe ich den Eindruck, zwischen den beiden ist die Ebene verrückt. Ist das eine Mutter – Kind – Ebene? Oder wurde der Sohn auf eine Ebene „gehoben“ auf der er zu viel von den Sorgen und Nöten seiner Mutter mitbekam und auch mittragen musste?

Ich könnte mir vorstellen, dass sich dieser Junge als ziemlich schwarzes und verlassenes Schaf fühlt. Und dass er sehr unglücklich ist, dass er dermassen aneckt. Mittlerweile hat er es sich offenbar mit allen verspielt. Er spürt sicher auch, wie unglücklich seine Mutter ist. Keine schöne Situation. Und eine grosse Not.

Wenn das Kind mit 13 ein geistiges Niveau von einem 6jährigen hat, dann wäre doch wohl einiges mehr im Argen, vor allem auch schulische Probleme. Ist dem so? Dann wäre vielleicht eine Abklärung angesagt.

Dass Deine Kinder früher oder später ausziehen werden, ist ganz normal. Durch die jetzige Situation gehen sie früher. Das ist eine Beschleunigung eines normalen Prozesses. Das heisst nicht, dass Du sie verlierst. Mach dir da keine Schuldgefühle.

Ich bin auch der Meinung, dass ab einem gewissen Alter der Kinder eine funktionierende Patchworkfamilie vor allem eine Wunschvorstellung von uns Elternteilen ist, und unsere Kinder das gar nicht mehr wollen. Vielleicht ist es besser, sich von diesem Wunsch zu lösen anstatt die verschiedenen Parteien in irgendwas reinpassen zu versuchen, das schlussendlich für alle Beteiligten nur Stress bedeutet.

Kläglich scheitern ist ein sehr hartes Urteil. Vielleicht war das Ziel zu hoch oder zu romantisch oder am falschen Ort gesetzt?

Wichtig ist, dass die Beziehung zwischen Dir und Deiner Partnerin funktioniert. Denn ihr zwei seid es, die am Schluss übrigbleibt und zusammenleben wollt. Die Kinder werden irgendwann weg sein, alle, auch ihr jetzt so unmöglicher Sohn. Wenn das Zusammenleben als Patchwork jetzt nicht funktioniert, heisst das nicht, dass Ihr Euch als Paar trennen müsst. Ihr könnt Euch als Paar gegenseitig in Euren Leben unterstützen, auch wenn ihr nicht unter dem gleichen Dach wohnt.

Und zuletzt möchte ich Dir noch nahe legen: ganz egal wie schwierig das Kind ist – es ist ein Teil Deiner Partnerin und hat sie zu dem gemacht, was sie ist. Und was Du liebst.

Ich wünsch Dir viel Kraft.

Liebe Grüsse
Val
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von BabyOne » 03.10.2016 18:03

Hallo Alex,

Dein ältester Sohn ist 21. Ich gehe davon aus, er würde ohnehin auf absehbare Zeit das Haus verlassen - er ist ja einigermaßen erwachsen und flügge. Das wäre also ein Punkt, den ich als Außenstehende nicht besonders entscheidend finde - Du verlierst ja den Sohn nicht, er wohnt dann nur woanders, und vielleicht hat er ja auch unabhängig von dem nervigen Stiefgeschwister das Gefühl, dass er einfach nicht wirklich in diese neue "Familie" hinein gehört. Sein Angebot auszuziehen könnte man auch als einen konstruktiven Beitrag zur Lösung einer angespannten Situation ansehen.

Du bist (erst) seit drei Jahren getrennt und neu liiert. Eine Patchworkfamilie zusammen wachsen zu lassen dauert länger als das; dass Dein ältester Sohn also nicht wirklich Teil einer solchen Familie werden würde war im Grunde von Anfang an klar, auch wenn Du das vielleicht anders erträumt hast. Deswegen sich jetzt zu trennen würde ich für ein Missverständnis halten. Die Frage ist doch eher: liebst Du Deine Partnerin, willst Du mit ihr zusammen sein? Auch der nervige Stiefsohn wird in absehbarer Zeit älter und reifer und auch irgendwann erwachsen sein, das müsste sich zur Not aussitzen lassen.

