Mein Partner tut mir leid!

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Blaueblume
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Mein Partner tut mir leid!

Beitrag von Blaueblume » 12.12.2017 17:35

Liebes forum

Nun wohnen wir seit 2 Monaten zusammen und meine Mädchen haben sich gut eingelebt.

Nun ist es so, dass die 16-Jährige Tochter meines Partners sich komplett distanziert hat. Einmal hat sie das Gespräch gesucht mit uns, und uns gesagt, sie fühle sich nicht wohl bei uns. Als ich dann gefragt habe warum oder an wen das es liege und was es brauche damit es besser würde konnte sie mir nichts nennen. War eigentlich ein ganz gutes Gespräch, jedoch ist es nur ein paar Tage später wieder eskaliert als ich die beiden Bonuskinder an unserer Wichtelaktion einladen wollte.

Nun, Thema Weihnachten. Alle Jahre feierten mein Partner und seine Kinder bei seinem Vater. Letzt Jahr wollte er das ich mitkomme und um nicht alle Kinder zu brüskieren, habe ich es mir mit meinem ExMann so eingerichtet dass ich alleine mitkonnte. Nun da ist es bereits eskaliert, die Tochter meines Partners lief davon, kam aber dann später wieder und war mehr oder weniger den ganzen Abend schlecht gelaunt. Ganz unangenehm wurde es als sie mein Geschenk auspackte und dann noch "Danke" sagen musste (sie tat mir dann auch irgendwie leid...). Ich glaube sie wollte eigentlich gar nicht von mir beschenkt werden.

Dieses Jahr hat uns der Vater meines Partners angefragt ob wir das Fest übernehmen würden, weil er langsam nicht mehr mag. Die Kinder meines Partners haben stark rebelliert, und die Exfrau hat sich noch eingemischt, sodass das Fest nun doch wieder beim Vater meines Partners stattfindet aber mit uns allen (als Kompromiss)

Das es der Tochter meines Partners letztes Jahr unangenehm war von mir beschenkt zu werden, weil sie uns ja gar nicht dabei haben will, habe ich beide Kinder meines Partners gefragt ob sie ein Geschenk von mir annehmen würden. Von der Tochter habe ich bis heute keine Antwort und nun weiss ich auch wieso....

Die Exfrau hat nämlich den Vater meines Partners und seine Frau am Tag vor unserem Fest eingeladen, damit die Kinder das Fest mit meinen Kindern "erspart" bleibt. Also so sehe ich das....

Nun weiss ich gar nicht, ob mein Partner seine Tochter an Weihnachten überhaupt sieht... und mir tut das leid für ihn. Seine Kinder machen einen auf Liebesentzug, weil er ein eigenes Leben hat (die Tochter mehr als der Sohn)... und die Exfrau will die Kinder "schützen" auf eine ganz komische Art...

So böse sind wir nicht. Wir sind einfach viele. Aber wir haben so viel versucht Kompromisse zu machen, Hand zu bieten, den Zugang zu suchen. Ich weiss auch nicht mehr weiter.

Dankbar um Euren Rat...

Liebe GRüsse

BB

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Re: Mein Partner tut mir leid!

Beitrag von BabyOne » 12.12.2017 21:10

Hallo BlaueBlume,

oweh oweh, das klingt anstrengend.

Ich würde jetzt mal aus der Ferne dazu sagen:

1. ihr habt einen Kompromiss gesucht, der eigentlich niemandem gefiel: eine Feier beim Großvater, dem es sowieso zu viel wurde, mit den Kindern, denen das alles noch zu früh kommt, mit Dir, die sich abgelehnt fühlt, mit Deinen Kindern, die mit der neuen Familie noch nicht so viel anfangen können, und mit Deinem Partner, der versucht auf statt zwischen allen Stühlen zu sitzen. Versucht das Gute daran zu sehen - durch das Eingreifen der Exfrau (auch wenn es unabgesprochen war) könnt ihr jetzt eine kleinere Lösung suchen, die den Beteiligten besser passt - ihr könntet den Vater zu euch einladen, als Paar mit Deinen Kindern feiern, und wer von seinen Kindern dazu kommen will darf das, und wer nicht, der kommt ein anderes Mal.

2. Mitleid hilft niemandem weiter. Weihnachten ist nur einer (oder maximal drei) von 365 Tagen im Jahr! Schlimmstenfalls sieht er sie halt ein paar Tage später. Wir reden hier ja nicht über einen kompletten Kontaktabbruch.

3. Dein Partner hat seine Tochter anscheinend überfordert. Ihr geht es zu schnell. Da muss sie mit Dir feiern, und dann darf sie sich über Geschenke nicht einmal im stillen freuen oder erst einmal überlegen ob sie sich überhaupt freut, sondern muss sich auch noch groß bedanken, was die ganze unangenehme Situation erst so richtig aufdeckt.

