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Dies können Patchwork-Kinder besser

 


Huffington Post von Gina Louisa Metzler


Patchwork-Familien haben bei vielen Menschen einen schlechten Ruf: Die Eltern, so heißt es, hätten nicht die Ausdauer, ihre Kinder miteinander zu erziehen, den Kindern wiederum fehlten die Orientierung und die festen Bezugspunkte.

Es ist sicherlich richtig, dass eine Scheidung oder Trennung nicht ohne Folgen bleibt. "Kinder wünschen sich fast immer, dass ihre leiblichen Eltern zusammen bleiben," sagt auch Familientherapeutin Eva-Maria Hesse.

Was die Kritiker aber häufig übersehen: Neben all den Schwierigkeiten haben Patchwork-Familien durchaus ihre Vorteile, und zwar nicht nur für die Eltern. Psychologen und Erziehungsexperten glauben sogar, dass Kinder aus solchen Familien einiges besser können:

1. Sie haben weniger Angst vor Veränderungen

"Kinder aus Patchwork-Familien lernen, dass das Leben aus Veränderungen besteht", sagt Hesse. Daher können sie sich besser und schneller auf neue Dinge einstellen. Schlicht deshalb, weil sie früh gelernt haben, dass sie vor neuen Situationen nicht unbedingt Angst haben müssen. "Vielmehr begreifen Kinder aus Patchwork-Familien Veränderungen eher als Herausforderung", sagt Hesse. Patchwork-Kinder lernten, an diesen Neuordnungen nicht zu verzweifeln, sondern im Vertrauen auf ihre eigenen Kräfte damit umzugehen.

2. Sie sind erfolgreicher im Job

Die Flexibilität von Patchwork-Kindern kann im späteren Berufsleben von Vorteil sein. Studien haben gezeigt, dass Scheidungskinder häufig erfolgreicher im Job sind als Kinder, deren Eltern sich nicht getrennt haben.

Das liegt daran, dass sie lernen, sich taktvoll und diplomatisch zu verhalten. "Das sind Fähigkeiten, die sich in der Geschäftswelt gut machen - beispielsweise im Marketing oder in Anwaltsbüros," sagt Scheidungspsychologin Judith Wallerstein.

3. Sie können besser mit Konflikten umgehen

Patchwork-Kinder werden häufig mit Konflikten konfrontiert. "Aufgrund der besonderen Konstellation lernen sie, auf andere Art und Weise an Auseinandersetzungen heranzugehen", sagt Hesse. Schneller als andere Kinder verstehen sie es, mit ihren eigenen Empfindungen und denen anderer Familienmitgliedern umzugehen und auf sie zu reagieren.

Zum Beispiel, wenn es um Eifersucht oder Neid geht: "Wenn eine Familie neu zusammengewürfelt wird, kann es leicht zu Rivalitäten zwischen den Kindern kommen. Häufig hat ein Kind das Gefühl, dass es weniger Aufmerksamkeit oder Liebe bekommt als das neue Geschwisterkind," sagt Hesse. In diesen Situationen ist es wichtig, die eigenen Gefühle zu kommunizieren und Lösungen zu finden.

4. Sie haben eine ausgereifte Sozial-Kompetenz

Durch die zusätzlichen Personen in Patchwork-Familien machen diese Kinder die Erfahrung, dass jeder Mensch sich in bestimmten Situationen anders verhält, dass jeder andere Grenzen hat und auf unterschiedliche Art und Weise durchs Leben geht. "Sie gehen mit einer Vielzahl von Persönlichkeiten Beziehungen ein. Im späteren Leben wird es diesen Kindern leichter fallen, auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten, sei im Beruf oder im privaten Umfeld, einzugehen," sagt Hesse.

Außerdem finden sie in den neuen Lebenspartnern ihrer Eltern häufig eine weitere Bezugsperson. "Es ist durchaus ein Vorteil, dass es einen oder sogar zwei zusätzliche Menschen im Leben dieser Kinder gibt, die ihnen wohlgesonnen sind, die ein Auge auf sie haben und die sie durchs Leben begleiten," sagt Hesse.


Was Eltern beachten müssen, damit das Zusammenleben in einer Patchwork-Familie funktioniert:


Das wichtigste Instrument für Paare mit einer Patchwork-Familie ist aus Sicht von Eva-Maria Hesse eindeutig die Kommunikation.

Die folgenden Tipps können außerdem zum Gelingen des Projekts Patchwork beitragen:


- Bewusste Entscheidung: Beiden Partnern sollte klar sein, dass eine Patchwork-Familie immer eine Herausforderung für alle Beteiligten ist.


- Geduld ist gefragt: Es braucht Zeit, bis Eltern und Kinder sich an die neue Situation gewöhnt haben und Ruhe und Ordnung einkehren können.


- Zeit für Zweisamkeit: Das Paar muss sich Zeit und Raum für seine Beziehung nehmen. Es sollte nicht nur um die Kinder gehen. Nur ein gutes Team kann es mit den Herausforderungen einer Patchwork-Familie aufnehmen.


- Erwartungshaltungen: Es ist wichtig, dass die Partner frühzeitig über ihre Erwartungen sprechen. Streit und Enttäuschung können so vermieden werden.


- Seite an Seite: Das Paar muss sich über Erziehungsfragen einig sein. Es sollte absprechen, in welchen Punkten an einem Strang gezogen werden muss und wo Unterschiede in der Erziehung gewünscht sind.


- Familien-Traditionen erschaffen: Es ist sinnvoll, neue Rituale zu entwickeln und gemeinsam als Familie einen individuellen Weg zu finden, wie man zum Beispiel Ostern oder Weihnachten feiert.


- Mit offenen Karten spielen: Es ist kein Verbrechen, wenn Eltern ihre leiblichen Kinder mehr lieben als die Kinder des neuen Partners. Für Eltern und Kinder ist es wichtig, dass offen darüber gesprochen werden darf.


- Eltern als Austausch-Spieler: Den Kindern muss deutlich gesagt werden, dass niemand ihre leiblichen Eltern ersetzen kann und will.

 

 

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