Für mich klingt es auch so, als ob Deine Partnerin Mühe hat, ihrem Sohn gegenüber ihre elterliche Autorität zur Geltung zu bringen, und als ob sie zu viel diskutiert. Das ist aber auch eine Frage des Erziehungsstils, die sie selbst vielleicht ganz anders beurteilen würde. Vielleicht würde da mal eine Erziehungsberatung helfen? Einfach sich eine Rückmeldung holen, ob man sich "richtig" verhält oder ob man da und dort etwas anders machen sollte?

Die Äußerung, dass ihr Sohn quasi "zurückgeblieben" ist, finde ich auch sehr auffällig und fast schockierend. Meint sie das ernst? Wenn ja, sollte er ja in Behandlung sein; davon erwähnst Du aber nichts. Wenn nein, finde ich so eine Aussage ehrlich gesagt ziemlich hart. Dann sollte sie sich selbst in der Tat einmal fragen, was sie in ihrer Erziehung ändern sollte, damit ihr Sohn reifer wird.
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Alex70 » 03.10.2016 19:00

Hallo Zusammen,

Danke für Eure Beiträge und dass Ihr Euch die Zeit dafür genommen habt. :)
Ja, der Sohn von ihr ist in Behandlung. Er hat ADHS und eine auditive Wahrnehmungsstörung. Wird medikamentös und mit Ergotherapie behandelt.
Und Sie diskutiert eigentlich nicht mit ihm, sondern macht klare Ansagen, was er aber nicht hört (hören kann/hören will)...
Das Ding ist, dass er keine Regeln akzeptiert. Er muss abends sein Smartphone abgeben. Wenn er nachts aufwacht, schleicht er sich nach unten und holt das Ding nach oben. Bei sowas krieg ich Bluthochdruck...
Das Problem bei ihr ist, dass sie das Verhalten nicht sanktioniert bzw. nur halbherzig. Bei mir wäre das Smartphone dann mal für 3 Wochen weg. Macht sie aber nicht. Sie erklärt und erklärt und erklärt. Für ihn ist das aber nur Rauschen wie beim Testbild im Fernsehen. Er sagt dann auch brav "Ja Mama", aber das ist halt nur eine Standard-Platte die er auflegt. So dreht sich das Ganze im Kreis und ich stehe dabei und könnte ausflippen. Weil ich sehe, dass sich da seit ewiger Zeit keinen Deut etwas bewegt. Meine alternativen Ratschläge werden gerne abgewiesen, nach dem Motto "das regel ich, regel du das mit deinen Söhnen". Prinzipiell richtig, aber mir fällt es verdammt schwer bei diesem für mich irren Spiel immer nur zuzusehen. Und die Ansicht "ist ja ihr Kind also auch ihre Sache" zieht für mich nicht, da man bei einem gemeinsamen Haushalt ja immer mit involviert ist. Soviele Zimmer hat das Haus gar nicht, dass ich mich dem immer entziehen kann. Wenn er nach Hause kommt, bittet sie "Tu dies tu das", er dann "gleich Mama" und dann geht das PingPong-Spiel los. Ich habe mal die Zeit gestoppt - vom Aufschließen der Tür bis zum Eklat keine 60 Sek. - und dass an 3 von 5 Tagen...
Also vom Erziehungsstil passt es einfach gar nicht und ich reibe mich sehr daran auf. Ich kann ja nicht immer durch den Wald laufen, wenn das Kind zu Hause ist...
Wenn sie nicht sonst so lieb wäre und mir dauernd sagt, dass sich mich liebt und ich mit Ausnahme der Erziehungsfragen ihr Traummann bin, dann wäre es einfacher zu sagen wir gehen besser getrennte Wege.
Sie war mal für ein Wochenende weg. Das war für mich der Horror, alleine zu Hause, abends... das ging gar nicht. Habe mir dauernd gesagt, dass das Leben ohne sie niemals so schön sein kann. Ich denke dann immer, dass MUSS doch irgendwie zu regeln sein...
Wir machen seit ca. 6 Wochen eine Paartherapie. Auf ihre Initivative. Läuft auch gut. Die Therapeutin sieht bei mir zu wenig Zurückhaltung in Fragen, die sie, das Kind und ihren Ex betreffen. Bei ihr fällt der Therapeutin auf, dass sie sehr aggressiv auf mich reagiert und mir bei meinen Statements dauernd ins Wort fällt. Mal sehen, was da noch kommt. Das Kind war noch gar kein Gesprächsthema. Wir haben uns erstmal an ihrem Ex abgearbeitet. Auch so ein Reizthema.
Immer gut drauf, immer verständnisvoll, immer hilfsbereit. Kümmert sich rührend ums Kind an den Wochenenden... aber zahlt keinen Unterhalt. Mal hat er 1-2 Jahre einen Job und vedient dass Doppelte von meiner Partnerin, dann hat er wieder ein halbes Jahr Arbeitslosengeld. Wenn sie ihn auf Unterhalt anspricht, dann geht es gerade nicht, klären wir demnächst, ist gerade finanziell schlecht bei mir, bla bla bla. Sie lässt ihn gewähren, weil ja sonst das gute Verhältnis Vater-Sohn leiden würde (was früher wohl auch so war). Sogar an Weihnachten saß der Vogel bei uns am Tisch, weil ich anfangs dachte "cool wie gut die sich verstehen"... bis ich das durchschaut habe.
Ich verdiene ganz gut, sie eher mäßig und muss ihr Kind alleine einkleiden, ernähren pp. Anfangs habe ich noch unterstützt, in dem ich die Urlaube bezahlt habe, d.h. für sie mit. Seitdem mir aber klar geworden ist, dass ich damit quasi ihn und seinen Lebensstil "quersubventioniere", habe ich das dann eingestellt. Aber mit dem Typen kann ich irgendwo leben, der taucht ja nur alle 2 Wochen zum Kindholen auf...
Das Kind ist tägliches Thema...
Ich würde gerne morgen mal in einem anderen Leben aufwachen...