Da hilft nur, einen Schritt nach hinten zu machen und es langsamer angehen zu lassen. Geburtstage oder Weihnachten sind solche Feste, wo wir besonders unsere engsten Angehörigen um uns herum haben wollen, und dazu gehören Du und Deine Kinder für seine Tochter halt noch nicht, und bestimmt hat sie dabei auch das Gefühl, ihre Mutter zu verraten, wenn sie Dich akzeptieren würde. Das macht die Organisation zwar schwierig, aber ich finde, man sollte das schon insoweit respektieren, dass man nicht alle zwingt gleichzeitig und gemeinsam zu feiern, wenn sich dabei nachher alle unwohl fühlen. Genauso vermute ich, dass Du seine Kinder unabsichtlich damit überfordert hast, als Du sie gefragt hast, ob sie ein Geschenk denn annehmen würden. Ich stelle mir vor, dass mich so eine Frage beschämt und in eine fürchterliche Zwickmühle gebracht hätte (will ich Geschenke? Grundsätzlich immer. Aber von ihr? Wenn sie schon so fragt, dann vielleicht doch lieber nein. Wenn ich nein sage, bin ich unfreundlich und kriege Ärger mit Papa. Wenn ich ja sage, ist nachher die Mutter sauer und ich sehe außerdem gierig aus. Und noch dazu erinnert die Frage an die unangenehme Situation vom letzten Jahr, die man lieber tief im Unterbewussten vergraben hätte...).

Mach es doch einfach so: schenk beiden ein kleines Geschenk - eines, für das sie sich nicht groß bedanken müssen, weil es nicht so bedeutsam ist, und wo es Dir nicht um die Mühe und das Geld leid tut, wenn kein Dank kommt. Die Kinder sehen dann, dass Du sie nicht ausschließt, müssen aber ihre Mutter auch nicht kränken, indem sie Dein Geschenk womöglich besonders toll finden, und Du musst Dir keinen Stress mit der Auswahl machen, siehst aber auch nicht wie die böse Stiefmutter aus, die nur ihre eigenen Kinder beschenkt. Und Dein Partner sollte vielleicht seiner Tochter mal einen gemeinsamen Nachmittag oder Kinoabend oder Ausflug schenken, wo er nur mit ihr zusammen hingeht, als Ausgleich dafür, dass es an Weihnachten vielleicht keine gemeinsame Feier gibt.
Patch von 2002/2003 bis 2017
eine gemeinsame Tochter 14 J.

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Re: Mein Partner tut mir leid!

Beitrag von Ria » 17.12.2017 10:03

Hallo BlaueBlume

Den Antworten von BabyOne schliesse ich mich an. Diese decken sich mit meinen Erfahrungen.
Und ihren Vorschlag zum Thema Geschenk für die Bonuskinder kann ich nur bestätigen. Das funktioniert, ich habe es damals nämlich so gemacht und heute lache ich mit meiner ältesten Bonustochter (sie ist mittlerweile 41 und selber 4-fache Mutter) darüber. Denn heute ist es ihr ein wenig peinlich, dass sie doch Punkte GEGEN mich gesammelt hatte und ich ihr auch noch ein (kleines aber passendes) Weihnachtsgeschenk gemacht hatte. :?

Was ich noch ergänzen möchte:
Auch wenn wir als Patchworkeltern "alles richtig" machen, heisst das noch lange nicht, dass unsere Kinder mitmachen und gute Gefühle haben. Es ist dann unsere Aufgabe, das auszuhalten und uns davon nicht verunsichern zu lassen, denn das würde das Problem noch grösser machen.
Ich finde es gut, dass ihr mit seiner Tochter zusammengesessen seid. Aber es ist auch wichtig, ihr gleichzeitig zu sagen, dass ihr Erwachsenen schlussendlich bestimmt und damit auch die Verantwortung tragt. Sei es dafür, wie Weihnachten gefeiert werden oder auch anderes.

Gerade in ihrem Alter gehört es einfach dazu, das was die Eltern machen in Frage zu stellen, da können wir es ihnen oft nicht rechtmachen, aber das ist ja auch nicht unsere Aufgabe.
Und gerade dann ist es sehr hilfreich, einen Partner an seiner Seite zu wissen und nicht allein zu sein.

Und zum Thema Mitleid einfach noch dieses: Das ist meist wenig hilfreich, ja sogar schwächend. Was dein Mann in dieser Situation braucht ist Mitgefühl und Ermächtigung. Das bedeutet, dass du ihm zutraust, damit auf seine eigene Art fertig zu werden. Und ihn das auch so machen lässt, wie es für ihn stimmt.
Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich ihm meine Hilfe angeboten habe, wenn ich gemerkt habe, dass er voll im Stress ist.

Ich wünsche euch stimmige Weihnachten mit den Kindern, die dabei sein wollen. Macht es so, wie es für euch stimmt, damit seid ihr für eure Kinder eine Möglichkeit. Und natürlich dürfen sie auch noch eigene Ideen reinbringen.
Seit 21 Jahren Patchworkfamilienfrau und Coach für solche :-)
http://www.coacheria.ch

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