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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von val » 04.10.2016 12:36

Hallo Alex
Ja, der Sohn von ihr ist in Behandlung. Er hat ADHS und eine auditive Wahrnehmungsstörung. Wird medikamentös und mit Ergotherapie behandelt.
Das erklärt für mich einiges. Weisst Du, was diese Diagnose bedeutet?
Und Sie diskutiert eigentlich nicht mit ihm, sondern macht klare Ansagen, was er aber nicht hört (hören kann/hören will)...
Nicht hören KANN, weil genau dort sein Problem liegt.
Auditive Wahrnehmungsstörung: auf diesem Kanal (auditiv = via Sprache) kommt bei ihm nicht das an, was bei uns ankommen würde (Wahrnehmungsstörung).
Das Ding ist, dass er keine Regeln akzeptiert.
Sind ihm die Regeln denn klar?
Er muss abends sein Smartphone abgeben. Wenn er nachts aufwacht, schleicht er sich nach unten und holt das Ding nach oben.
Würde ich auch, wenn ich nicht verstehe, warum das Ding weg ist, ich es unbedingt haben will und weiss, wo es liegt.
Bei mir wäre das Smartphone dann mal für 3 Wochen weg.
Einem 13 jährigen 3 Wochen das Smartphone wegzunehmen – finde ich ehrlich gesagt viel zu krass.
Wie wär’s, das Ding über Nacht so wegzuschliessen, dass er gar nicht erst rankommen kann?
Das Problem bei ihr ist, dass sie das Verhalten nicht sanktioniert bzw. nur halbherzig.
Sie erklärt und erklärt und erklärt.
Für ihn ist das aber nur Rauschen wie beim Testbild im Fernsehen.
Sehr treffender Vergleich! Und zwar nicht aus bösem Willen, sondern weil es nicht ankommt!
Er sagt dann auch brav "Ja Mama", aber das ist halt nur eine Standard-Platte die er auflegt.
Weil er auch hier nicht anders kann.
Meine alternativen Ratschläge werden gerne abgewiesen, nach dem Motto "das regel ich, regel du das mit deinen Söhnen".
Ist vielleicht ein unbewusster Hinweis, dass das, was bei Deinen Kindern als Erziehungsstil funktioniert, bei diesem Kind nicht funktioniert, weil das Kind anders tickt. Sie weiss das oder auch nicht, aber sie spürt instinktiv, dass Dein „Rezept“ nicht helfen wird.
Prinzipiell richtig, aber mir fällt es verdammt schwer bei diesem für mich irren Spiel immer nur zuzusehen.
Für Dich ist es irr. Für sie und ihn Realität. Weil mindestens er in einer anderen Welt lebt als wir.
Also vom Erziehungsstil passt es einfach gar nicht und ich reibe mich sehr daran auf.
Kann auch gar nicht passen. Weil dieses Kind etwas anderes braucht.
Wenn Du verstehst, wie das Kind wahrnimmt und was ADHS bedeutet, kannst Du vielleicht besser damit umgehen und reibst Dich weniger daran auf.

Ich hoffe ich trete Dir mit meinen Rückmeldungen nicht zu sehr auf die Füsse.

Val
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Alex70 » 05.10.2016 16:25

Hallo Val,

Danke für Deine klaren Worte, meinen Füßen geht es gut... :D
Ja, ich habe mich mit der Krankheit beschäftigt und war auch bei zwei Beratungsterminen bei der Jugendpsychaterin dabei.
Ich verstehe das Kind ein Stück weit, ich denke es ist ein Teil seine Krankheit, aber auch ein Teil Bockigkeit. In der Schule kommt er nämlich gut mit, er hat ein 2-3er Zeugnis und auch das Sozialverhalten in der Klasse macht ihm keine Schwierigkeiten. In der Klasse ist er beliebt, bei Lehrern und Schülern.
Ich habe auch mit ihr über weitere Beratungen gesprochen und dass man mal schauen muss, welche alternativen Umgangsformen mit ihm sinnvoll wären. Bzw. eher das geschriebene als das gesprochene Wort. Ich habe dann mal eine abend-Todo-Liste für ihn gemacht mit 5 Punkten (Zähne putzen, Ranzen packen usw.). Hat 2 Tage funktioniert, dann nicht mehr weil keine konsequente Anwendung.
Sie z.B. ruft abends 3x nach oben "Zähne putzen". Beim 4. mal geht sie hoch und macht Budenzauber. Ich habe sie mehrfach gebeten, "Du musst eh nach oben, dann geh doch direkt und stell dich daneben bis er fertig ist." Wäre 5 Minuten Arbeit statt 30 und keine Atmosphäre mit Rumgekeife.
Letztlich nervt eigentlich nicht das Kind, sondern sie mit ihrem planlosen Umgang mit dem Problem und dem kaum vorhandenen Veränderungswillen. Und die ewige Keiferei.

Für sie ist es halt ok, für mich gar nicht. Ich verstehe sie nicht, warum sie auf der Stelle tritt und nicht mal nach vorne geht mit dem ein oder anderen Versuch. Ich bin da wohl ganz anders unterwegs. Vielleicht nicht besser, das will ich mir gar nicht anmaßen, aber ich habe dann immer symbolisch den Werkzeugkasten in der Hand und will es machen, werd aber nicht gelassen...

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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Dornenvogel » 05.10.2016 17:47

da musste ich doch (bitte um Entschuldigung) an meinen Hund denken...rufe ich ihn, spitzt er zwar die Ohren... aber es käme ihm nicht im Traum in den Sinn zu gehorchen...also wenn ich was von ihm will, dann mache ich eine klare Ansage, rufe ihn erst beim Namen, damit er überhaupt realisiert "halt, da bin ja ich gemeint"... und dann schau ich ihn an und sage ihm klar, was ich von ihm will. Und falls er wieder pubertäre Spielchen spielt, muss ich konsequent bleiben, bis er gehorcht. Dann wird er gelobt! (ganz wichtig!)

Sorry, wenn ich deinen Stiefsohn mit unserem Hund vergleiche... ich meine es natürlich symbolisch bezüglich der Konsequenz. Es ist bei Kindern halt schon ein wenig wie mit Hunden; ansprechen mit Namen, klare Ansage was man will (und bei Kindern auch wann, beim Hund ist es immer "jetzt") aber auch ganz wichtig, LOBEN , wenn etwas gut gemacht wurde.

ich verstehe deine Partnerin... es ist viel einfacher im Fernsehsessel zu sitzen und nach oben zu rufen, als dann wirklich aufzustehen und nach oben zu gehen und schauen, dass Junior die Zähne geputzt hat. Bei einigen Kindern mag diese Fernbefehlsausgabe ja funktionieren.. bei andern hingegen nicht. Und so ist es wie beim Klettern: wenn die Wand von A nach B über C nicht begehbar ist, muss man halt über D gehen.. in eurem Fall wie du es richtig sagst: die Mutter muss hochgehen und eine Direktansage an Sohn machen.

Es ist aber halt auch so, dass fremde Kinder immer einfacher zu erziehen sind als die eigenen... du kannst vieles aus Distanz beurteilen, deine Partnerin und ihr Sohn hingegen haben ein seit Jahren eingespieltes Rollenverhalten; sie zickt rum, er ignoriert.
mein 1. Gedanke bei der "Zahnputzgeschichte" war, warum gehst du nicht einfach "zufällig" nach oben und nimmst deine Zahnbürste und sagst dem Jungen; ach, ich wollte auch gerade Zähneputzen, komm wir machen das zusammen, wer kann die besten Grimassen schneiden während des Putzens..
(ist nur so eine Idee).
Was laut deinen Beschreibungen zwischen Mutter u. Sohn abläuft, ist ein Spiel, ein Kräftemessen und halt auch schon ein stückweit Pubertät. Und du hast die Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu unterbrechen, denn ich denke, du bist ein intelligenter und gebildeter Mensch. Hol den Jungen ab, nütze seine Synergien !
Du schreibst, er sei ein guter Schüler (du wohnst in Deutschland aufgrund der Notenbewertung nehme ich an) und von seinen Klassenkameraden akzeptiert... aber deine Partnerin sagt, er sei auf dem Stand eines 6-jährigen.. irgendwie passt das nicht.
Irgendwie krieg ich das Gefühl nicht los, als nerve dich mehr der Umgang deiner Partnerin mit ihrem Sohn, als der Junge selbst...

Und wie soll das Kind denn wissen, was er genau zu tun hat, wenn die Mutter inkonsequent ist und der Kindsvater auch ein "Hansdampf in allen Gassen".. manchmal...
vielleicht ist das ADHS gar nicht wirklich eines, und dem Kind fehlen einfach Leitplanken und Stabilität?

das ist jetzt alles ein wenig durcheinander, aber sind einfach die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen....

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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von BabyOne » 06.10.2016 17:47

Hallo Alex,

ich finde Deine Erziehungsvorstellungen gar nicht verkehrt. ADHS-Kinder brauchen Konsequenz und klare Regeln, und jemand mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung braucht es vielleicht, dass man nicht nur etwas sagt, sondern dass man sich dann auch die Mühe macht dabei zu bleiben und zu kontrollieren. Allerdings muss man auch sagen, dass es enorm viel Zeit und Kraft kostet, das in der Praxis umzusetzen, vor allem bei einem Jugendlichen, das eigentlich vieles schon längst alleine können müsste.

Ich vermute, dass Deine Partnerin sich in ihren Fähigkeiten als Mutter von Dir zu sehr kritisiert und vielleicht herabgesetzt fühlt, wenn Du dauernd mit guten (ja, wirklich guten) Vorschlägen kommst, die sie dann "nur" umsetzen müsste. Wenn man sich in seinem Selbstwert verletzt fühlt, dann kann man auf (auch berechtigte) Kritik von anderen meist nicht mehr gut eingehen und wehrt lieber einfach alles ab, statt sich damit auseinander zu setzen. Überlege doch mal, ob Du sie in diesem Bereich nicht auch stärken kannst - Lob und Anerkennung tun doch jedem von uns immer wieder soooo gut... Es gibt doch bestimmt auch etwas, was sie als Mutter wirklich richtig gut macht. Hat sie besonders viel Geduld, hat sie sich besonders viel Mühe gegeben die Beziehung des Sohnes zum Vater zu unterstützen... da gibt es bestimmt auch etwas, was Du ihr dann und wann mal als Anerkennung einfach so zwischendrin sagen kannst.

Vielleicht könntest Du ihr anbieten, sie eher in der Art zu unterstützen, dass Du ihr andere Dinge abnimmst, damit sie dann auch wirklich die Zeit und Kraft hat, sich um ihren Sohn zu kümmern. Wenn ich in der Küche abspüle und mir mein Partner von Sofa aus mitteilt, dass ich doch mal kontrollieren soll ob das Kind heimlich mit dem Smartphone spielt, dann reagiere ich darauf auch mal ziemlich ungnädig... Wie wäre es, wenn Du ihr beispielsweise das Kochen oder andere Haushaltstätigkeiten abnimmst, damit sie dann auch wirklich die Zeit hat, sich eingehend mit ihrem Sohn zu beschäftigen? Denn wie gesagt, so ein Kind kostet viel Kraft...

Mir ist auch aufgefallen, dass Du eigentlich ein gutes Vorbild für sie sein kannst in Sachen Grenzen ziehen. Du bezahlst nicht für ihren Urlaub, weil Du da Deine Grenze ziehst. Sie fordert Unterhalt nicht ein und ist nicht immer konsequent genug, weil sie da oder dort dem Ärger lieber aus dem Weg gehen will. Sowas dauert zwar, aber man lernt ja doch oft etwas schlicht dadurch, dass andere ein gutes Vorbild sind. Für ein gutes Vorbild wäre es natürlich wichtig, bei aller Strenge dem Jungen gegenüber auch freundlich, interessiert und wertschätzend aufzutreten...
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Alex70 » 09.10.2016 06:05

Guten Morgen Zusammen,
Danke für Eure Anregungen. Die Idee mit dem Unterstützen ist gut, hat aber seine Grenzen. So im praktischen Alltag ist das alles gut aufgeteilt. Wäsche, putzen, Einkaufen machen wir gemeinsam bzw. ist aufgeteilt. Kochen ist gar nicht mein Fall, das macht sie allein. Dafür mache ich alles was außerhalb des Alltäglichen liegt wie Fenster putzen, Gartenarbeit, Getränke holen, dies und das Reparieren usw. Außerdem arbeitet sie 75%. Also ein Zeitproblem gibt es nicht wirklich.
Und eine Unterstützung in der direkten Erziehungsarbeit wollen wir beide nicht. Sie will nicht dass ich ihr reinfunke und ich halte mich so weit es geht daran.
Ich denke, dass ich das auch länger aushalten könnte. Was mir wirklich zu schaffen macht, ist, dass meine eigenen Söhne durch die Situation auf mehr Distanz zu mir sind als es normalerweise wäre.
Ich hoffe nicht, dass ich das Fortführen der Beziehung eines Tages mal bereue.

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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Babell » 14.10.2016 05:02

Hallo Alex

Wie val bereits geschrieben hat, braucht dieses Kind sehr spezielle Begleitung. Ich kann mir vorstellen, dass die Mutter schon weiss, wie sie mit dem Kind umgehen muss. Ganz wichtig wäre hier auch Wertschätzung gegenüber dem Kind! Mir scheint, die fehlt sowohl bei dir und deinen jugendlichen Söhnen, wobei man die von denen nicht fördern kann, und leider(!) auch von der Mutter! Vielleicht ist der leibliche Vater tatsächlich der einzige, der das Kind schätzt? Vielleicht findet sie die Wertschätzung gegenüber dem Kind wieder, wenn ihr Euch trennt. ich kann ihren Wunsch nach Anlehnung nachvollziehen, aber es wäre besser, sie würde sich eine Hilfe suchen, die professionell ist. Eine Begleitung des Kindes, es gibt Adressen dafür. Wäre es nur adhs würde ich sagen, konsequent sein sei eine gute Lösung, aber es ist ja noch etwas anderes, also kann konsequent sein genau das Gegenteil auslösen. Wichtig ist, dass die nächsten Bezugspersonen dieses Kind lieben und es wertschätzen und diesem Kind Respekt entgegen bringen! Das scheint niemand von Euch zu tun.
Alex70 hat geschrieben:Ich hoffe nicht, dass ich das Fortführen der Beziehung eines Tages mal bereue.
Sorry, aber das heisst für mich ganz klar: Trenn dich!! Wenn du schon dran denkst, dass du es mal bereuen könntest, worauf wartest du? Es ist nicht die Beziehung, die du jetzt brauchst, oder möchtest. Du bist erst seit drei Jahren geschieden, das heisst, noch viel weniger lang mit deiner Partnerin zusammen und bereits Trennungsgedanken!

Wenn du nur eine Frau für deine Kinder suchst, dann bitte kommunizier das der Nächsten auch so!
Irgendwann wirst du nämlich merken, dass es nicth die Frauen sind, die deine Kinder verjagen, sondern dass es ein natürlicher Prozess ist, dass die Kinder mehr und mehr auf Distanz gehen und flügge werden. Vielleicht kannst du mit deiner Exfrau über dieses Phänomen reden. Vielleicht geht es ihr genau so.


Noch ein Gedankenanstoss:
Du sagst:
Alex70 hat geschrieben:Was mir wirklich zu schaffen macht, ist, dass meine eigenen Söhne durch die Situation auf mehr Distanz zu mir sind als es normalerweise wäre.
Vielleicht gehen sie wegen deinem Verhalten auf Distanz? Könnte das nicht viel eher sein? Weil sie befremdet sind, wie du dich verhälst und sie denken, der ist doch sonst nicht so? Was haben wir für einen "doofen" Papa (ich sags jetzt mal total überspitzt, gell!) ;-) , der sich gegenüber einem Kind mit Auffälligkeiten derart ignorant verhält und der seine neue Freundin so verächtlich behandelt?

In dem Alter, wo deine Jungs sind, haben die sich bereits Gedanken über das Führen von Beziheungen gemacht! Die sind nicht blöd, die denken sich ihre Sache und reden dann nach deinem Mund... Ich habe auch (Stief) Kinder in dem Alter!

Ps Männer tendieren dazu, eine vergangene Beziehung abzuschliessen, indem sie die Frau emotional beiseite schieben und sich Neuem widmen. Davon könnten Frauen durchaus etwas abschneiden! Wenn jedoch Kinder davon betroffen sind und mitbekommen, dass ihre Mutter einfach beiseite geschoben wurde und eine neue Frau an ihre Stelle gesetzt wird, dann rebellieren sie! Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Ein fremdes Kind, das als "schwierig" gilt, kann schnell zum schwarzen Peter werden!
Ich denke, es wäre an deiner Stelle wirklich sinnvoll, noch ein bisschen alleine zu wohnen, bis du dich einer neuen Beziehung widmest. Die Zeit in der Zeit nutzen für eine Therapie.

Alex70
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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Alex70 » 14.10.2016 13:30

Hallo Babell,

ja, die Trennung liegt auf der Hand, das sehen viele in meinem Freundeskreis auch so mit denen ich darüber spreche.
Du sagt ich hätte eine Frau für meine Kinder gesucht. Das ist definitv nicht so, meine Kinder kommen mit mir ganz gut alleine klar. Die großen Jungs kochen sich selber was und können gut mit der Waschmaschine umgehen... und der Kontakt zur Mutter ist ja auch regelmäßig da.

Und das mit meinem Verhalten kann tatsächlich stimmen. Mein Großer hat im Sommer mal zu seiner Oma (meiner Mutter) gesagt, der Papa ist so unglücklich. Das stimmt auch. Mit mir hat er darüber nicht gesprochen. Ich glaube er sieht das so als Blockbildung. Er auf der einen Seite, sein Vater mit Freundlin und Kind auf der anderen Seite. Dabei versuche ich ihn zu bestärken und zu unterstützen wo immer es geht. Meine Freundin auch, sie bemüht sich total. Sie räumt seine Wäsche zusammen, bevor er es machen kann. Sogar seine Lehrstelle hat er über einen Freund von ihr bekommen. Aber zwischen den beiden ist eine spürbare Distanz, wahrscheinlich ist er sauer auf sie, weil ich wegen ihr bzw. ihrer speziellen Art unglücklich bin. Ach ist das alles kompliziert.
Heute ist der nächste (finale?) Paartherapietermin, mal schauen was wird... :?

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Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von Ria » 14.10.2016 13:58

Hallo Alex

Du hast anfangs geschrieben
Was mich momentan am meisten stört, hilflos und traurig macht, ist, dass mein ältester Sohn (der letzte, der noch bei mir lebt) ebenfalls wegen meiner Freundin und ihrem Sohn ausziehen will. Ihm geht das Zusammenleben auf die Nerven. Er würde bleiben, wenn Freundin und Sohn auszögen.
Dazu möchte ich einfach Folgendes zu bedenken geben: Dein 21-jähriger Sohn wird sowieso ausziehen innerhalb der nächsten Jahre. Das ist das Zeichen für seine normale Entwicklung. Manche meinen, dafür noch einen Grund oder eine Entschuldigung finden zu müssen. Und da kommt dieser Stiefbruder gerade gelegen. Und dass er sich über ihn nervt, ist ja verständlich.
Davon würde ich meine Beziehung nicht abhängig machen. Denn das könntest du auch bereuen und schlussendlich dann später sogar deinem Sohn zum Vorwurf machen, wenn du ihm zuliebe dich getrennt hättest.
Alex70 hat geschrieben:Und das mit meinem Verhalten kann tatsächlich stimmen. Mein Großer hat im Sommer mal zu seiner Oma (meiner Mutter) gesagt, der Papa ist so unglücklich. Das stimmt auch. Mit mir hat er darüber nicht gesprochen. Ich glaube er sieht das so als Blockbildung. Er auf der einen Seite, sein Vater mit Freundlin und Kind auf der anderen Seite. Dabei versuche ich ihn zu bestärken und zu unterstützen wo immer es geht. Meine Freundin auch, sie bemüht sich total. Sie räumt seine Wäsche zusammen, bevor er es machen kann. Sogar seine Lehrstelle hat er über einen Freund von ihr bekommen. Aber zwischen den beiden ist eine spürbare Distanz, wahrscheinlich ist er sauer auf sie, weil ich wegen ihr bzw. ihrer speziellen Art unglücklich bin. Ach ist das alles kompliziert.
Kinder, egal wie alt sie sind wünschen sich Eltern, die glücklich sind. Sonst ist es schwer für sie, für sich selber den Weg zu suchen und zu finden. Solange du unglücklich bist, wollen sie dir "helfen", und sei es durch "schwieriges" Verhalten. :-(
Und für eine innige Beziehung zur neuen Partnerin des Vaters braucht es einfach mehr Zeit! Auch das ist normal, dass er sich ihr gegenüber distanziert verhält. Und natürlich gibt er lieber ihr die Schuld für deine Probleme als dir. :-S
Alex70 hat geschrieben:Heute ist der nächste (finale?) Paartherapietermin, mal schauen was wird... :?
Da drücke ich euch die Daumen!
Seit 22 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
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harris
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Registriert: 21.10.2016 15:08

Re: Stiefkind sprengt meine Familie auseinander

Beitrag von harris » 21.10.2016 20:26

Unglaublich wie viele Parallelen ich da erkenne. Werde da am Wochenende mal etwas mehr dazu schreiben.....
Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen.

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